Krass-T – Le Jour Du Saigneur

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Verdammte Axt, ist das ein übles Cover! Solche Zeichnungen habe ich in der 10. Klasse mit Holzstiften gemacht – und das vorliegende Exemplar wurde allem Anschein nach auch mit eben diesen gezeichnet… Aber glücklicherweise soll ich ja an dieser Stelle die Musik beurteilen, und nicht das Artwork.

Und da machen KRASS-T aus Frankreich schon einen deutlich besseren Job – was leider relativ zu sehen ist. Zunächst beginnt die CD erfrischend mit einem orientalischen Intro, das mit seinen perkussiven Elementen sehr treibend und ein wirklich netter Kontrast zum Cover und zu einer Vielzahl anderer Intros ist! Das Intro selber, wie auch seine gute Tonqualität schürt an dieser Stelle aber leider eine Erwartungshaltung, die mit dem ersten wirklichen Lied auf „Le Jour Du Saigneur“ erstmal enttäuscht wird.
Auch wenn das erste Album der Band druckvoll Produziert wurde, hört man doch im Bereich der Gitarren und des Gesangs, dass es sich wohl um eine Heimaufnahme handelt (ich kann den Text im Booklett auf Grund mangelnder Französisch-Kenntnisse nicht lesen…). Aber für ein Home-Recording geht das Teil voll in Ordnung, da habe ich schon schlechteres – zum Teil auch aus Studios – hören müssen.
Musikalisch könnten KRASS-T sehr gut eine Partner-Band der aachener Cause Of Divorce sein. Wie auch die Band von Kollegen Niklas mischt die Truppe aus Frankreich verschiedene Elemente in die Musik, dass sich zwar der obere Nenner Grindcore herauskristalisiert. Aber in die typische Schublade passt das Material auch nicht. Doch man ist insgesamt wesentlich langsamer als COD (aber keine Angst, die Franzosen benutzen trotzdem Blastbeats!) und deutlich groove-orientierter.
So finden sich schleppende Teile und Breaks, die ich eher aus dem Hardcore kenne, mit Thrash Metal Riffs und Uptempo-Gebolze ebenso in den Songst, wie donnernde Death Metal Parts mit fettem Doublebass-Teppich, punkige Gitarren und Blastbeats. Und da liegt vielleicht der Hund begraben: Auf der einen Seite ist „Le Jour Du Saigneur“ sehr punkig und stumpf in den Riffs. Und an anderer Stelle kommen die Lieder wegen der etwas sperrigen Songaufbauten nicht so recht auf den Punkt.
Wenn die Band sich etwas mehr auf die Riffs konzentriert und etwas geradlinigere Songs schreibt, kommen richtig gute Stücke wie „Starifié„, „Criminal Légal“ oder „Perversion“ dabei raus. Selbst das groovige „In Your Nose II“ überzeugt mich mit seiner ultra-stumpfen Struktur und Riffing.

So bleibt am Schluss ein abwechslungsreiches und ideengeladenes Album, dem es leider noch etwas an Reife fehlt. Doch es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen und andere Bands haben sich auch im Laufe ihrer Veröffentlichungen gesteigert! Wer also auf punkigen Grindcore mit Einflüssen aus Thrash, Hardcore und Death Metal steht, kann ja mal ein Ohr riskieren. Ich für meinen Teil warte noch ein bis zwei Veröffentlichungen ab…

[rating:3.5]

Infos:
Eigenproduktion – 2009
CD – 11 Lieder / ~ 39 Min.