The Atlas Moth – A Glorified Piece Of Blue Sky

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The Atlas Moth - A Glorified Piece Of Blue Sky
Beim Bandnamen lacht dem Hobby-Entologen in mir das Herz. THE ATLAS MOTH, zu deutsch der „Atlasspinner“, ist die größte Motten-Art der Welt. Doch mit tropischem Getier hat „A Glorified Piece Of Blue Sky“ nicht viel zu tun. Wie das Cover schon andeuten Mag, wird es ziemlich spacig in den nächsten 45 Minuten. Nicht nur in den Texten, die Orion, Merkur und Venus besingen und auch nicht nur in den leichten Drone-Samples, die die Songs vom Debüt-Album der Band geschickt miteinander Verbinden und in herrlich abgehobene Atmosphäre kleiden. Nein, sondern auch in den Liedern selber bricht an einigen Stellen eine ziemlich sphärische Stimmung durch, träumend von anderen Welten – mal sehnsüchtig, mal melancholisch, mal depressiv und verzweifelt.

Dabei macht THE ATLAS MOTH genau das, was mir gefällt: Sie scheißen was auf Trends und lassen sich nicht in eine Schublade sperren. Zugegeben, das macht es nun mir als Beschreiber der Musik schwer, das gehörte in Worte zu fassen. Man könnte es eine eigenständige Mischung aus Stoner, Doom und Sludge nennen. Mal wütend und fett walzend, mal ruhig und verklärt, mal rockig in bester 70er Manier, mal dreckig wie ne Waldsau. Und trotz aller Fassetten immer homogen und wie aus einem Fluss, dass die dreiviertel Stunde Spielzeit von „A Glorified Piece Of Blue Sky“ zu keiner Zeit langweilig wird! Verzweifelte Schreie treffen auf wütende Shouts und verträumten, klaren Gesang. So kraftvoll die Musik ist, so langsam spielen die Jungs auch ihre Songs, was schlussendlich der Atmosphäre wieder zu gute kommt.

THE ATLAS MOTH machen mit wenigen, dafür sehr effektiven Mitteln mitreißende Musik mit Köpfen und Phantasie, dennoch wütend und aggressiv, mit bodenständigem Groove und spaciger Atmosphäre. Große Bilder von weiten Galaxien und zornigen Menschen – und das auf nicht mal einer Stunde packender Musik!

[rating:5]

Infos:
Candlelight Records – 21.09.09
CD – 8 Lieder / 49:51 Min.