Graveyard – One With The Dead

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Graveyard - One with the Dead
Da hat aber jemand fein sein größes Löffelchen Dismember und Entombed gegessen! Und das sogar, obwohl GRAVEYARD aus Spanien kommen! Denn die Herkunft hätte man beim düsteren, schweren oldschool Schweden-Sound ganz und gar nicht erwartet! Ebenso bin ich leicht überrascht, dass „One With The Dead“ gerade das erste Full-Length der Band ist. Denn dafür wirken die Songs erfrischend abschwechslungsreich und trotz deutlicher Bezüge zu den alten Helden des Schwedentods sehr eigenständig. Wo einige Bands wie Dismember heute eher schwächeln, können wir uns an Bands wie Demonical oder GRAVEYARD erfreuen, die die guten Ideen und den geilen Sound heute mehr als gekonnt fortsetzen!
Genretypisch fühlen sich die Spanier natürlich im rotzigen Highspeed-Polka-Beat am wohlsten, doch gerade richtig langsame Teile, die ultra schwer und richtig böse wirken, gefallen GRAVEYARD auch und werden mehr als geschickt in die Songs eingebaut. Das Ergebnis könnte man fast Autopsy auf schwedisch nennen, haha! Das Parade-Beispiel für den gekonnten Wechsel zwischen langsam und Uptempo stellt an dieser Stelle wohl „Caro Data Vermibus“ dar. Doch wesentlich interessanter sind die variationsreichen „Riding A Pale Horse“ oder „The Burning Gate„, die ebenfalls mit guten Tempowechseln, eingängigen Hooklines und coolen Gitarrenarbeiten in Rhythmus und Melodie überzeugen können und deutliche Highlights des Albums sind!
Wer sich mit einem Debütalbum im Death Metal eine Spielzeit von knapp 50 Minuten erlaubt (zumindest in der Digipack-Version mit Bonus-Track), läuft aber auch Gefahr von einigen Längen. Diese findet man glücklicherweise aber nur im vergleichsweise langweiligem „Necrology„. Die Besitzer des genannten Digipacks bekommen noch das Candlemass-Cover „A Take Of Creation“ dazu, was richtig gut umgesetzt ist und mit klaren Gesangstellen nochmal überraschen kann!
Doch auch für die Besitzer der regulären Version gibt es noch eine Überraschung auf „One With The Dead„, „Abandoned Churches“ ist ein richtig geiles Instrumental, was klingt, als ob Dismember auf Iron Maiden treffen – ach Moment, das gab es ja schon auf „The God That Never Was„: „Phantoms (Of The Oath)„. Doch auf Anhieb sind mir GRAVEYARD hier wesentlich sympathischer, weil einfach kraftvoller, als Dismember!

Wie schon gesagt, wo alte Helden uns heute etwas enttäuschen, sind gerade Bands wie GRAVEYARD Hoffnungsträger. Und so gehört „One With THe Dead“ eindeutig zu den wichtigen „Schweden“-Platten im Death Metal dieses Jahr. Düster, brutal, abwechslungsreich. Kurzum, Kaufplicht für jeden Elchtöter!

[rating:5]

Infos:
BlackSeed Productions – 01.09.2009
CD/Digipack – 12 Lieder / 47:46 Min.