Divine Heresy – Bringer Of Plagues

 , ,

Divine Heresy - Bringer of Plagues
Ich kannte DIVINE HERESY, die mit „Bringer Of Plagues“ nun ihr zweites Album rausbringen, bis vor ca. einem Monat nicht. Doch per dummen Zufall bin ich auf die Myspace-Seite der Band gestoßen und dort war als Preview zum kommenden Album der Übertrack „Facebreaker“ zu hören! Direkt war ich mehr als fasziniert von der Band, der Song war schnell, brutal, leicht technisch angehaucht und modern. Und ausnahmsweise fand ich den klaren Refrain unglaublich catchy und mitreißend, spätestens bei der Variation im zweiten Refrain war der Song ein totaler Nackenbrecher irgendwo zwischen Deathcore, technischem Death Metal und leichten modernen Elementen, wirklich der Überhammer!

Umso sehr habe ich mich gefreut, als Candlelight Records mir die Scheibe als Promo angeboten haben – was mich an dieser Stelle schon wundert, da „Bringer Of Plagues“ via Century Media/Roadrunner erscheint… Aber das kann uns an dieser Stelle egal sein, ich habe die Promo quasi sabbernd angemacht und schon brettert mir auch als erstes Lied das bekannte „Facebreaker“ entgegen – Herrlich! Da merkt man, dass die Mitglieder der Band vorher u.a. in Fear Factory oder Nile aktiv waren. Und besonders Schlagzeuger Kim Yeung (u.a. Hate Eternal, Decrepit Birth) dürfte bei einigen dafür bekannt sein, dass er schneller und exakter kloppt, als Mutters Nähmaschine!
Weniger Death-lastig, aber immer noch sehr fix und geraderaus geht es im nachfolgenden „Battle Of J Casey“ zur Sache. Moderner, mitreißender (Neo) Thrash Metal. Hier hört man schon leicht die Wurzeln von Gitarrist Dino bei Fear Factory heraus… Auch hier stören die klaren Vocals im Refrain eher weniger, sondern bereichern den Song angenehm.
Schon beim Lesen der Tracklist habe ich mich etwas gewundert, warum das Intro der CD als dritter Song auf der Scheibe ist. Musikalisch bietet dieses düstere Instrumental-Orchester-Intro nämlich einen groben Einschnitt in den bisherigen Fluss der Musik – Und anschließend soll sich der Bruch weiter fortsetzen! Mit dem folgenden Titelstück findet nämlich vermehrt der Metalcore Einzug in die Lieder und verschafft nun einen richtig fahlen Beigeschmack. „Bringer Of Plagues“ überzeugt wenigstens noch mit coolen Elementen aus modernem Death und Thrash Metal, sowie einigen Blastbeats und etwas straighteren Passagen. Ähnliches gilt auch für „Redefine„, das noch eine Nummer catchier ist und einen richtigen Mitsing-Refrain hat – was ich an dieser Stelle nicht unbedingt positiv meine!
Doch mit den nachfolgenden vier Liedern verscherzt es sich DIVINE HERESY total bei mir! Moderne Stakkatos und Breakdowns überschatten sämtliche schönen Death Metal Elemente und lassen die Lieder unglaublich trendy klingen! Dann ist mir auch die technische Leistung und das Timing der Musiker egal, hier gefällt mir „Bringer Of Plagues“ eigentlich gar nicht! Auch, wenn die Lieder hier und da ein paar coole Ideen haben, wie Riffs und Leads oder der kalt/emotionslose Gesang in „Letter To Mother„, der sicherlich auch von Fear Factory stammen könnte. An dieser Stelle könnte das Material höchstens jemanden gefallen, der sich eine Mischung aus Krisiuns „AssassiNation“ und Fear Factory vorstellen kann.
Einen weiteren Umbruch gibt es mit „Darkness Embedded“ – einer an und für sich sehr starken, harten Ballade mit durchgehend klarem Gesang, das eigentlich sofort als Ohrwurm im Gehörgang kleben bleibt. Doch so gut das Lied für sich auch ist, im Kontext zu den anderen Songs wirkt es für mich leider deplatziert. Alleinegestellt werde ich das Lied aber sicherlich noch ein paar Mal hören!
Etwas versöhnlich kann mich dann wieder der letzte Song „The End Begins“ stimmen, das zwar immer noch Stakkato-geschwängert, aber dabei wenigstens angenehm düster ist.

Schlussendlich waren vielleicht meine Erwartungen nach dem Hammer-Track „Facebreaker“ etwas zu hoch. Doch spätestens mit den totalen Metalcore-Liedern in der zweiten hälfte der CD frage ich mich eher, ob nicht gerade der Opener der CD der eigentliche Ausrutscher war. Insgesamt ist „Bringer Of Plague“ zwar kein Totalausfall. In sich wirken die Lieder stimmig und nach dem Intro funktionieren sie auch als Gesamtkonzept. Doch leider ist dieses sehr modern und trendy, dass wieder dieser fahle Beigeschmack auftritt… Für Nebenbei ist die Scheibe sicherlich sehr gut geeignet. Doch kann ich an dieser Stelle keine Kaufempfehlung für diejenigen aussprechen, die die CD auf Grund des genannten „Facebreaker“ kaufen wollten. Die CD ist komplett anders. Da merkt man, dass Mitglieder u.a. aus Fear Factory, Nile oder Hate Eternal/Decrepit Birth nicht immer ein Garant für brutalen Death Metal sind…

[rating:3.5]

Infos:
Century Media – 28.07.2009
CD – 11 Lieder / 42:19 Min.