25.04.2009 – Mosh It Up XIV

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2009-04-25-mosh-it-up-xivInfos:
Sonntag, 25.04.2009 / Musikbunker, Aachen
Eintritt: 10 Euro
Beginn: 18:20h

Bands:
Decay, Arkngthand, Agamendon, Battlesword, Havocate, Cripper, Face Down Hero, The Claymore, Blind Sight, Orden Ogan

Das Mosh It Up Festival ging in die vierzehnte Runde und hat sich langsam als eine festen Institution in Aachen etabliert! Bereits vor Konzertbeginn war dies an relativ vielen schwarz gekleideten, langhaarigen Menschen zu erkennen, die bereits gegen frühen Nachmittag den Frankenberger Park, das anliegende Plus und den Bahnhof Rothe Erde unsicher machten.

So durfte auch die erste Band des Abends sich einiger Nasen im Publikum erfreuen. Die lokalen DECAY spielten vor einer gut gefüllten Kneipe (der kleinere Raum des Musikbunkers) und hatten neben einigen unbedarften Interessierten auch ein paar Fans dabei, die bereits nach dem zweiten Lied ein Banner mit dem Bandnamen hissten. Für die verhältnismäßig unmetallische Uhrzeit von 18:20h war der Auftritt gut besucht und die Leute ließen sich recht schnell zum Kopfnicken animieren.
Auch wenn DECAY uns bisher mit relativ puristischem Death Metal begrüßt haben, gab es an diesem Abend eine etwas komplexere, schon beinahe progressive Nummer, bevor mit dem punkigem „Terror“ das Set beendet wurde. Ganz nett, wir haben die Band schon schlechter gesehen!

Im großen Saal durften ARKNGTHAND den Abend eröffnen. Bei dem Bandnamen erwartet man eine Black Metal Band, die gar nicht erst will, dass man ihren Namen lesen oder aussprechen kann. Doch weit gefehlt, ARKNGTHAND spielen Power Metal. Eine Musikrichtig, die mich irgendwie weder erreichen kann, noch mir irgendwie etwas gibt. Aber die fünf Niederländer brachten ihr Material mit so viel Spielfreude und so handfest rüber, dass das Publikum sehr schnell vor der Bühne gebannt war und die Köpfe im Takt bewegte. Eine sehr solide Leistung, die ohne Probleme auch später in das Billing gepasst hätte!

Musikalisch wieder interessanter sollte es zurück in der Kneipe werden: AGAMENDON aus Castrop-Rauxel waren an der Reihe! Auch wenn der Bandname wieder nach Black Metal – oder einem Gewürz – klingt, gab es eine ordentliche Bedienung an melodischem Death Metal mit fettem Götheburg-Schlag. Hauptsächlich viel Groove und Uptempo regierte den Auftritt, erst gegen Ende gab es vereinzelt noch ein paar Blastbeats zu hören.
Als Gast-Gitarrist half ein Mitglied von THE CLAYMORE aus, die später an dem Abend noch ihren Auftritt haben sollten. Doch diese Gastrolle war dem Set nicht anzuhören, alles kam recht tight rüber. Auch wenn der Sänger ziemlich fertig aussah, konnte der Hüne mit seinem unglaublichen Organ überzeugen, das stellenweise sehr nach Dave Rotten (Avulsed) klang – entsprechend meinte man auch, Ähnlichkeiten in der Musik zu erkennen…
An der Bühnenpräsenz müssen Sänger und Band aber noch was arbeiten! Alles war ziemlich statisch und der Fronter war zwischen den Liedern agiler, als in den Songs; da wirkte er eher wie ein brüllender Klotz…
Dem Publikum war das Stage-Acting aber scheinbar Schnuppe, hier ging für Aachen verhältnismäßig viel Action, schon nach wenigen Minuten waren viele Banger am Start und gegen Mitte des Sets wurde auch das ein oder andere Moshpit eröffnet.
Für die Lokalität war die Stimmung hervorragend und AGAMENDON auf jeden Fall schon mal ein Highlight des Abends!

