The Boy Will Drown – Es ist einfach irgendein Name…

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Vier junge, hässliche Briten? Mit denen mache ich doch glatt ein Interview! Was? Musik machen sie auch? Joa, könnte eine Ausgangsbasis sein! Besonders, nachdem „Fetish„, das Debüt-Album der Band direkt auf Earache-Records erschienen ist, und mich mit dem frischen, innovativen Mix aus Grindcore, Deathcore, Metalcore und technischem Death Metal richtig aus den Schuhen gehauen hat! Drummer Ed stand mir Rede und Antwort…


Hallo! Nachdem Earache mir gesagt hat, dass jeder in THE BOY WILL DROWN Interviews beantwortet, und ich mir einfach einen aussuchen solle, habe ich mir gedacht, ich überlasse einfach mal alles dem Zufall, haha! Also, wer bist du, der Glückliche, der meine Fragen beantworten darf? Was machst du bei THE BOY WILL DROWN und wer sind deine Spielkameraden bei der Truppe? Erschlag‘ unsere Leser mit einer kurzen Band-History!

Band01Mein Name ist Ed und ich bin der Schlagzeuger bei THE BOY WILL DROWN. Liam ist unser Gitarrist, James unser Bassist und Tom unser Sänger. Wir haben uns im Juni 2006 gegründet, nachdem wir in einigen Bands waren und bisher ziemlich „normalen“ Heavy Metal gespielt haben. Wir alle suchten eine Veränderung, eine Herausforderung und gründeten dadurch THE BOY WILL DROWN.

Zunächst einmal: Ich bin ziemlich beeindruckt von eurem Debütalbum „Fetish“! Das Album verbindet bekannte Elemente des Metalcores, wie die Breakdowns, technisches Riffing vom Deathcore und einige Einflüsse, die ich sonst nur aus dem Post-Rock oder Post-Hardcore kenne. Das Ergebnis ist heavy, extrem und irgendwie erfrischend. Wie würdest du eure Einflüsse und Musik beschreiben? Ich weiß, es ist eine ziemlich standardisierte Interviewfrage, aber für eine so junge Band mit einem ziemlich furiosen Stil, wie ihr es seid, ist sie immer noch passabel, haha!

Ich denke, wir ziehen unsere Einflüsse aus verschiedener Musik und verschiedenen Genren. Wir wollten nicht wie eine bestimmte Band klingen oder die technischste Band sein, sondern wir wussten nur, welchen Sound wir mögen. Und aktuell ist das technischer Death Metal und Grindcore.

Würdest du mir zustimmen, wenn ich sage, dass „Fetish“ diesen typisch britischen Charme hat? Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, aber da sind einige Stellen, die klingen so sehr nach einer britischen Band… Vielleicht ist es dieses bekannte Happy-Happy-Joy-Joy Ding, haha!

Haben die Briten überhaupt so was wie Charme? Haha, ich weiß es nicht! Es gibt Teile in unseren Songs, die ziemlich überraschend auf einmal aus dem Nichts erscheinen und dann später wieder Platz für Geschwindigkeit und Heavyness machen. Aber es war nicht gedacht, dass ein britischer Charme dadurch entsteht, haha!
(Vielleicht, um es doch mal in Worte zu fassen: Sowohl The Smiths, Raging Speedhorn, Black Sabbath wie nun auch THE BOY WILL DROWN haben einfach diesen gewissen Vibe, der scheinbar einzigartig bei den Briten herrscht… Schwer zu erklären, wenn man es nicht hört… Anm. d. Verf.)

Was denkst du über Genre-Einteilungen? Glaubst du, THE BOY WILL DROWN passt in eine Schublade wie Metalcore, Deathcore oder technischen Death Metal?

Das ist schwer zu sagen. Es gibt Teile in unseren Liedern, da kann man eine Einteilung aus dem Stehgreif machen…. Da ist zum Beispiel DEFINITIV ein Grindcore-Einschlag. Aber im Allgemeinen kannst du das, was wir spielen, nicht in einer Schublade ab handeln.

