Rubufaso Mukufo / Destructive Explosion Of Anal Garland – Split-CD

 , , ,

Rubufaso Mukufo - Destruktive Explosion Of Anal Garland
Haltet mich für antiquiert, anachronistisch oder romantisch. Aber ich bin der Meinung, das wohl prädestinierte Medium für eine Split-Veröffentlichung ist und bleibt die 7″-Vinyl-Platte. Alleine schon, weil dort auch physikalisch die Seiten aufgeteilt sind – außer, wenn man eine so innovative Split-Scheibe fährt, wie My Cold Embrace und Rapture, wo es gar nicht auf Aufteilung ankommt. Und für den Grindcore kommt hinzu, dass die Spielzeit einer 7-Zoll auch passender als die potentielle Spieldauer einer CD ist. Denn selbst ein volles (Death) Metal Album beansprucht in der Regel nur gut etwas mehr als ein Drittel der potentiell vorhandenen 80 Minuten einer CD.
Nun habe ich hier die wirklich liebevoll aufgemachte Split-CD von RUBUFASO MUKUFO und DESTRUCTIVE EXPLOSION OF ANAL GARLAND vorliegen, die sich die kürze der CD (14 Lieder in 16:22 Min.) direkt zu nutzen Macht und die Scheibe etwas „in Form“ bringt. Nein, die Split ist keine Shape-CD, die würden ja nicht in Schubladen von CD-Playern passen und auf Grund der Form auch für Unwucht im Player sorgen. Nein, die CD ist schon normal groß und Rund. Nur die Bereiche, die außerhalb der Landkarte liegen (die übrigens auch auf dem Cover zu sehen ist), sind durchsichtig. Also quasi eine Shape-CD der besonderen Art, ein sehr schönes Stück!

Und musikalisch ist die Split auch mehr als Top! Angefangen mit RUBUFASO MUKUFO, die relativ traditionell drauf los dreschen, aber mit ordentlich Groove und gutem Songwriting überzeugen können. Stellenweise klingen die Songs etwas wie die ernstzunehmenden Passagen von Gronibard, wobei durch den abwechslungsreichen Gesang die Tschechen noch einiges an Bonus einheimsen. Denn die RUBUFASO MUKUFO, die größtenteils aus ehemaligen Mitgliedern der aufgelösten Cerebral Turbulency bestehen, schreien, grunzen, shouten, blöcken in einen Harmonizer und lassen selbst die Nasen-Growls von Ahumado Granujo auf ihrer „Seite“ der Split erklingen. An manchen Stellen überrascht die Band mit ordentlichem Leichenhallen-Vibe, der mit dem dezenten Einsatz einer Cowbell stark nach Carcass riecht.
Durchweg ordentlicher Grindcore, der vielleicht noch etwas einprägsamer sein könnte, aber ansonsten wesentlich geradliniger überzeugen kann, als die ehemalige Ursprungsband der meisten Mitglieder!

[rating:4]

Zu diesem schon ziemlich guten Anfang der Split-CD kommt nun nochmals eine brutale Steigerung! DESTRUCTIVE EXPLOSION OF ANAL GARLAND sind einfach ein gewaltiges Grind-Brett! Hier wird nur mit Harmonizer geblubbert und ordentlich auf die Fresse gekloppt! Teilweise auch mit nasalem Geröchel und nicht unbedingt immer in High-Speed, dafür unglaublich brutal! Mörderische Riffs, bei denen die Simplizität echt vernachläsigbar ist, treffen auf derbes Gekloppe und genau in den passenden Momenten auf bösen, blut-triefenden Groove! Regurgitate und Last Days Of Humanity wären Stolz auf dieses inhumane Exekutionskommando! Wenn ich einmal in meinem Büro Amok laufe, ist dieser Teil der CD definitiv der Soundtrack dazu. Und zum langsamen Groove von „10 Kilos Of Brick All Up In My Dick“ zerdresche ich den Schädel meines Chefs mit einem Tacker… Das bietet sich förmlich an, hahaa!
Göttliches Zeug, dass mir glatt die Tränen um die Auflösung der niederländischen LDOH aus den Augen prügelt! Ich will mehr, I want more, I want GORE!!

[rating:5.5]

Leute, wer auf brutalen und extremen Grindcore steht, und diese Split-CD nicht kauft, verpasst etwas Großes! Hier beweisen die Tschechen mal wieder, das ihnen extreme Musik einfach liegt!

Infos:
Khaaranus Productions – 2009
Split-CD – 16 Lieder / 16:22 Min.