Obituary – Darkest Day

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Haben wir wirklich schon das Jahr 2009? Wenn ich alleine das neue Album OBITUARY schon sehe, will ich meinen Kalender lügenstafen! So ein ausgelutschtes Klischee mit Drachen und so fort würde doch im 21 Jahundert niemand mehr bringen! Und auch musikalisch ist hier definitiv nicht nach 1994, so verdammt authentisch oldschool klingt „Darkest Day„. Hier regiert wirklich früh-neunziger Florida-Death Metal!

Auch wenn der Opener „List Of Death“ den Hörer erstmal mit einer ziemlich flotten Thrash Nummer verwirrt, wird spätestens mit dem Einsetzen von John Tardys unverwechselbarer Stimme klar, dass es sich um ein OBITUARY-Album handelt! Bedeutend typischer klingt da schon das nachfolgende „Blood To Give„, das mit seinen schleppenden und sumpfigen Riff das Herz jedes Fans höher schlagen lässt! Lediglich beim Solo muss ich mich fragen: „Waren OBITUARY schon immer so melodisch?“ – Egal, die Soli auf dem 2009er Output sind so unglaublich Heavy Metal, dass mir fast die Milch einschießt! Hier kann so manche alte und neue Band noch was lernen!
Wo hingegen OBITUARY noch etwas lernen könne, sind manche Arrangements und Riffs. Hier ist die Band konsequent immun gegen jede Form von neuen Einflüssen der Weiterentwicklung. Der Fan bekommt zwar genau das geboten, was er will, stumpfen, ultra-schwer groovenden Midtempo-Death Metal. Doch wenn z.B. der Übergang zwischen „Outside My Head“ und „Payback“ so fließend ist, dass lediglich der Wechsel der Trackanzeige wirklich auffallend ist, komme ich schon leicht ins Grübeln. Aber man muss den Tampa-Jungs schon lassen, dass sie auch heute noch mit verdammt einfachen Riffs äußerst effektiv arbeiten. „Darkest Day“ ist trotz der fetten Produktion ultra dreckig und böse. Man kauft den Jungs wirklich ab, dass sie hinter der Musik voll und ganz stehen.
Dennoch sind es die etwas vom gewohnten Schlepp-Schema abweichenden Stücke, die positiv aus dem Gesamtwerk heraus stechen, wie die etwas härteren und etwas schnelleren „This Life„, „Truth To Be Told“ oder „See Me Now„. Die Highlights der Platte hat man geschickt am Ende der CD versteckt, dafür sind „Violent Dreams“ und „Fields Of Pain“ aber wirkliche Hammerstücke!

Selbst mit kleinem Durchhängern um die Album-Mitte herum, liefert OBITUARY genau das ab, was man von ihnen Erwartet: Stumpfen, schweren und groovenden Death Metal. Wer hier Innovation erwartet, ist selber schuld! Dafür bringt die Band ihr Material so unglaublich glaubhaft rüber, dass man gerne bei den etwas einfallsloseren Riffs ein Auge zudrückt und sich von der Grundstimmung des Albums mitreißen lässt. Wer von „Frozen In Time“ enttäuscht wurde, wird „Darkest Day“ sicher lieben!

[rating:4.5]

Infos:
Candlelight Records – 15.06.2009
CD – 11 Lieder / ~ 41 Min.