Sound Of Detestation – Sound Of Detestation

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Sound of detestation - Sound of detestation
Eine schwedische Band auf einem australischen Label, das klingt zunächst schon irgendwie ironisch. Doch im Falle von SOUND OF DETESTATION und Grindhead Records ist diese Kollaboration durchaus legitim, passt die noch junge Band qualitativ hervorragend zu den kürzlich besprochenen Code Of Flies. Aber auf dem ersten, selbstbetitelten Album von SOUND OF DETESTATION geht es musikalisch in eine etwas andere Richtung, weniger Death-Grind, sondern viel mehr Grindcore mit einem fetten Crust-Schlag!

Das Ergebnis kann sich mehr als Hören lassen! Wie seinerzeit bei dem Debüt von Afgrund steht mir auch nach den gut 25 Minuten dieser CD erstmal der Mund offen! Mit deutlichem Schlag von Nasum böllert das 2006 gegründete Quartett, dass das Album von 2007 noch zu sechst eingespielt hat, verdammt angepisst durch ihre 17 Lieder und zeigen der Welt, dass sie verdammt viel Wut im Bauch haben! Doch bei aller Aggression verfällt die Band nicht in stumpfe Raserei, sondern überrascht immer wieder mit geschickten Breaks, ein paar Slayer-Zitaten und an manchen Stellen sogar mit ziemlich kalten Black Metal-Riffs. Durch die zwei Sänger auf der CD profitiert der Abwechslungsreichtum der Lieder zusätzlich vom Wechsel zwischen aggressivem Shouting und derben Growls. Die größte Stärke von SOUND OF DETESTATION liegt aber bei den Songs mit überdeutlichem Crust-Schlag. Durch den unglaublich angepissten Schreigesang und die sehr prägnanten, depressiven Melodien sind „Follow The Leader„, „Fallen„, „Lopsedels Prioriteringar„, „Culture“ oder das unglaubliche geile „The Red Light“ einfach mörderische Hits!
Besonders das zweistimmige Riff in „Fallen“ schafft weiteren Ohrwurm-Charakter und lässt bei mir definitiv Verlangen nach Mehr aufkommen! Und damit man auch mal Verschnaufpausen in diesem intensiven Hassklumpen bekommt, scheut die Band sich auch nicht vor zwei Instrumentals zur Entspannung, die aber auch dem dreckig-düsteren Grundcharakter von „Sound Of Detestation“ zu Gute schlagen.

Nun mag es komisch klingen, da das Album bereits 2007 erschienen ist. Aber so (!) habe ich mir das zweite Album von Afgrund vorgestellt! Moderner Grindcore mit unverkennbarem Charakter, dreckiger Wut und der depressiven Verzweiflung des Crusts. Definitiv ein starker Wurf und Pflicht in der Grindcore-Sammlung. Und wenn ich das auf der Myspace-Seite der Band richtig gelesen habe, dürfte der Nachfolger der CD auch sehr bald erhältlich sein. Ich für meinen Teil freue mich und hoffe, dass ich nicht schon wieder eine zu hohe Erwartungshaltung entwickle…

[rating:5]

Infos:
Grindhead Records – 2007
CD – 17 Lieder / 25:20 Min.