Spasm – Paraphilic Elegies

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Spasm - Paraphilic Elegies
Willkommen zurück in Tschechien, dem Land des Grindcores und der sexuell Perversen mit ungewöhnlichen Paraphilien! So könnte ich eigentlich die Kritik zu SPASMs „Paraphilic Elegies“ stehen lassen und geneigter Fan ist voll im Bilde. Doch so einfach mache ich es mir nicht, ein paar mehr Worte verdient die CD auf jeden Fall!

Die Tschechen haben einfach den Längsten, wenn es um groovigen, brutalen Gore/Porn/Normalo-Grind mit Gurgelvocals und hohem Tanzbarkeitsfaktor geht. SPASM machen da auch keine Ausnahme und sind irgendwo zwischen Ahumado Granujo, CBT und Destructive Explosion Of Anal Garland anzusiedeln. Rumpel-Polka trifft auf bretternde, wenn auch vergleichsweise humane Blastbeats und der „Gesang“ gurgelt, röchelt, quiekt, bree-t was das Zeug hält und überrascht an vielen Stellen mit angenehmem Abwechslungsreichtum. Ähnlich sieht es auch mit der Musik aus, immer wenn man gerade denkt, nun hat man Schema „F“ erkannt, Wechsel zwischen Ufta und Blastbeats, kommt ein richtig fetter, groovender Midtempo-Teil ins Spiel, der oftmals einen Oho-Effekt zum schon ordentlichen Lied hinzufügt.
Zu den unterhaltsamen eigenen Songs gibt es ein obligatorisches GUT-Cover („Perpetual Sperm Injections„) und – nun bitte aufpassen – von den Lieblings-Pop-Lesben der Tschechen T.A.T.U.Loves Me Not“ – ungewöhnlich, aber funktioniert in diesem Umfeld erstaunlich gut. Auch wenn der Groove nicht mit den anderen Songs mithalten kann, bleibt das Lied nachhaltig im Kopf kleben und hinterlässt auf jeden Fall eine Erinnerung an SPASM!

Kritischster Aspekt bei „Paraphelic Elegies“ ist – wie so häufig im Porngrind – die „lyrische“ Seite. Sicherlich hat ein Fan dieser Stilistik eh schon einen ziemlich derben Humor und kann das Besungene von der bitteren Realität trennen. Aber ich kann mir durchaus auch vorstellen, dass nicht jeder „Paedophilic Kindergarten Party“ so knorke finden mag. Sei’s drum, wenn man mal beide Augen und den Arsch vor so einer Ladung politischer Unkorrektheit zudrückt, gibt es ordentlich tanzbare Musik, bei der auch der ordentliche Anteil an Stumpfsinn nicht sonderlich stört. Selbst, dass bei SPASM keine Gitarren, sondern nur ein ultra-übel verzerrter Bass die Melodien furzt, fällt gar nicht auf, haha! Schade, dass Ahumado Granujo kapott sind. Sonst wäre das ein geniales Tanzkaffee: CBT, Ahumado und SPASM

[rating:4.5]

Infos:
Rotten Roll Rex – 2009
CD – 21 Lieder / 30:18