Habe ich erwähnt, dass euer Album mich etwas mehr für diese Metalcore-Geschichte geöffnet hat? Zuvor konnte ich all diese Breakdowns und typischen Breaks dieses Genres nicht ertragen. Glücklicherweise benutzt ihr diese Elemente aber recht selten, haha! Wo wir aber einmal über Metalcore sprechen, euer Bandname ist ziemlich atypisch für den Heavy Metal, dafür aber komplett im Stil dieser *core-Bands! Warum habt ihr THE BOY WILL DROWN gewählt und was wollt ihr damit aussagen?

Wir hatte ziemliche VIELE Fragen über unseren Bandnamen, aber die Antwort ist wirklich nicht so spektakulär. Es ist wörtlich zu nehmen einfach irgend ein Name. Es gibt keine tiefere Bedeutung darin. Wegen dieser Breakdowns, wir haben die irgendwann mal geliebt, so wie jeder sie wohl mal mochte (Nein, nicht jeder! – Anm. d. Verf.), aber unsere Palette hat sich verändert. Ich denke unser neues Zeug wird keine Standard-Breakdowns mehr haben.

Band03Wie wir alle wissen, gibt es ein paar bestimmte Regeln im Heavy Metal. Lange Haare, schwere Stiefel und Lederjacken sind ziemlich essentiell um der böse Junge zu sein. Habt ihr wegen eurer Outfits schon mal mit irgendwelchen Vorurteilen zu kämpfen gehabt? Ich meine, Flesh-Tunnel, kürzere Haarschnitte und randbetonte Brillen sind nicht unbedingt passend zum Klischee… Und wie die siehst, ist mir euer Erscheinungsbild eine Frage im Interview wert, haha!

Unser allererster Auftritt war auf einem UK-Indoor-Festival mit Namen Bloodstock und wir wurden runter gemacht wie ein Scheiße-Sandwich! Die Leute haben uns mit „EMO“ beschimpft, nur weil unserer Frisuren anders waren und wir enge Jeans trugen. Obwohl es heute akzeptiert scheint…
(Ich war übrigens immer anders, ich habe lange Haare und habe Camo-Shorts getragen, haha!)

Wenn ich mir eure Songtitel anschaue (leider habe ich keine Texte), scheint ihr euch mit sozialen Themen kritisch auseinander zu setzen: Josef und Elizabeth Fritzl oder Michael Barrymore. Worum gehen eure anderen Texte und was sind eure Einflüsse und Inspirationen?

Wir schreiben viele Lieder darüber, was uns ankotzt. Was Josef seiner Tochter angetan hat, war einfach abscheulich. Und wir dachten, das es ein gutes Thema für ein Lied wäre, eins in zwei Teilen, einer für jede Seiten.
Und bezüglich Barrymore, er mag zwar nicht schuldig gesprochen worden sein, aber was in seinem Haus passiert ist, und was der Junge ihm angetan hat ist wirklich übel. Wir denken, dass er einen starken Anteil an den Geschehnissen hatte und er alle Scheiße, die ihm passiert auch verdient!

Kannst du mir erklären, wie euer Albumtitel zu euren Liedern passt? In Verbindung zum Artwork erscheint das alles wie ein Gesamtkonzept…

Dieser Albumtitel wurde auf unseren Ideenhaufen geworfen, als unsere Lieder noch die alten Titel hatten („Lactating’s Only Funny When it Curdles“ ist nun „Akura-Class“) und irgendwie waren alle unabsichtlich in irgendeinem Bezug zu Sex und sexuellen Taten, also hat es irgendwie Sinn gemacht. Wir haben einige Songtitel geändert, weil wir das ganze zufällige/komische nicht mehr mochten und einen etwas erwachseneren Sound wollten. Aber wir mochten immer noch den Album-Titel, also haben wir ihn gelassen.

CoverIch mag euer Artwork. Es sieht leicht ausgebleicht aus und wirkt irgendwie etwas deprimierend. Wer hatte die Idee dazu, und wer hat es umgesetzt? Kannst du mir erklären, wie der Fetisch Necrophilie und Rosen korrespondieren?

