Necrophobic – Death To All

 , , , , ,

necrophobic-death-to-all
Was passiert, wenn man Unleashed verbietet, über nordische Mythologie zu singen? Sie singen über den Toifel, verwenden Make-Up und nennen sich NECROPHOBIC! – Naja, ganz so krass ist es zwar nun nicht, aber gewisse Parallelen zwischen beiden Bands lassen sich nicht leugnen!
Aber von vorne: Obwohl ich schon oftmals in Kontakt mit der Musik von NECROPHOBIC gekommen bin und die Band auch schon mal live sehen durfte, hatte ich bisher nie das Interesse mich weiter mit der Band zu beschäftigen. Nun liegt aber das neue, Ende Mai erscheinende Album „Death To All“ auf meinem Schreibtisch und will besprochen werden. Und beim Hören dieses Albums musste ich mehr als einmal an die letzte Scheibe von Unleashed denken…

Wo Unleashed hier und dort etwas thrashiger ist, findet man bei den gleichsam 1989 gegründeten NECROPHOBIC einige Black Metal-Elemente mehr. Unter anderem teilweise sägende Gitarren, kalte und leicht dunkle Melodien und (lächerliches) Make-Up. Dennoch holzen beide Kapellen ziemlich gerade weg und ohne viel Variation durch ihre Lieder. Im Falle von „Death To All“ kloppt man sich sogar so sehr ohne Variation durch die Songs, dass man teilweise Wechsel zwischen den Liedern nicht mitbekommt, oder gar nicht erst weiß, in welchem Lied man gerade ist. Kleine Ausbrecher bieten das groovige „The Tower“ und das Midtempo-Stück „Wings Of Death„.
Fast lustig kommen innerhalb der stumpfen und „bösen“ Lieder so Kindergarten-Melodien, wie in „Relevation 666“ oder das Geklimper mit den Violinen am Ende vom Titeltrack. So böse scheinen die Schweden dann doch nicht zu sein, oder? (;

Auch wenn neben diesen musikalischen Ausrutschern der gesamte Satans-Krempel und das Make-Up heute etwas deplaziert und albern wirkt, so muss man NECROPHOBIC aber zu Gute halten, dass sie seit 20 Jahren ihr Ding fahren. Und so flexibel wie eine Eisenbahnschiene hat sich auch scheinbar die Musik entwickelt. Auf der einen Seite kann man dies Standfestigkeit nennen.
Ich denke aber, „Death To All“ ist überholt und konnte vielleicht vor 15 Jahren noch schockieren. Heute wird man mit dem Teil aber keinen mehr zur dunklen Seite der Macht bekehren können. Dafür sind die Songs – so solide sie auch runtergekloppt sind – einfach insgesamt zu gesichtslos, monoton und angestaubt. – Doch ich denke auch, das wird einem NECROPHOBIC-Fan nicht davon abhalten mit „Death To All“ dennoch seinen Spaß zu haben (;

[rating:3]

Infos:
Regain Records – 29.05.2009
CD – 8 Lieder / ~ 44 Min.