Azarath – Nieten, Patronengürteln, Leder und obskure Musik

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Einmal Fastfood-Interview zum Mitnehmen! – Sicher, darf es eins mit den polnischen Dark Deathern von AZARATH sein?
Zugegeben, es ist ein eher kurzes und durchschnittliches Interview geworden, aber die Band hat den Support verdient!
Darum viel Spaß beim Lesen und testet die Band mal an, wenn ihr auf düsteren Todesstahl steht!


Hey Bart! Wie geht es dir? Danke, dass du mir und meinem kleinen Webzine ein kurzes Interview gibst! Wie fühlt es sich an, das vierte Album mit AZARATH veröffentlicht zu haben?

Hail! Wir fühlen uns ziemlich gut und sind glücklich das vierte Album von AZARATH über Deathgasm (Nord Amerika) und Agonia Records (Rest der Welt) veröffentlicht zu haben.

Kannst du deine Band für unser Leser vorstellen, die euch noch nicht kennen? Wie ist eure „Allstar-Gruppe“ zusammen gekommen und was sind eure Einflüsse für euren dunklen und bösen Death Metal? Ich höre eine Menge Immolation auf „Praise The Beast“, schwere Riffs und sinistre Leads…

Ich habe mit Death Metal 1991 angefangen in meiner Band Cenotaph, die ich mit D. gegründet habe. Dann in 1994 bin ich bei Damnation eingestiegen in 1996 ist Inferno auch dazugekommen. AZARATH wurde dann 1998 von Inferno, Bruno und D. gegründet. Aber bitte versteh AZARATH nicht als „Allstar-Gruppe“. Das sind wir mit Sicherheit nicht! Ende 2000 bin ich dann auch in die Band eingestiegen. Bisher haben wir vier Alben veröffentlicht und einen Wechsel im Line-Up gehabt. Wir lieben oldschool Death Metal mit Nieten, Patronengürteln, Leder und obskurer Musik. Wir sind große Fans von Immolation, aber ich bin sicher, du hörst ebenfalls Einflüsse von Sinisters „Cross The Styx“ genau so wie Morbid Angel.

bandAlle eure Mitglieder sind oder waren in verschiedenen anderen Metalbands. Damnation, Convent, Behemoth oder Yattering, nur um ein paar der bekanntesten zu nennen. Doch obwohl diese Bands ziemlich bekannt sind, scheinen AZARATH noch im Underground zu sein – im europäischen Kontext. Gilt das auch für Polen, oder seid ihr da etwas bekannter, in eurem Heimatland? Denkt ihr, dass ihr durch euer neues Label Agonia Records etwas mehr an Bekanntheit bekommen könnt?

Wir werden bald sehen, welche Rückmeldung wir bekommen. Ich hoffe, es wird großartig! Aber wir haben nicht sonderlich viel gemacht, um bekannter oder beliebter zu werden. Zum Beispiel haben wir unser Band-Profil auf Myspace erst vor zwei Jahren erstellt, hauptsächlich wegen ein paar Fake-Profile und vieler eMail-Anfragen. Auch haben wir zuvor noch nicht Europa betourt, wir haben gerade dieses Jahr angefangen ein paar Festivals zu spielen, und vielleicht in Zukunft noch ein paar.

Siehst du AZARATH als eine vollwertige Band, oder eher als ein Projekt, da eure anderen, bekannteren Bands mehr Aufmerksamkeit benötigen?

Es ist eine vollwertige Band und kein Projekt! Natürlich beansprucht Behemoth mehr Zeit und Aufmerksamkeit von Inferno, aber wenn er zu hause ist, arbeitet er mit viel Leidenschaft mit mir an neuen Songs für AZARATH. Wegen der anderen Bands, Damnation und Yattering existieren nicht mehr und bei Convent hat Bruno in der Vergangenheit ein Album mit ihnen Aufgenommen und ein paar Shows gespielt. Thrufel hat seine eigene Band Masachist, die ihr Debütalbum gerade veröffentlicht haben. Aber da gibt es keine zeitlichen Überschneidungen mit uns.