Weiter mit Death Metal ging es auf der großen Bühne im Saal, wo nun BATTLESWORD spielten. Auch wenn ich musikalisch mit den Amon Amarth aus NRW nicht viel Anfangen kann, hatten die Leute vor der Bühne scheinbar ihren Spaß und bewegten ihre Köpfe passend zum Midtempo der Lieder. Nach der ordentlichen Party, die AGAMENDON abgeliefert hatten, war es aber auch schwer für BATTLESWORD mich persönlich zu überzeugen. So kam es, dass der Auftritt quasi ohne erwähnenswerte Erinnerung an mir vorbeigezogen ist…

Eigentlich sollten nun die klever Death-Thrasher WITCHTOWER spielen. Doch da diese kurzfristig absagen mussten – irgendwas war wohl mit dem Schlagzeuger – sprangen die Eschweiler HAVOCATE ein. Da die Band bereits mehrfach in Aachen gespielt hat und das jeweilige Publikum bisher immer überzeugen konnte, war die Kneipe auch schnell recht gut gefüllt. Die Band bekam auch entsprechende Resonanz aus fliegenden Mähnen und schubsenden Fans. „Down To The Concrete„, „Blessed Be The Human Hate Potential“ oder „Seasons In Solitude“ überzeugten zum wiederholten Mal vom Können der Jungen Band.
Was soll ich weiter schreiben? HAVOCATE haben mal wieder ein solides Brett abgeliefert und konnten sicherlich – wie schon auf den Konzerten zuvor – neue Fans für sich gewinnen.

Aus dem weiten Hannover haben sich SCORNAGE – die Veranstalter des Mosh It Ups – die Thrash-Newcomer CRIPPER einschiffen lassen. Mit soliden Songs, sehr spielfreudigen Bühnenshow und einer charismatischen Frontfrau hatte die Band schnell das Publikum in der Hand. So reichten die Anwesenden auch bereitwillig ihre Hände, als Sängerin Britta zum Stage-Diving in die Menge sprang. Nach einer kurzen Runde über die Fans wurde sie dann passend zum Songende wieder auf der Bühne abgeliefert, so gehört sich das!
Im Stück „Fire Walk With Me“ – ist das eine Anspielung auf David Lynchs „Twin Peaks„? – wurde dann das Publikum noch stimmlich mit einbezogen und durfte im Refrain mitbrüllen, was auch eifrig getan wurde – Britta hatte die Öcher echt im Griff…
Nach Ende des regulären Sets wollte das aufgeheizte Publikum natürlich noch mehr, worauf die Sängerin nur meinte: „Wenn uns nun keiner den Sound ausmacht, spielen wir einfach noch einen“ – Das ist mal Rock’n Roll und eine super Aktion! Gerne mehr davon!

Wieder in der Kneipe gab es nun moderner ausgerichteten Thrash von FACE DOWN HERO. Die sehr groove-orientierte Musik animierte viele Leute zum Kopfnicken. Doch wirklich etwas hängen geblieben ist bei mir schlussendlich nicht. Auch wenn die Songs ordentlich gemacht waren, fehlte irgendwie das gewisse Etwas, um mich aufhorchen zulassen.

Ab nun sollte der Power Metal-Teil des Abends beginnen, angefangen mit THE CLAYMORE, von denen bereits ein Gitarrist bei AGAMENDON zu sehen / hören war. Auch wenn die Band instrumental schnellen und eigentlich auch recht soliden Ufta-Power Metal machten, ging mir der ziemlich typische Gesang sehr schnell auf die Nerven, so dass ich als bald das weite suchte. Irgendwann zum Iron Maiden Cover „The Trooper“ bin ich noch mal kurz in den Saal gekommen um meine Erinnerung aufzufrischen: „Warum war ich nochmal rausgegangen? Stimmt, deswegen!“ und fortan habe ich mich mit einem Bier vor dem Musikbunker vergnügt, wodurch ich BLIND SIGHT und ORDAN OGAN „verpasst“ habe. Doch da mich ORDAN OGAN schon beim letzten Besuch im Musikbunker nicht überzeugen konnten und dies hier ein Death Metal Magazin ist, kann man sich die geballte Ladung Power Metal auch mal schenken, gell? Haha!

Auch wenn ich mir die letzten drei Bands erspart habe und am Schluss sicherlich ein Bierchen zu viel intus hatte, war der Abend sehr nett! Der Großteil der Bands konnte überzeugen und war definitiv den Eintrittspreis wert. Selbst abzüglich der Power Metal Bands hatte ich tierischen Spaß und es herrschte eine sehr gute Stimmung, wie ich sie schon lange nicht mehr in Aachen auf einem Metal Konzert gesehen habe! Da freue ich mich direkt schon auf die Jubiläums-Runde im kommenden Jahr und bin mal gespannt, wer da headlinern darf!