Code Of Lies – The Age Of Disgrace

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Code Of Lies - The Age Of Disgrace
Manchmal ist es schon irgendwie beschämend, wie viele dunkle Stellen die eigene Metal-Landkarte dieser Welt hat. Ich zum Beispiel habe wirklich nur marginale Kenntnisse über das, was im Underground von Australien abgeht! Zugegeben, die Drum-Computer-Monster von Roadside Burial und Corpsesickle oder die Krachtruppe Sordid wecken bei mir auch nicht unbedingt das große Interesse, mich weiter mit Downunder zu beschäftigen. Anders sieht es da aber bei Ebolie aus, die mit ihrem erfrischenden und humorvollen Grind/Death-Grind-Gebräu positiv überraschen konnten. Sänger Bubsy betreibt im Übrigen das Label Grindhead Records, auf dem alle hier genannten Bands sind, und das 2008 auch die MCD von CODE OF LIES veröffentlicht hat.

Und „The Age Of Disgrace“ stimmt mich wieder mal sehr neugierig dem australischen Underground gegenüber! Die gut 19 Minuten (abzüglich des Hidden-Tracks wohl eher gute viertel Stunde) der MCD beginnen noch recht typisch für eine Death-Grind-Band. Doch kommt spätestens in der Strophe von „Salvation“ das große Aufhorchen: Hier wird eine (atypische) Melodielinie gefahren, bevor sich der Song in total unkonventionellen Songstrukturen zerschlägt. Wow, ich bin überfahren, das ist mal richtig geil!
Immer wiederkehrende Einflüsse aus dem Crust reichern die Songs an und schaffen eine richtig düstere Stimmung, wie man sie bei anderen Death-Grind-Alben eher selten findet. Der Titeltrack, „Agoraphobic Enslavement“ oder „Carrion“ sind sowohl unglaublich dicht, wie auch wiedererkennbar, durch diese Elemente. Selbst, wenn man die Gravity-Blasts beherrscht, setzten die Jungs den Ultraschall-Modus nur mal kurz in „Carrion“ ein, sonst liegt das Hauptaugenmerk auf Abwechslung und Songdienlichkeit, was „The Age Of Disgrace“ alle Male zu Gute kommt. So traut man sich auch in „Swarm Of Vultures“ deutlich vom Tempo runter zu gehen und einen richtig schweren, bösen Teil einzuschieben. Doch keine Angst, grundsätzlich kloppt „The Age Of Disgrace“ ordentlich nach vorne!

Schade nur, dass die MCD so schnell vorbei ist! Diese erfrischend andersartige Interpretation von Death-Grind gefällt mir sehr gut! Trotz deutlicher Bezüge zum Genre traut sich die Band wie z.B. auch Poostew, mal neue Ideen einfließen zu lassen. Dabei wirkt die CD aber dennoch sehr authentisch, aggressiv und roh – wesentlich roher und grindiger als die Münsteraner. Und gerade dass es an manchen Stellen noch etwas ungestüm wirkt, mach den besonderen Reiz an CODE OF FLIES aus! Ich hoffe auf jeden Fall, dass als bald die Full-Length der Truppe kommt, an der die Band scheinbar fleißig arbeitet!

[rating:4.5]

Infos:
Grindhead Records – 2008
CD – 8 Lieder / 19:06 Min.