Scornage – Born To Murder The World

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Knapp drei Jahre nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums bringen die Aachener Thrasher SCORNAGE im März ihr drittes Album raus – die beiden ersten EPs habe ich mal nicht mit gerechnet. Ein wichtiger Release, sagt man doch immer, dass das dritte Album richtungsweisend für eine Band sein soll…

Und so zeigt sich seit „Sick Of Being Human“ eine deutliche Entwicklung der Band. Zum einen im wesentlich differenzierten Sound, der nun sowohl klare Gitarren, deutlichen Bass mit viel Punch und insgesamt viel Druck bietet. Und zum anderen haben sich auch die Lieder seit dem Debüt deutlich weiter entwickelt. Auf „Born To Murder The World“ steht deutlich Geschwindigkeit im Vordergrund! Zeit zum verschnaufen wird weder dem Hörer, noch Schlagzeuger Tom gegönnt! Dabei hat die Band es auch geschafft etwas mehr Atmosphäre in die nun recht düsteren Lieder zu bringen! Von Melodik und Stimmung her würde ich eiskalt behaupten, dass die Aachener fleissig At The Gates gehört haben! Dies schlägt sich auch in Guidos Gesang nieder, der nach einem noch angepissteren Tompa Lindberg klingt! Richtig krasse Leistung!

Aber so gut sich SCORNAGE auch entwickelt haben, so recht werde ich mit „Born To Murder The World“ nicht warm. Nach mehreren Durchläufen kehrt eine gewisse Vertrautheit ein, aber alles wirkt sperriger, als z.B. auf der „Sick Of Being Human„. Nicht zuletzt kann das daran liegen, dass die durchschnittliche Spieldauer der neuen Lieder bei ungefähr 5 Minuten liegt. Das kürzeste Stück ist der verdammt aggressive Opener „Made In Hell“ (das instrumentelle „SPDS“ zähle ich nicht mit) und das längste Lied der Scheibe ist mit knapp neun Minuten der Titelsong. Gerade „Born To Murder The World“ kommt trotz vieler sehr guter Ideen nicht richtig auf den Punkt: Erstmal ist ein scheinbar endlos langes Intro aus „Hellraiser“ vor dem Lied, welches dann auch nochmal recht lange braucht, bis es musikalisch in Fahrt kommt. Und leider verliert sich dann in der Mitte des Songs alles noch ein wenig in Wiederholungen, sehr schade! Ähnliches Problem, dass sich die Ideen etwas im Lied verlieren hat auch „Prototype„. Dafür kann der Titeltrack mit einem vergleichsweise gutem Solo überzeugen – was leider aber auch nicht viel heißt, da die Soli immer noch ein großes Problem bei SCORNAGE sind! Zwar sind diese seit „Sick Of Being Human“ wesentlich besser geworden, können aber dennoch nicht wirklich mitreißen.

All dieser Kritikpunkte zum trotz findet man mit „Dead & Gone„, „There Are No Innocents“ und „Razor Blade Smile“ drei verdammt starke Songs, die sich auch deutlich von den anderen abheben und durchaus eine Kauf- und Daseinsberechtigung für „Born To Murder The World“ darstellen! Als Fan von schnellem Thrash Metal mit (dunkler) Atmosphäre, Melodie und Traditionsbewusstsein sollte man der Scheibe auf jeden Fall mal ein Ohr gönnen.

[rating:4]

Infos:
Remedy Records / 07.03.2009
CD – 10 Lieder / ~ 47 Min.