Wie waren denn die Reaktionen von Presse und Fans bisher? Seid ihr Zufrieden mit dem Resultat eures letzten Albums? Gibt es Dinge, die ihr vielleicht gerne anders gemacht hättet oder auf dem nächsten Album verbessern wollt? Ich meine zum Beispiel der Sound, der etwas klarer sein könnte, auch wenn es nicht der schlechteste ist…

Nein, wir sind mit allem Zufrieden, was das Album angeht. Es hört sich genau so an, wie wir wollten, dass es sich anhört! Für das nächste Album werden sich die Dinge zeigen. Wir haben gerade angefangen darüber nachzudenken.

cover
Ich mag die Formate, in denen ihr „Praise The Beast“ veröffentlicht! Es gibt nur „Collectors Editions“, Vinyl und Digipak. Wer hatte die Idee zu den exklusiven Formaten, Agonia Records, oder ihr? Wie siehst du Vinyl heute zu Zeiten von MP3?

Agonia Records wollte einen Special-Release mit Bonus-Tracks. Darum haben wir Acherons „Ave Sathanas“ aufgenommen, das wir oft live spielen. Wir haben Cesar von Christ Agony gefragt, ob er bei dem Lied singt und es klingt perfekt und großartig. Ich mag den Vinyl-Release, es ist etwas besonderes, eine Veröffentlichung im großen Format, etwas im alten Stil!

Soweit ich sehen kann, folgen eure Cover-Artworks einem bestimmten Konzept. Kannst du es mir und meinen Lesern erklären?

Vom ersten Album an haben wir mit schwarz-weißen Layout und obskuren Design begonnen. Für drei Alben haben wir alte Zeichnungen für die Front-Cover verwendet. Aber für das vierte Album haben wir uns entschlossen jemanden zu Fragen, ob er etwas für uns zeichnen kann. Unser Mann war Atamann Tolovy, der das Cover so gezeichnet hat, wie wir es wollten. Wir wollten ein Portrait von Baphomet, was mit dem Album-Titel und den Lyrics komplett eine Einheit bildet. Das Layout wurde in genau dem gleichen Weg erstellt.

Wie weit nehmt ihr diesen Satanismus-Kram ernst? Glaubt ihr an Satanismus und praktiziert diesen? Oder braucht ihr dieses Thema nur für eure Lieder, weil es passend zu der düsteren und bösen Musik ist?

Was wir über Satanismus denken ist und sollte unsere Privatsache sein. Darüber wollen wir in der Öffentlichkeit nicht sprechen, zu viele Idioten können das hier lesen. Wir hatten Nergal schon mal vor Gericht, wegen einem fanatischen Idioten. Wie auch immer, alle unsere Alben haben sehr blasphemische Texte und antichristliche Attitüde!
(Zum Zeitpunkt der Fragestellung habe ich ganz vergessen, dass in Polen Blasphemie strafbar ist… – Anm. d. Verf.)

Wie sind denn die Pläne für eure weitere Zukunft? Wollt ihr mehr Shows außerhalb Polens spielen, in Deutschland zum Beispiel? Habt ihr schon mit dem Songwriting für ein neues Album angefangen?

Natürlich wollen wir mehr Shows in Deutschland, wie in ganz Europa spielen. Ich hoffe, dass wir es schaffen. Wir haben schon angefangen uns Gedanken um das kommende Album zu machen, aber bisher sind noch keine Songs fertig.

Danke für deine Zeit und Antworten. Es tut mir Leid, dass dies nur ein kurzes Interview geworden ist, aber ich denke ein wenig Support ist immer noch besser, als gar kein Support! Ich hoffe, ihr bekommt etwas mehr Aufmerksamkeit von der Szene mit eurem aktuellen Album. Die letzten Worte sind deine!

Vielen Dank für deinen Support, wir sehen uns auf dem PartySan! Praise the Beast!


Interview: Chris (Necroslaughter) / Barth (Guitar @ Azarath) · 02.07.2009 / 08.07.2009

© Bilder:
Alle von Azarath (Homepage und Myspace)