Hypnosis – The Synthetic Light Of Hope

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Hypnosis - The Synthetic Light Of Hope
In Frankreich scheinen die Uhren anders zu ticken. Doch was im Black Metal wie bei Way To End, Blut Aus Nord oder Glorior Belli scheinbar wunderbar funktioniert, frischen Wind in diese Stilistik bringt und sie somit auch für Fans außerhalb dieser Schublade interessant macht, muss nicht unbedingt auf andere Genre ebenso anwendbar sein. So ist es der Fall bei HYPNOSIS, die bereits seit 1993 im Untergrund umhertollen und eine abgedrehte Mischung von Extreme Metal um Death und Thrash herum spielen. Nun gut, benennen wir „abgedreht“ mal etwas genauer: Spaciger, keyboardlastiger Death/Thrash Metal, der ab und zu mit klarem Frauengesang nerven muss.

Und im aktuellen Fall schimpft sich das klangewordene Ergebnis dieser Mischung „The Synthetic Light Of Hope“ und wurde bereits 2008 alleine auf dem französischen Markt über Great Dane veröffentlicht. Nun erfolgt der weltweite Release im Oktober über Dark Balance und der Album-Titel ist Programm: Synthetik, wohin das Ohr nur hört. Nette Ideen für düstere Riffs und fette Klangteppiche haben HYPNOSIS weiß Gott. Doch spätestens wenn die vollkommen technoiden Keyboards anfangen weiß ich nicht mehr, ob ich auf einer Gothic/EBM-Party, dem Geburtstag von H.P. Dexter oder auf der Kommandobrücke der Enterprise bin. Und wenn dann noch zu allem Überfluss die Bass-Tante ihre Klappe aufmachen muss (ich hoffe, die weiblichen Vocals kommen von ihr und nicht von einem der Gitarristen!), vergeht mir gänzlich der Spaß. So gut und aggressiv die Growls sind, so seicht und austauschbar ist hier der klare Gesang.
Auch wenn die Riffs und einige der Songstrukturen sehr nett sind, kann ich aber den technischen, und extremen Anspruch, der oftmals um HYPNOSIS erhoben wird nicht ganz nachvollziehen. Ohne die absolut spacigen Keyboards würde die Band wohl im Meer an anderen Death/Thrash Kapellen einfach nur in Belanglosigkeit ersaufen.

Ich für meinen Teil habe mit Way To End wesentlich anspruchsvolleren, extremeren Kram aus Frankreich gefunden und brauche diese Elektro-Klimpereien nicht wirklich. Wer aber schon Spaß an Killing Spree oder Despise & Conquer hatte, aber noch mehr Scooter vertragen kann, darf gerne ein Ohr nach Frankreich halten. Aber wer dann nachher einen Staubsauger auf dem Rücken und eine Trillerpfeife im Mund hat, darf nicht heulen!

[rating:2]

Infos:
Dark Balance – 05.10.2009
CD – 9 Lieder / 40:49 Min.