Weekend Nachos – Unforgivable

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Weekend Nachos - Unforgiveable
Liebes Relapse, nun bin ich doch fast ein wenig enttäuscht von dir! Normalerweise pflegst du ja eine gewisse Gleichberechtigung bei deinen Bands und sowohl Newcomer, wie auch alte Hunde bekommen mehr oder weniger die gleiche Aufmerksamkeit. Doch im Falle der WEEKEND NACHOS sind diese gar sträflich im Werberummel um Dying Fetus untergegangen. Zugegeben, eine eigene Webseite mit dem Album als Stream habt ihr für die Fans eingerichtet. Doch an die schreibende Zunft ging vergleichsweise spät eine Einladung zum Anhören.

Dabei kann man auch verstehen, dass ihr auf Grund kommerzieller Interessen eher dem Death-Grind-Flagschiff die vermehrte Aufmerksamkeit schenkt. Denn die Verkaufszahlen zu „Unforgivable“ dürften sich im überschaubaren Rahmen halten. Wütender (Post-)Hardcore/Punk, D-Beat, Powerviolence oder Crust in einer beinahe unbeschreiblichen Suppe des abgrundtiefen Hasses ist nicht unbedingt etwas für jedermann und somit auch nicht Kassenschlager Nummer eins. Von der Außenwirksamkeit des Namens WEEKEND NACHOS mal abgesehen, denn wer schon böse mit Musik schockieren will, braucht auch eine Band mit bösem Namen.
Dennoch gelingen den NACHOS einige sehr gute, düstere und verzweifelte Stücke, wie „Nights„, „Balance Of Power“ oder „Unholy Victory„. Da vergisst man fast, dass die anderen Songs stellenweise noch etwas arg unentschlossen und wirr klingen, irgendwo zwischen Grindcore und Doom, fett groovend, hektisch böllernd und langsam schleppend.

Doch auch wenn „Unforgivable“ ordentlich den Frust der WEEKEND NACHOS von der Seele böllert, und Freunde von Unlearned oder Magrudergrind sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen, so werde ich mich wohl lieber an nihilistischeren und konsequenteren Bands und Alben gütlich tun, wenn mir nach totalem Hass und verzweifelter Zerstörung ist. So sei gesagt: Liebes Relapse, nun sei dir verziehen. Die WEEKEND NACHOS sind nicht unbedingt schlecht, nur eben noch reichlich ungestüm und irgendwo zwischen den Stühlen. Kapitän: Bitte noch einmal „Nights“ und danach eine Platte von Massmörd, danke!

[rating:3.5]

Infos:
Relapse Records / 04.09.2009
CD – 12 Lieder / 24:22 Min.