Coalesce – Ox

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Coalesce - Ox
Die Mathcore-Pioniere COALESCE sind zurück! Zehn Jahre nach ihrem letzten Album „0:12 Revolution in Just Listening“ und einen temporären Split erscheint das vierte Album der Band aus Kansas City auf Relapse Records. Und jeder, der bei dem Wort „Mathcore“ unweigerlich Alpträume von dissonanten Riffs, krummen Takten und wirren Songstrukturen bekommt, muss an dieser Stelle beruhigt werden! Wo sich heute Bands dieser Stilistik gerne in übertriebenen Gedudel verlieren, sind die Mit-Väter des Genres eher im Hardcore zuhause und zeigen sich trotz Abwechslungsreichtum und genannter Elemente ziemlich geradlinig und eingängig auf „Ox„.

Hier werden krumme Takte und dissonante Riffs nicht zum Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck verwendet. Auf „Ox“ wird eine weite Spanne von Emotionen vertont. Wut, Aggression, Verzweiflung und selbst ein kleines bisschen Hoffnung klingt aus den Liedern. Das Fundament und roten Faden durch die Lieder bildet ein mörderischer Groove, vor dem selbst Meshuggah sich fürchten können und rotzig-rockige Riffs, wie man sie stellenweise auch bei Brutal Truth finden könnte. Dabei verfallen COALESCE aber nie in stumpfe Blastbeats, sondern grooven sich hauptsächlich durch’s Midtempo.
Verschiedene Elemente wie akkustische Gitarren oder klare Vocals werden geschickt und wohl dosiert eingesetzt und schaffen den Liedern etwas besonderes. Auch der eher nach Lenny Kravitz klingende Anfang von „Wild Ox Moan“ sorgt dafür, dass der restliche Song doppelt so brutal knallt. Wo einige Lieder wie „New Voids In One’s Resolve“ oder „Dead Is Dead“ deutlich mehr zum Hardcore tendieren, zeigen sich „In My Wake, For My Own“ oder „By What We Refuse“ sehr experimentell, sowohl musikalisch, wie auch stimmlich, ohne dabei aber vom Konzept der Band abzuweichen.

Das vierte Album von COALESCE ist großes Kino und große Emotionen. Kraftvoll und eingängig, aber dennoch anspruchsvoll und abwechslungsreich dürften die 14 Lieder (zwei Instrumental-Stücke inklusive) sowohl Freunde im Hardcore als auch im Mathcore finden. Und selbst für aufgeschlossener Metaller bietet „Ox“ gehörige Anreize! Man sollte nur im Hinterkopf behalten, dass trotz des enormen Grooves und der Geradlinigkeit des Hardcores die gesamte Suppe mit Takten und Riffs jenseits des Massengeschmacks gekocht wurde…

[rating:4.5]

Infos:
Relapse Records – 15.06.2009
CD – 14 Lieder / 37:29 Min.