Punish – Raptus

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Punish - Raptus
Das Internet und digitale Formate fördern einen völlig neuen Absatzmarkt für Musik, die MP3 scheint für viele Leute zu einer echten Alternative gegenüber CD und Vinyl geworden zu sein. Kein Wunder, dass immer mehr Bands und Label neben den herkömmlichen, physikalischen Medien auch vermehrt auf den digitalen Vertrieb im Internet setzen. Die schweizer Tech-Death Metaller PUNISH haben nun für ihr aktuelles Album „Raptus“ dabei eine Methode ausgewählt, die manchem vielleicht noch aus der Software bekannt sein könnte: Donation-Ware. Zu deutsch heißt das: Prinzipiell bieten wir unsere Ware kostenlos an, aber über eine Spende über den Betrag, den der Nutzer/Hörer angebracht findet, wären wir dennoch dankbar. So gibt es „Raptus“ auf der Band-Seite www.punish.ch zum kostenlosen Download als MP3 oder unkomprimierte Wave-Datei inklusive vollem Artwork. Wer was für das Album spenden will, kann dies direkt über Links unter den Liedern machen, oder sich nach dem Anhören auch dazu entschließen, eine richtige CD zu kaufen.

So innovativ, wie PUNISH an dieser Stelle ihre neue CD vermarkten, so ideenreich verhält es sich auch mit der Musik auf „Raptus“. Irgendwo zwischen deutlicher Beeinflussung durch Chuck Schuldiner/Death und ziemlich eigenen Ideen, die teilweise von der Herangehensweise, aber nicht von der Umsetzung an Fleshless erinnern, geht es mal mehr oder weniger melodisch oder progressiv, mal verspielter, mal brutaler zur Sache. Zugegeben, einige Teile sind mir schon eine Nummer zu verspielt und lassen etwas die nötige Härte und den roten Faden in den Songs vermissen. Doch meist kommen die Schweizer auch wieder zum eigentlichen und schaffen es, trotz ziemlich eigenwilliger Ideen, griffige Elemente zu zaubern, die man beim nächsten Hören auch wieder erkennt. So sind vor allen Dingen die Lieder in der Album Mitte, von „Herder Of The Misguided“ bis „Bonfire“ allesamt richtig stark und sehr fassettenreich. Mal eher thrashig, mal mit dickem Black Metal-Riff, in „Despise, Seperate, Attack“ mit etwas Morbid Angel oder Suffocation gewürzt, aber durchgehend immer PUNISH. So ist „Raptus“ eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgänger „Dawn Of The Martyrs„, zeigt aber immer noch hier und dort ein paar Schwächen wie im orientierungslos wirkenden „Subnatural Coexistence“ oder dem eher durchschnittlichen Opener „Abandon Waste„.
Doch die Grundentwicklung ist sehr positiv und ich bin wirklich mal gespannt, wo PUNISH mit dem nächsten Album stehen! Solange kann ich jedem, der sich annähernd für eigenständigen, technischen und ab und zu melodischen Death Metal interessiert nur auf die Bandseite verweisen. Das rein hören kostet wirklich nur eine dreiviertel Stunde Zeit, und das sind die Lieder im mindestens wert!

[rating:4.5]

Infos:
Stonepath Records / Quam Libet Rec. – 2009
CD/MP3 – 10 Lieder / 45:27 Min.