Birds Of Prey – The Hellpreacher

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Manchmal liebe ich ja die Aussagen von Promoagenturen: „‚The Hellpreacher‚ ist der perfekte Soundtrack für diese ganzen Filme, in denen sich eine Gruppe doofer, verwöhnter Kids irgendwo im Süden der USA verfährt und auf einen Haufen sicker Hillbillies trifft. Wie so was ausgeht, weiß man ja…“

Und wie sich sowas anhören sollte, kann man sich auch denken: Stumpf, dreckig, ultra heavy und ohne irgendwelche Schnörkel. Und soweit hat die All-Star-Truppe BIRDS OF PREY auch schon mal die halbe Miete eingefahren. „The Hellpreacher“ ist stumpf, dreckig und simpel! Groovender Midtempo-Death Metal trifft auf Südstaaten-Rock und Sludge, mal mehr und mal weniger gut gemischt, dafür schön abwechslungsreich von schleppend langsam bis zackig schnell. Hauptsächlich bewegt man sich aber doch im Midtempo, mal mehr oder weniger groovend, mal rockiger, mal vom dicken Doublebass-Teppich untermalt.

Dabei wirkt die Mischung aus altem Death Metal und Rock bei den BIRDS OF PREY wesentlich ausgeglichener und authentischer, als auf der letzten Platte, die uns Debauchery als „Musik“ vorsetzen wollten. Auch überzeugen mich die Midtempo-Wälzer in Machart und Groove wesentlich mehr als Six Feet Under – auch wenn der Hintergrund bei beiden Bands natürlich ein grundverschiedener ist!
Nichtsdestotrotz ändert aber all der authentische Schmutz und das Feeling in der Musik nichts an der Tatsache, dass das dritte Album der Band ultra stumpf ist! Für die Band mag dies sicherlich ein Heidenspaß sein, die Lieder runter zu rotzen und das Hören der Songs bei ein paar Bierchen ist sicherlich auch ziemlich kurzweilig. Aber einen langfristigen Unterhaltungsfaktor bietet das Album leider Gottes sicherlich nur Fans von AC/DC, Debauchery und Six Feet Under, die es gerne mal etwas dreckiger mögen. Krachfreunde, Blastfetischisten und anspruchsvolle Hörer dürfen sich andieser Stelle auch nicht davon täuschen lassen, dass die Scheibe auf Relapse erscheint und die Bandmitglieder eigentlich aus illustren Kapellen wie Burnt By The Sun, The Last Van Zant, Baroness, Alabama Thunderpussy oder Municipal Waste stammen.

Wer aber die passende Musik sucht, um im Schaukelstuhl auf der Veranda zu sitzen, Bier zu saufen und seine Schrotflinte zu polieren, oder passen zum Inzest betreiben in einem alten Wohnwagen oder Pickup, dürfte hier sicherlich seinen Soundtrack finden.

PS: Wer Werbung macht, dass man auf Keyboards und solche Spielereien verzichtet, sollte vielleicht auch die Akustik-Gitarre stecken lassen (;

[rating:3.5]

Infos:
Relapse – 04.05.2009
CD – 13 Lieder / 41:24 Min.