Stillbirth – Plakative Aggression

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Stillbirth - Plakative Aggression
STILLBIRTH gibt es bereits seit 10 Jahren. Doch scheinbar lief nicht alles so bei den Jungs, wie man es sich gewünscht hätte, denn die erste offizielle Veröffentlichung erblickt erst gegen 2004 das Licht der Welt. Weitere vier Jahre später erschienen noch zwei Splitveröffentlichungen und dieses Jahr erscheint Album Nummer zwei der Truppe aus Bilstein, NRW.

Auch wenn das Alter der Band vielleicht einen etwas klassischeren Stil vermuten lässt, gibt es auf „Plakative Aggression“ newschool wie Hölle! Hier werden Elemente aus fast allen aktuell modernen Richtungen der brutalen und extremen Musik vermengt. Brutal Death/Slam Death trifft auf Hardcore/Beatdown und leichte Spritzer Death-Grind/Grindcore. Wie man bei einer so trendigen so angesagter Musik vermuten kann, klingen viele der Lieder ziemlich prollig. Doch denke ich bei Liedtiteln wie „Riot auffe Bühne„, „You Look Like Your Parents Were Sibblings“ oder „Steuerklasse 1 und keiner sagt Danke“ (Wohl der Titel des Jahres!), dass die Band sich selber nicht so ganz ernst nimmt und bewusst einen auf dicke Hose macht.
Zugegeben, diese ziemlich Breakdown-lastige Interpretation von Slam/Deathcore, oder wie immer man das nun nennen will, geht mir schon nach dem dritten Lied ziemlich auf die Nerven. Dabei verstecken sich aber dennoch sehr gute Ideen in den Liedern! Wenn etwas der Hardcore aus den Liedern genommen wird, und man etwas aus dem schleppenden Groove in schnellere Geschwindigkeiten los prescht, sind „You Look Like Your Parents Were Sibblings“ oder „Talkshow Brawl“ ziemlich nette Grind-Klopper. In ihrem eigenen Stil überzeugt mich „Happy Stillbirthday Party“ vollkommen, das ist insgesamt der beste Song der Scheibe. Doch wesentlich interessanter finde ich die experimentelleren Songs auf „Plakative Aggression„! Die leichten Elektro-Samples in „Individual Related“ passen wunderbar in die Musik und sollten weiter ausgebaut werden, hier kann man sich eine eigene Note verschaffen! Ebenso angetan hat es mir der etwas verspieltere Teil in „OTP„, der mich ein wenig an Cephalic Carnage erinnert.

Potential ist bei STILLBIRTH vorhanden! Die Band darf nur nicht zu sehr auf diese prolligen Slam/Death/Core-Schiene versteifen, weil das aktuell die krasse Scheiße ist. Solange kann ich mich aber nicht sonderlich für „Plakative Aggressionen“ erwärmen. Und ich denke, ähnlich wird es auch vielen Metallern gehen, die bei dem ganzen Core wohl eindeutig den Metal auf der Scheibe vermissen werden…

[rating:2]

Infos:
Rotten Roll Rex – 2009
CD – 15 Lieder / 45:18 Min.