Nothin‘ Suss / Queef Huffer – Split-CD

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NOTHIN' SUSS - QUEEF HUFFER - split-CD
Porngrind-Vollbedienung aus dem Hause Rotten Roll Rex: NOTHIN‘ SUSS aus Australien und QUEEF HUFFER aus Florida lärmen knapp eine Stunde auf der gemeinsamen Split-CD. Und erfreulicher Weise trauen sich beide Bands auch mal vom Gaspedal zu gehen und böllern nicht nonstop im Highspeed zum Harmonizer-Geblubber!

NOTHIN‘ SUSS eröffnen die knappe Stunde Porno-Lärm. Der Band-Name ist australischer Slang und steht für „Nothing Suspect“ – also „Nichts verdächtiges“. Und bei genauem Hinhören ist die Musik auch nicht sonderlich verdächtig. Wie schon angedeutet, geht es das Quartett (zum Zeitpunkt der Split waren es vier) bei ihren Songs „langsamer“ an und klingen an manchen Stellen sehr stark nach einer Light-Variante von CBT. Leider ohne den fetten Groove der bayrischen Dampfwalze dabei richtig auf den Kessel zu bekommen. Dafür scheint man an manchen Stellen etwas an sehr späten Carcass geschnüffelt zu haben, wenn in „Broken„, „Part 2 (Dead And Burried)“ oder „From Behind“ rudimentäre Ansätze von deren Breaks und Melodien in den Liedern erkennbar sind.
Angenehm muss man an dieser Stelle den Harmonizer hervorheben, der auf einem recht moderatem Level blubbert und mehr oder weniger die Stimme in einer anderen Tonlage doppelt. So passt der Gesang sehr gut zur ebenfalls recht moderaten Musik, denn für krasses Unkenrufen wie bei CBT ist der Sound wirklich nicht fett und groovend genug. Im Gegenteil, der Sound ist wohl der größte Knackpunkt an „Suspect“ (so heißt übrigens die Split-Seite von NOTHIN‘ SUSS). So habe ich anfangs gedacht, dass die Drums vom Computer kämen – klingt also nicht sonderlich gut, sondern mehr nach in der Kloschüssel aufgenommen. Dafür hat man die Vocals wohl echt in einer Toilette eingesungen, haha!
Doch so schlecht ist die Split-Hälfte nun nicht, wie es vielleicht anklingen mag! An manchen Stellen, wie den von Carcass beeinflussten Melodien und in so coolen Songs wie „Mista Fista“ oder „Regardless“ macht „Suspect“ richtig Spaß. Doch leider wird über die ganze halbe Stunde Spielzeit nicht wirklich hoher Unterhaltungswert geboten – was u.a. am Sound liegt. So bleibt ein leicht über durchschnittlicher Beitrag, der von NOTHIN‘ SUSS ebenfalls als eigene EP unter gleichem Namen veröffentlicht wurde.

[rating:3]

Das Cover und der Titel der „Seite“ von QUEEF HUFFER lassen nicht gerade viel hoffen. Hentai/Cartoon-Massaker mit ein paar Möpsen und dann heißt das Teil auch noch „Infatuation With Vaginal Flatulence“ – nebenbei: „Queef“ heißt Mösenfurz, also auch „Vaginal Flatulence“. Da erwartet man doch schon richtig üblen Porngrind, oder? Doch dann kommt mehr oder minder die angenehme Überraschung: Nach dem obligatorischen Intro geht „High On Queef“ erstmal richtig langsam los. Zwar setzt dann ein richtig übler Harmonizer mit ein und später bricht das Lied auch in einen typischen Blastpart aus, aber tendenziell traut sich QUEEF HUFFER richtig langsam, und dadurch ultra böse zu sein! So entwickelt sich „Infatuation With Vaginal Flatulence“ auf einmal zu einem abwechslungsreichen Stück oldschool Death Metal, der an manchen Stellen in alten Grindcore der Marke Terrorizer ausbricht und ab und zu mal pro forma Porngrind mit einbringt. Zwar dürfte der derbe Pitchshifter-Gesang nicht jedem Gefallen, aber er passt wunderbar zu den düsteren und bösen Gitarren. Zugegeben, Originalitätspreise wird QUEEF HUFFER nicht gewinnen, denn einige Riffs sind schon ziemlich schamlos geklaut, aber Spaß macht die Sache dennoch! Das einzige, was mich etwas nervt, sind die leider obligatorischen Intros, die stellenweise durch den kruden Humor etwas befremdend zur Musik wirken.
Dieses dreckig fiese Teil wird bei mir wohl dennoch häufiger, unabhängig vom Split-Partner, in meiner Anlage rotieren!

[rating:4]

Auch wenn die zweite Hälfte der Split-CD einen sehr guten Eindruck auf mich hinterlassen hat, so ist knapp eine Stunde Harmonizer-Lärm schon ziemlich anstrengend. Auf der anderen Seite sind das zwei vollwertige Alben, bei dieser Spieldauer. Und für gerade mal 8 Euro über Rotten Roll Rex ist das mehr als Value for Money. Besonders für QUEEF HUFFER kann ich meine Empfehlung an den geneigten Todesbleier aussprechen, der mit Fäkaltexten und Frauenverachtung kein Problem hat, haha!

Infos:
Rotten Roll Rex – 2009
Split-CD – 28 Lieder / 57:35 Min.