Marduk – Wormwood

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Marduk - Wormwood
Die Vorzeige-Schwarzmetaller MARDUK sind wieder da. Mit „Wormwood“ bringt der angeblich bekannteste Black Metal Act aus Schweden sein 11. Studioalbum in 18 Jahren Bandgeschichte über Regain Records auf den Markt.
Doch auch, wenn ich mich nie sonderlich für die CDs der Band interessiert habe, konnten sie mit 2003 auf dem No Mercy Festival schnell zum Headbangen motivieren – was die 2004er-Platte „Plague Angel“ nicht unbedingt geschafft hat. Seither habe ich MARDUK nicht mehr weiter verfolgt. Doch so viel ist klar: Eine „Panzer Division Marduk“ hat man eh nicht erwartet. Dafür sind MARDUK zwischenzeitlich zu „abwechslungsreich“ geworden und böllern nicht mehr permanent durch die Spielzeit ihrer CD. So fallen auf „Wormwood“ neben dem unglaublich lieblosen CGI-Cover besonders die schleppenderen Songs wie „Funeral Dawn“ oder das schick atmosphärische „To Redirect Redemption“ auf. Selbst das Spielen mit Dynamik scheint die Band in „As A Garment“ für sich entdeckt zu haben, das das Album wirklich gelungen abschließt!
Doch ganz schafft es das High-Speed-Kommando doch nicht, aus den gewohnten Strukturen auszubrechen und böllert immer noch in vielen Songs typisch voran. So erkennt man die Handschrift deutlich in „The Fleshly Void„, „Into Utter Madness“ oder „Nowhere, No-One, Nothing„. Trotz einiger abwechslungsreicher Einschübe von langsameren, stellenweise ruhigeren und traditionelleren Passagen klingen die Songs aber immer noch größtenteils monoton und – ich bitte um Verzeihung für den Ausdruck – gewöhnlich. Wirklich überraschende Momente sucht man auf „Wormwood“ vergebens und so sehe ich das Album weit hinter den wesentlich interessanteren Releases dieses Jahres von The Black, Vulvark, Way To End oder Horna liegen. Nur der ruhige Teil in „Chorus Of Cracking Necks“ mit den Geräuschen von brechenden Knochen zeugt von etwas Originalität.
Doch gute Momente wie besagte „To Redirect Redemption„, „As A Garment“ oder das kalte „Whorecrown„, dass nette Melodien hat, gibt es dennoch auf der CD.

Trotz allem denke ich aber, dass jeder eingefleischte MARDUK-Fan mit „Wormwood“ mehr oder minder seinen Spaß haben wird – und mich für diese Kritik hassen wird. Etwas wirklich außergewöhnliches, was man im Schrank haben muss, ist die CD bei Leibe nicht. Gesunder Durchschnitt wäre hier mehr die Wertung.

[rating:3]

Infos:
Regain Records – 25.09.09
CD – 10 Lieder / 47:18 Min.