Necros / Abnorm – Split-MC

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Habe ich erst vor kurzem noch von einem Anachronismus im Bezug auf das Medium „Sampler“ gesprochen, schickt mir Gabriel von Nihilistic Holocaust „DIY“ Records direkt eine Split-MC zur Besprechung. Ob sich für dieses Absatzmedium heute noch irgendwer erwärmen kann, sei an dieser Stelle einfach mal dahingestellt. Was aber ohne Zweifel ist: Gabriel ist tief im Underground drin und hat ein sehr gutes Händchen für talentierte Bands aus eben diesem! So hat er mit NECROS und ABNORM wieder zwei vielversprechende Bands aus den untiefen Frankreichs ausgegraben, denen er nun mit der altertümlichen Split-Kassette ein Medium bietet!

Seite A gehört NECROS, die nach kurzem Intro direkt mit „To An Endless Chaos…“ loslegen und in ihrer viertel Stunde der Split ordentlich Dunkelheit verbreiten! Abwechslungsreiches Songwriting, coole Riffs und teilweise überraschende Songstrukturen hinterlassen einen verdammt guten Eindruck! Von coolem Uptempo-Groove über Blastbeats mit Hummel-Riff, kleine Black Metal Anmerkungen bis hin zu Autopsy-ähnlichen Parts ist alles vertreten und wird wunderbar durch die animalische Stimme des Sängers untermalt!
Kurzum schafft NECROS in wenigen Minuten Lust auf mehr beim Hörer zu erzeugen und ich bin wirklich gespannt, wie das Full-Lenght-Material der Band wird! So abwechslungsreichen und überraschenden oldschool düster Death Metal habe ich schon lange nicht mehr gehört!

[rating:4.5]

Nun haben ABNORM auf ihrer hälfte der Split einen schweren Start! Nachdem NECROS so richtig überzeugen konnten, wirkt „Occularis Infernum (The Devilish Contemplation)“ spätestens im Ufta-Ufta-Teil nicht mal mehr annähernd ebenbürtig! Doch kann im gleichen Lied das geile Riff beim Blastbeat und der dicke Midtempo-Part überzeugen. Insgesamt ist der Start in die viertel Stunde von ABNORM etwas holprig, trotz der guten Ideen. Nachfolgendes „Schemes Of Hatred And Denial“ klingt hingegen schon stimmiger und punktet durch sein düsteres Riff, das ebenfalls von Hate Eternal oder Immortal stammen könnte. Gerade letztere Band scheint hier erwähnenswert, weil leichte Black Metal Einflüsse nicht von der Hand zu weisen sind. Mit dem doomig-schleppenden „The Dead End Path Passenger“ beschließt ABNORM ihre Spielzeit wesentlich besser, als sie diese angefangen hat. Wenn sich die Band in Zukunft etwas mehr auf Atmosphäre konzentriert und die holprigen Ausbrecher ins Uptempo vergisst, steht aber auch mit ABNORM eine starke Band aus dem Baguette-Land vor der Türe!

[rating:4]

Auch wenn es in Zeiten von MP3s etwas seltsam Anmuten mag, kann ich für diese Split-Kassette eigentlich nur meine volle Empfehlung aussprechen! Die musikalischen Leistungen versprechen richtig packende Full-Length-Scheiben und machen definitiv Lust auf mehr!

Infos:
Nihilistic Holocaust – Mai 2009
MC – Seite A: 4 Lieder / 16:15 Min. – Seite B: 4 Lieder / 14:13 Min.