Axis Powers – Marching Towards Destruction

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Als ich das Logo von AXIS POWERS gesehen habe, musste ich irgendwie an oldschool Bay Area Thrash denken. Und als ich das Coverbild als solches geschaut habe, war mein Bedarf an oldschool Metal-Klischees vollends erfüllt: Ein Schädel mit Nieten-Helm und Fledermausflügeln auf einem Berg von noch mehr Schädeln. Da bessert auch der Umstand nichts dran, dass irgend so ein rumänischer Künstler, der auch schon was für Grave gemalt hat, das Bild verbrochen hat.

Und man ahnt es vielleicht, musikalisch geht es auch nach sehr alter Schule und voller Klischees zu. Zwar kein oldschool Bay-Area Metal, sondern schwedischer Death Metal mit Krieg als lyrisches Hauptthema – wie zu erwarten bei einer Band, die sich „Achsenmächte“ nennt. ABER: AXIS POWERS machen einen verdammt guten Job! Ganz im Stil alter Grave und Dismember prügel sich die Schweden durch die neun Lieder von „Marching Towards Destruction“ und erreichen dabei locker den Charme ihrer Vorbilder!
Auch wenn die Riffs und Songstrukturen ziemlich simpel sind, erzeugt die Band eine böse Atmosphäre, die durch die allesamt geilen Leads sehr gut unterstützt wird. Die Songs sind fast konsequent im Uptempo gehalten, auch wenn hier und da mal langsamere Parts für Auflockerung und die gewisse Grundstimmung sorgen. Schade, dass lediglich „Mankind Dead And Raped“ mal ins Blasttempo ausbricht. Aber insgesamt ist die Geschwindigkeit genau auf die Songs abgestimmt und nicht auf Teufel komm raus hochgeschraubt. Hier und da, wie in „Slowly Decay“ oder „Forward March“ überrascht einen ein sehr gelungener Groove im Midtempo.

Die Zahnpasta wird bei AXIS POWERS sicher nicht neu erfunden. Und sicherlich wird der ein oder andere die Band als plumpen Grave-Rip-Off abstempeln – und so unrecht wird er auch nicht haben, haha! Aber das ändert alles nichts daran, dass „Marching Towards Destruction“ echt Spaß macht! Sowohl zum Abreagieren, wie auch Moshen und Biertrinken. Und auch, wenn man ähnliche Platten sicherlich zu Hauf im Regal stehen hat, sollte jeder Freund von altem Schwedentod dennoch mal ein Ohr bei der Band lassen!

[rating:4]

Infos:
Pulverised Records – 22.05.2009
CD – 9 Lieder / ~ 34 Min.