Eyeball Begley hat unser Artwork gemacht und ich denke, wir könnten nicht glücklicher sein! Soweit ich weiß, haben wir nicht wirklich irgendwelche Vorgaben gemacht, wir haben ihm einfach freie Hand gelassen und es hat sich ausgezahlt!

In Zeiten von MP3 ist es mehr als erfreulich, dass eine Junge Band ein Digipak mit Bonus-Song auf den Markt bringt! Wer hatte da die Idee? Earache oder ihr? Ich finde, die Dimensionen des Digipaks passen wunderbar zur Ausdehnung des Artworks, oder umgekehrt, haha!

Earache mag es immer, CDs so gut wie möglich zu verkaufen (irgendwie doppeldeutig, gell? – Anm. d. Verf.) und sie lieben so Sachen wie Extra-Lieder, Sticker, Poster oder aufklappbare Artworks, also all der Kram, der Leute davon abhält, die Sachen aus dem Internet zu ziehen.
Es war also irgendwie eine gemeinsame Entscheidung und ich bin froh, dass wir diesen Weg gegangen sind!

Band02

Nebenbei, wie fühlt es sich an, das Debütalbum bei einem so großen Indie-Label wie es Earache ist zu veröffentlichen? Ich meine, die Jungs ermöglichen euch eine Menge Möglichkeiten, die ihr bei einem anderen Label nicht gehabt hättet, z.B. das Digipak. Wie seid ihr in Kontakt gekommen und wie läuft die Zusammenarbeit?

Letztendlich waren es Earache, die uns eine Nachricht über Myspace geschrieben haben. James hat es gelesen und uns UNVERZÜGLICH informiert, und wir haben uns alle vor Freude bepisst. Wir lieben die meisten ihrer Bands seitdem wir Kinder waren und die Möglichkeit schien zu gut, um sie nicht wahrzunehmen.

Habt ihr irgendwelche Pläne für die Zukunft? Eine Vinyl-Veröffentlichung? Neue Lieder schreiben? Nach Deutschland kommen und meinen Arsch treten? Oder einfach nur noch Auflösen, weil ihr euer Ziel erreicht habt und ein Album bei Earache veröffentlichen konntet? Haha!

Wir waren sogar schon in Deutschland, wir haben eine Tour mit Mindtrap gespielt und es war großartig! Jeder war wirklich sehr gastfreundlich und wir würden gerne nochmal zurück kommen!
Yeah, wir schreiben gerade neue Songs, experimentieren etwas mit neuen Sounds und versuchen einfach nur open minded zu sein und abzuwarten, was da kommt. Eine Vinyl-Veröffentlichung wäre das Nonplusultra, oder vielleicht versuchen wir die Kassette wieder zurück zu bringen, haha!
Aber wir haben definitiv KEINE Absicht und aufzulösen!

So, genug Fragen für eine so junge und moderne Band wie ihr es seid, sonst werdet ihr noch arrogant, haha! Wie auch immer, ihr habt hervorragende Arbeit auf „Fetish“ geleistet und ich werde euch mit Sicherheit weiterhin beobachten. Dies ist das Ende des Interviews, hier gibt es nun viel Platz und Zeit für dich um ein paar Worte an unsere Leser, eure deutschen Fans und potentielle neue Zuhörer zu richten. Danke für deine Zeit und Antworten! Ich hoffe, ihr habt noch viel Erfolg mit eurem Debüt! Hier kannst du nun mit deinem Freestyle loslegen:

Wir werden schon nicht arrogant, dafür sind wir viel zu gut. Haha, Witz! Nah, danke fürs Antesten unseres Albums, wir hoffen, dass es jedem gefällt, der mal reinhört und dass ihr dann zu unseren Shows kommt… Kommt vorbei und sagt „Hallo“, und wir haben dann ein paar Drinks zusammen!


Interview: Chris (Necroslaughter) / Ed (Drums @ The Boy Will Drown) · 31.05.2009 / 19.07.2009

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