Blood Red Throne – Souls Of Damnation

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Schön, wenn man sich auf eine Band verlassen kann. Noch schöner, wenn die Band einen dennoch überraschen kann. Schade, wenn die Überraschung eher negativ ausfällt. Doch das mag nun vielleicht vernichtender klingen, als es gemeint ist!
Von vorne: Die norwegische Star-Truppe BLOOD RED THRONE hat punktlich zum Zwei-Jahres-Takt ihr neues Album abgeliefert. Und „Souls Of Damnation“ beinhaltet eigentlich auch genau das, was der Fan von den Jungs um Tchort (Emperor, Carpathian Forest, Satyricon, Green Carnation) und Død (Satryricon) erwartet: oldschool Death Metal der amerikanischen Sorte. Soweit ist Verlass auf die Truppe.

Doch nachdem mich „Come Death“ von der Band überzeugen konnte, hatte ich irgendwie Anlaufprobleme mit dem mittlerweile fünften Album der Truppe. Im direkten Vergleich zum dritten Album „Altered Genesis“ ist „Souls Of Damnation“ wesentlich gereifter, wenngleich auch moderater. Die meisten Songs bewegen sich im Midtempo, wo sie wie Sau grooven. Böse Riffs und Atmosphäre gibt es immer noch an vielen Stellen und die Patenschaft wird abwechselnd von Cannibal Corpse und Deicide ausgetragen. Doch irgendwie fehlt es „Souls Of Damnation“ im direkten Vergleich ein wenig an Brutalität.
Human Fraud“ sticht als richtig böser Song aus dem gesamten Album hervor, dicht gefolgt von „Demand“ und dem Opener „The Light, The Hate„, die alle mit sehr coolen Riffs, catchy Melodien und ordentlich Groove überzeugen können. Der Rest der Platte bewegt sich zwar auch auf konstant hohem Niveau, lässt aber etwas die Überraschung vermissen. Am fassettenreichsten zeigt sich hier noch „Ten Steps Of Purgatory„, das scheinbar auch diese 10 Schritte musikalisch illustrieren will.

Schlussum will ich „Souls Of Damnation“ aber eigentlich nicht schlecht reden. Im Gegenteil, ich denke sogar, dass Freunde von schnörkellosem oldschool Florida-Death mit dem Teil einen Riesen-Spaß haben werden. Fans der Band sowieso, vor allen Dingen diejenigen, die „Come Death“ nicht so toll fanden. Aber ich für meinen Teil vermisse etwas die Aggression von „Altered Genesis“ und die Härte und Variationsfreude von „Come Death„. Vielleicht war auch einfach meine Erwartungshaltung nach dem Vorgänger zu hoch? Doch das ändert nichts daran, dass „Souls Of Damnation“ ein gutes, wenn auch nicht unbedingt weltbewegendes Album ist, wobei ich nun natürlich doppelt so gespannt auf die Entwicklung der Band und das kommende Album bin, wahrscheinlich pünktlich in 2 Jahren, haha!

[rating:4]

Infos:
Earache – 01.06.2009
CD – 9 Lieder / ~ 38 Min.