Azarath – Praise The Beast

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Draußen bequemt sich gerade mal die Sonne hinter den Wolken hervor und es fängt langsam an, dass die Temperaturen die kurzen Hosen aus dem Schrank hervorholen lassen. Sprich, es geht Richtung Sommer! Und passend dazu liefern uns ein paar richtig böse Polen quasi die Gegenveranstaltung in Form eines richtig düster-bösen Albums. Die Spielverderber des Sommers heißen in diesem Fall AZARATH und können durch illustre Namen beim Name-Dropping glänzen: Aus Convent, Yattering, Damnation und Behemoth stammen die Musiker der Band, die schon seit 1998 im polnischen Untergrund rumtobt. Aber dieses plakative auflisten von Bandnamen haben AZARATH eigentlich gar nicht nötig, die Musik spricht eine mehr als deutliche Sprache!

Richtig finster und infernalisch kloppt sich Quartett in bester Immolation-Manier durch gut 40 Minuten Spielzeit ihres vierten Albums und schaffen dabei einen intensiven und wütenden Klumpen Musik. Die Gitarren arbeiten überzeugen durch richtig böse Riffs, die oftmals in zwei Stimmen vorgetragen werden, eine mit dickem Riff, eine mit Lead-Charakter. Durch diese volle Intonation und einige sehr fiese Breaks ist „Praise The Beast“ an manchen Stellen harte Kost für den Hörer. So kommt es, dass gegen Mitte des Albums ein kleiner Durchhänger entsteht, wo die Songs nicht direkt Arsch treten. Doch spätestens mit „Throne Of Skulls“ zieht der Longplayer wieder an und den Hörer in seinen Bann. Dabei sind „Azazel„, „Invocation“ oder „Obey The Flesh“ keine schlechten Songs. Nur im direkten Vergleich zu dem richtig geilen „Queen Of Sabbath“ oder „Sacrifice Of Blood“ zünden die Lieder nicht sofort. Als Ausgleich finden sich aber sehr coole Leads und Soli ebenso in diesen „schlechteren“ Liedern, wie auf der ganzen CD.
Da Schlagzeuger Inferno ebenfalls bei Behemoth tätig ist, muss man sein Können wohl nicht besonders betonen. Dennoch muss ich seine Leistungen bei AZARATH lobend erwähnen, neben wilden Blastorgien finden sich auch langsame Teile und ultra-schwere, böse Midtempo-Grooves auf „Praise The Beast“ – Kann man eigentlich bei so infernalischer Musik von Groove sprechen? Auf jeden Fall ist es sehr treibend und mitreißend!
Sänger Bruno hat zur Musik das passende Organ und liefert richtig böse Growls ab! Respekt, selten gehört, dass ein Death Metal-Gesang so böse und finster ist!
Auch wenn diese gesamte „Heil Satan“-Kiste ziemlich abgedroschen ist, funktionieren die Chöre in „Praise The Beast„, „Invocation“ oder „From Beyond The Coldest Star“ im Kontext ausgezeichnet und tragen wunderbar zur bösen Atmosphäre bei! Lediglich die Produktion hätte etwas besser sein können. Sie ist zwar ziemlich dreckig und organisch, dennoch hätte ich mir etwas mehr Differenzierung bei den Gitarren und etwas mehr Lautstärke beim Schlagzeug gewünscht. Aber optimale Produktionen haben selbst die Vorbilder Immolation nicht immer, haha!

Was soll ich noch weiter an Worten verlieren? AZARATH haben ein richtig gutes finster Death Metal Album abgelegt, das sicherlich so manchen Fan von Immolation das Pipi in die Augen treiben wird! Als weiteren oldschool Bonus gibt es noch ein Acheron-Cover („Ave Sathanas„) und das Teil gibt es exklusiv nur auf LP und im Digipak. Wenn auf dem fünften Album dann alle Lieder ausnahmslos Zünden, gebe ich auch starke fünf Punkte. So werden es erstmal schwache.

[rating:5]

Infos:
Agonia Records / 25.05.2009
LP/Digipak-CD – 11 Lieder / 41:34 Min.