12.09.2009 – Darkness Over Aachen

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2009-DarknessOverAachenInfos:
Samstag, 12.09.2009 / AZ, Aachen
Eintritt: 5 Euro
Einlass: 20:00h
Beginn: 21:00h

Bands:
Havocate, Nailed To Obscurity, Discreation

Metallische Konferenz im beschaulichen Aachen: HAVOCATE aus Eschweiler bei Aachen, DISCREATION aus Hanau bei Frankfurt am Main und NAILED TO OBSCURITY aus Esens bei nichts relevantem kamen an diesem Abend zusammen, um den großen Raum im kleinen AZ zu rocken. Organisiert wurde alles von René „Eastfrisean Steel„, also far far away von zu Hause. Schade, dass dieses Ereignis dann von gerade etwas mehr als 30 zahlenden Gästen besucht wurde! Doch das ostfriesische Stahl gab sich außergewöhnlich gelassen und so begann der Abend mehr oder weniger pünktlich um 21h.

Wie so oft durften die lokalen Newcomer HAVOCATE eröffnen und man sollte meinen, dass sie im AZ quasi ein Heimspiel abliefern könnten. Doch scheinbar hatte die etwas größere Bühne im dennoch abgehängten großen Saal die drei Jungspunde etwas verunsichert. Gitarrist Erik unterliefen einige Ausfälle an der Gitarre und auch insgesamt wirkte die Band nicht sonderlich tight. Schade, denn wir haben HAVOCATE schon deutlich stärker gesehen und mit etwas mehr Publikums-Interaktion zwischen den Songs von Bassist und Sänger Henning hätte man noch etwas retten können. So gab es unter der gewohnten Qualität alte und neue Songs, von denen besonders „Pay Off“ mehr als positiv im Gedächtnis blieb. Doch was auf einmal ein Breakdown-Part in einem der neuen Lieder verloren hat, weiß wohl nur der Toifel persönlich! Bitte solchen modernen Trend-Schabernack in den kommenden Stücken vermeiden, danke!
Trotz der Tatsache, dass dieser Auftritt nicht die Glanzleistung der Band war, war der Raum mit dem Opener noch am besten gefüllt und die Fans in der ersten Reihe versuchten sich, soweit Möglich, an guter Stimmung.

Doch gute Stimmung bei nur einer Hand voll Nasen im Publikum zu erzeugen ist verdammt schwer. Dies sollten leider auch die nun folgenden NAILED TO OBSCURITY erfahren, die musikalisch nach den geradlinigen und sehr thrash-lastigen Havocate einen schwereren Start hatten. Mit doom-orientiertem Death Metal, der oftmals Atmosphäre der Härte und Geschwindigkeit vorzieht, genoss die Band aus Esens einen Sonderstatus an diesem Abend, der aber durchaus beim Publikum gut ankam. Auch wenn gegen Mitte des Sets einige Längen in den Songs den Raum wieder etwas mehr leerten, konnten viele Stellen bei den Anwesenden ein gebanntes Kopfnicken verursachen und haben den ein oder anderen Gast auch zum spontanen CD-Kauf bewegt.
Ein recht träumerischer Moment an diesem Abend, der im verträumten Aachen eine klare Duftnote hinterlassen konnte.

DISCREATION sind schon etwas länger im Geschäft und wenn ich mich recht erinnere, habe ich die Band 2003 auch schon mal in Köln bei den Jungs von Guerrilla zu Gast gesehen. Damals war ich noch eher gespaltener Meinung zur etwas unentschlossenen EP „The Great Curse„, hatte die Band an diesem Abend schon einen geradlinigeren Kurs. Zur Promotion des kommenden Albums, das aktuell komplett auf der Myspace-Seite der Band zum Anhören ist, gab es entsprechend viele neue Songs. Mal fett groovend mit rollender Doublebass, mal mit Blastbeats auf die Fresse, mal leicht verspielt mit zweistimmigen Gitarren-Linien legte das Quintett einen ordentlichen Auftritt ab. Solide, aber leider nichts besonderes. Trotz relativ guten Sound für das AZ und guter Ideen in den Liedern, blieb kaum eine der Ideen und kleinen Harmonien im Kopf kleben und konnte auch nur gut 20 Leute im Saal halten. Doch die Anwesenden im Raum fanden die Darbietung durchaus passabel und genossen das Spektakel, was sich alleine schon durch das Stage-Acting von den anderen Acts des Abends abhob und neben tightem, geradlinigem Spiel auch was fürs Auge bot.

Gegen 01:00 h war der Spuk auch schon vorbei und die anwesenden Gäste schienen sichtlich zufrieden und genossen noch redseelig ein oder zwei Bier, bis man kurze Zeit später aus dem Autonomen Zentrum gekehrt wurde. Selbst Punker brauchen mal Schlaf, haha! An dieser Stelle geht ein dickes Danke an den Ostfriesen-René, der den weiten Weg, Mühen und Risiko auf sich genommen hat, um bei uns vor Ort ein Konzert aufzuziehen! Schade, dass nur so wenige Leute da waren, denn trotz genannter Kritikpunkte war der Abend kurzweilig und unterhaltsam!
Die Nacht an sich sollte für mich noch lang werden. Doch das ist eine andere Geschichte…