Agoraphobic Nosebleed – Agorapocalyse

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Wie einst Metallica ihre Platte „Kill ‚Em All“ begonnen haben, beginnen nun auch AGORAPHOBIC NOSEBLEED ihr drittes Album – Mit dem Krach, mit dem die meisten Bands ihre Konzerte beenden. Und an dieser Stelle ist ein Bezug zwischen den ollen Thrashern und der Grindcombo nicht mal so sehr an den Haaren herbeigezogen, wie man vielleicht denken mag! Zwar haben Scott Hull und seine Sänger nicht direkt Metallica als musikalische Paten für „Agorapocalypse„, dennoch finden sich einige Einflüsse aus den rohen, schnellen Tagen des Thrash Metals. Da ich in diesem Genre aber nicht so sonderlich bewandert bin, vertraue ich mal dem Label, wenn es Parallelen zu „Pleasure To Kill“ (Kreator) und „Darkness Descends“ (Dark Angel) zieht.

Das heißt aber nicht, dass AGORAPHOBIC NOSEBLEED dem Grindcore den Rücken gekehrt hätten! Blastbeats kommen zwar vergleichsweise selten aus den Boxen gehämmert – um in Zahlen zu sprechen, gerade vier der 13 Lieder haben Blastbeats – dennoch bedeutet dies nicht, dass die Band langsam wäre. Im Gegenteil, der Drumcomputer fährt ziemlich hohes Tempo, was besonders in den fixen Doublebass-Passagen verdammt cool rüberkommt!
Doch bewegt sich ANB nicht mehr nur permanent im High-Speed in Songs unter 30 Sekunden, sondern verfällt auch schon mal in langsamere und richtig schleppende Songs. Hier wurde Eindeutig zu viel Cephalic Carnage gehört, auch wenn der ein oder andere chaotische Part auch ohne Probleme von Brutal Truth stammen könnte!

Der Drumcomputer klingt eigentlich zu keiner Zeit „unrealistisch“. Alle Abläufe sind sehr nachvollziehbar und die Sounds klingen auch sehr nach einem echten Instrument. Dass das Teil aber in „First National Stem Cell And Clone“ ein Solo spielen darf, ist schon ziemlich frech! Dafür mag ich aber Sängerin Kat loben, die wohl das wütendste kleine Mädchen im Metal ist.

Auch wenn Mischung aus Thrash, Hardcore, Grindcore und den schleppenden Sachen von Cephalic Carnage nun ziemlich wirr klingt, kommt „Agorapocalypse“ sehr homogen aus den Boxen. Trotz allem Abwechslungsreichtum wirkt das Album wie aus einem Guss, die Lieder schaffen schöne Übergänge zum nächsten Song und lassen die 28 Minuten sehr reif wirken. Doch vielleicht liegt gerade da auch der Punkt, warum ich mich mit dem Album nicht so sehr anfreunden kann. Es fehlt irgendwie etwas das Furiose und Wilde. Selbst die chaotischen Parts wirken noch sehr durchdacht und strukturiert. Mit etwas mehr Feuer und spontaner Impulsivität könnte „Agorapocalypse“ deutlich höher punkten. So kommt sie gerade mal über den Durchschnitt in die Wertung „Gut“ – aber so gerade…

[rating:4]

Infos:
Relapse Records – 20.04.2009
CD/LP – 13 Lieder / ~28 Min.