Plastikpanzer – Demo 2009

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Moralische Frage: Ist es legitim, die Arbeit eines „Arbeits-„Kollegen zu beurteilen?
Kollege Niklas, der sonst seines Zeichens Bassist bei den Grindern Cause Of Divoce ist, hat nämlich komplett in Eigenregie ein Demo rausgebraucht. Unter dem Namen PLASTIKPANZER hat er sowohl Gitarren und Bass selber eingespielt, wie auch Drums programmiert und Texte eingebrüllt. Alles daheim am PC – die armen Nachbarn dürften ihre Freude gehabt haben, haha!

Musikalisch ist das Ergebnis recht manigfaltig, was auch leider etwas den roten Faden hinter der Sache vermissen lässt. „Es war nicht alles schlecht„, „Religionsunterricht“ und „Spielplatz“ schlagen in eine ziemlich punkige Grind-Ecke und überzeugen durch ihre simplen, aber durchweg rotzigen Riffs. An dieser Stelle dürfte den Jungs von Greed Killing das Herz um ein paar Hertz schneller schlagen (; Doch genau in diesen Songs ist dann leider der Drumcomputer das größte Manko! Zu so rotzigen Riffs braucht man auch einen Drummer, der entsprechend die Attitüde auf seinem Schlagzeug eintrümmert! Auch wenn Niklas coole Rhythmen programmiert hat, wirkt es alles etwas zu starr und leblos – was auch kein Wunder ist. Generell hätte beim Drum-Sound die Hi-Hat und das Ride etwas lauter sein können…

In den etwas Death Metal-lastigeren Liedern „Gutmensch„, „Zinnsoldat“ und „Konsumindividualegoismus“ stört der Drum-Computer zwar immer noch etwas, aber nicht so sehr, wie in den grindigeren Liedern. Das oldschoolige „Gutmensch“ mit dem coolen Slam-Part wächst mit dem Hören! Nach dem Breakdown kommt ein richtig cooles Riff und der besagte Slampart ist ein echter Ohrwurm.
Den Nu Metal- und Stakkato-Anfang in „Zinnsoldat“ (dem einzigen Lied mit Gast-Gitarristen) hätte man sich sparen können. Das dissonante Hauptthema ist zwar ganz nett, aber mir persönlich zu straight… Aber ich bin auch so ein dummer Gorguts-Fan, haha! Cool ist hingegen das Slayer-inspirierte Lead gegen Ende des Liedes!
Bei dem Lied mit dem nervig-coolem Titel „Konsumindividualegoismus“ – hör mal was weniger Jaka, die färben langsam schon ab! – klingt es ein wenig, als ob Six Feet Under auf Hate Eternal treffen. Zumindest im Riffing, nicht in den Strukturen klingt das Ende leicht nach der Truppe von Rutan.

Was man sich auf den 15 Minuten der Demo aber komplett hätte sparen können, waren zum einen das langweilig-nervige „March Of The Plastikpanzer“ (Intro) und das nervende „Rammstein„, ein Cover selbiger. Ich finde das Lied im Original schon nervtötend und langweilig, und in der Coverversion nochmal mehr. Sorry, aber da kannst Du Dir den Blumenstrauß woanders holen, lieber Niklas!

Insgesamt findet man auf dem Demo ein paar nette Ideen, die aber sicherlich durch andere Musiker hätten weiter ausgebaut werden können. Besonders ein echtes Schlagzeug würde dem Sound und dem Feeling der Songs sehr gut tun – und ja, ich weiß, wie schwer es ist, in Aachen an geeignete Musiker zu kommen! Auch wenn das Demo mich nicht direkt aus den Stiefeln haut, wird es mit weiteren Hördurchläufen besser und entfaltet hier und da seine interessante Ideen und überrascht nach so manchen Break. Als Ansporn gibt es nur 3.5 Punkte, damit Du Dich mit der nächsten Platte nochmal etwas mehr anstrengst (;

Wer Lust hat, kann auf der Myspace-Seite vom PLASTIKPANZER drei Lieder hören und das Video zu „Gutmensch“ (ziemlich witzig) ansehen. Außerdem verschickt Niklas die Demo für kleines Geld, ich glaube gerade mal P&P will er dafür haben…

[rating:3.5]

Infos:
Eigenproduktion / 2009
CDr – 8 Lieder / ~ 15 Min.