Code Of Honour – Visions Of Chaos

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Code Of Honour - Visions Of Chaos
Wenn man heute als Beschreibung liest, dass eine Band eine Mischung aus Death Metal und Hardcore macht, denkt man leider unweigerlich an vieles so grausames Zeug wie Suicide Silence, Molotov Solutions oder andere stink langweilige Bands, die meinen ein paar Breakdowns wären „brutal“ und mehr durch übertrieben gedehnte Ohrlöcher und extreme Sleeve-Tattos auffallen, als durch wirkliche musikalische Innovation – sprich, man denkt sofort an Deathcore. Und so könnte man auch CODE OF HONOUR vorschnell in die falsche Schublade stecken! Denn die Jungs aus Hannover spielen zwar auch eine Mischung aus Death Metal und Hardcore, orientieren sich dabei aber nicht an den modernen, brutalen Death Metal Bands, sondern eher an Bolt Thrower.

So ist „Visions Of Chaos“ tendenziell eher langsam, doch nur stellenweise schleppend. Meist steht richtig fettes, rollendes Midtempo auf dem Plan und die Panzermetaphorik von Bolt Thrower darf ohne Probleme auf CODE OF HONOUR übertragen werden! Die Hardcore-Einflüsse sind in erster Linie in Gordons Gesang festzustellen, erst dann kommen die musikalischen Einflüsse, die in „Loyal“ am deutlichsten Hervorstechen. Dabei ist dieser Song auch der vergleichweise Schlechteste auf der Mini-CD.
Doomsday“ oder „Ways Of Lust“ übrerzeugen durch eine tief wütende, fast schon verzweifelt-depressive Atmosphäre, die durch den leicht nihilistischen Gesang bestens gestützt werden. Zuweilen kommen leicht hoffnungsvolle Melodie-Einschübe hinzu, die interessante Fassetten und überraschende Momente in den Liedern erschaffen. Grob könnte man die Herangehensweise mit Die In Grey vergleichen, nur nicht ganz so melodisch.

Mit „Visions Of Chaos“ ist CODE OF HONOUR ein netter Einstand gelungen – die zwei vorhergehenden Demos lasse ich mal außen vor – der alles andere macht, als Trends hinterher zu schauen. Zwar ist alles noch ziemlich roh, doch gerade das macht den gewissen Charme an der Scheibe aus. Als Ansporn für die erste Full-Length gibt es erstmal „nur“ vier Punkte, aber das Potential ist nach oben offen!

[rating:4]

Infos:
Classwar Records – 2009
MCD – 6 Lieder / 22:58 Min.