Havok (US) – Burn

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Havo - Burn
Achtung, Verwechslungsgefahr! Heute läuft man bei der Masse an Bands ja häufiger Gefahr, dass man sich einen Bandnamen aussucht, der bereits vergeben ist. So darf man die jungen HAVOK aus den USA nicht mit den deutschen Havok verwechseln, denen wir vor einiger Zeit ein Review zu „Rebuilding Sodom“ geschrieben haben.

Die 2004 gegründeten HAVOK aus den Staaten haben mit Death Metal auch gar nichts am Hut. Hier handelt es sich um eine dieser jungen Thrash Metal Bands, die hauptsächlich aus lateinamerikanischen Jugendlichen besteht und dem alten Thrash Metal der Bay Area-Schule huldigt. Wie auch ihre Mitstreiter Bonded By Blood oder Warbringer bolzt das junge Quartett ziemlich zügig und mit genügend ungezügelter Aggression durch ihre Songs, dass es einem doch glatt egal ist, dass dieser Stil Mitte der 80er eigentlich mal angesagt war. Denn angestaubt klingt „Burn“ zu keiner Sekunde! Eher das Gegenteil ist der Fall, durch ordentliches technisches Können und ein unglaubliches Gespür für gutes Songwriting sind eigentlich alle 12 Lieder Hits! Dabei hört man sicherlich an manchen Stellen ordentlich die Helden wie alte Metallica oder Megadeth aus den Liedern heraus. Doch gerade die Einflüsse von Mustains Band verschaffen HAVOK an den richtigen Stellen eine düstere und böse Atmosphäre. Man hat eigentlich immer das Bild eines ziemlich kurz angeleinten Pitbulls vor Augen, wenn man Lieder wie „Ivory Tower„, „Path To Nowhere“ oder „The Root Of All Evil“ hört. Und die immer wieder auftauchenden Gangshouts animieren zum Mitbrüllen, ob man nun will oder nicht.
Neben aller Aggression kommt auch genügend Progression zum Einsatz, so dass die Songs nie zu stumpf oder langweilig klingen. Mal ein akustischer Teil in „Identity Theft“ oder erstmal – genretypisch – tausend Riffs und Teile verballern, bevor man überhaupt die erste Strophe beginnt, wie im Opener oder dem folgenden „Path To Nowhere„. Doch trotz aller Verspieltheit besitzen die Lieder immer wieder super eingängige und mitreißende Riffs und Hooklines, die definitiv im Gehör bleiben und einen sehr hohen Wiedererkennungswert erzeugen, wie im Übersong „Morbid Symmetry„.

Auch wenn ich eigentlich kein Thrash-Fan bin, aber „Burn“ hat mich verdammt nochmal aus den Stiefeln gehauen! Catchy Songs, geile Riffs und ungezügelte Aggression. Für mich sind HAVOK definitiv DIE neue Bay Area Thrash Metal Band, noch vor Warbringer und Bonded By Blood, die heute locker einige ihrer Helden alt aussehen lassen können – und das in mehrfacher Hinsicht. Großartige Scheibe, die eigentlich Pflicht in der gepflegten Metal-Sammlung sein sollte!

[rating:5.5]

Infos:
Candlelight Records – 30.08.2009
CD – 13 Lieder / 49:01 Min.