Bitch Infection / Anus Tumor – Split-CD

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Bitch Infection - Anus Tumor - split CD
Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich nicht unbedingt jede CD auch auf der Arbeit hören sollte! Spätestens die sehr irritierten Blicke meiner Kollegen im Büro bei den Stöhn-Intros von Porngrind rufen mir in Erinnerung, dass diese Stilistik doch nicht unbedingt auf allgemeine Popularität oder Verständnis trifft… So auch im Fall der Split-CD von BITCH INFECTION und ANUS TUMOR aus dem Hause Rotten Roll Rex.

Die „Seite“ von des Duos von BITCH INFECTION heißt „Porn Delusions“ und wird passend auch mit einer Latex-Tante mit Gasmaske optisch dekoriert. Was kann man musikalisch erwarten? Richtig, Drum-Computer Porngrind mit Harmonizer-Vocals. Gerade in den groovigen Momenten (Porngrind muss grooven, sonst ist er nur langweilig), kommen ein paar unterhaltsame Sekunden bei rum, wie in „Freaky Virgin“ oder „Bitch Killer Syndrome„. Doch so Nummern, wie „Oral Request 31„, die eigentlich nur noch aus Krach bestehen, mindern den Hörgenuss deutlich. So kommt es, dass „Porn Delusions“ vielleicht 5 Minuten am Stück Spaß macht und dann sicherlich schnell einer anderen CD weichen muss.

[rating:2]

Der Zellwuchs Stoppt“ ist schon irgendwie ein kaputter Titel, aber dennoch finde ich ihn amüsant. So heißt nämlich die Splithälfte von ANUS TUMOR und direkt der erste Song von dieser. Leider leiden die Songs unter dem ultra-üblen Drumcomputer Sound, der mich spätestens nach 2 Sekunden richtig nervt! Eigentlich schade, denn entgegen der Genre-Klischees kreischt All-In-One-Member Dan Of The Dead fies, fast schon schwarzmetallisch. Und viele der Riffs sind verdammt böse, düster und auch absolut nicht Porngrind! Lediglich „Bis Zum Kollaps“ und „Werkzeugkammer“ haben typischere Riffs und den Harmonizer-Gesang. „An Example In Daily Dismemberment“ klingt leider auch sehr inhomogen, dafür wird der der geneigte Fan mit dem Meat Shits-Cover „Sex Not War“ entschädigt.
An und für sich ist „Der Zellwuchs Stoppt“ durch den kranken Keifgesang und die bösen, gemeinen Riffs die ideale musikalische Interpretation von „Last House On The Left“. Doch leider fällt das Teil für mich komplett aus der Akzeptanz, weil der Drumcomputer eben so was von unter aller Sau ist. Schade! Wenn der Dan aber einen Drummer gefunden hat, oder sich eine neue Kiste von Roland gekauft hat, werde ich bestimmt nochmal in ANUS TUMOR reinhören!

[rating:2.5]

Letztlich ist es beim Porngrind immer so eine Sache: Love it or hate it! Wo für viele der gute Geschmack meist schon beim Bandnamen endet, finden andere gerade gefallen an der primitiven Blubbermucke. Und da bieten ANUS TUMOR mal eine sehr angenehme Abwechslung, die dem geneigten Fetischisten sicherlich gut schmecken wird. Doch für Leute mit musikalischem Anspruch fällt diese CD definitiv nicht in die nähere Beachtung…

Infos:
Rotten Roll Rex – 2007
Split-CD – 20 Lieder / 36:32 Min.