Irate Architect – Visitors

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Das erste Mal habe ich auf dem Sampler zum ersten Split-Zine vom Mystical Music und dem Carnage was von IRATE ARCHITECT gehört. Komischerweise habe ich mir damals nicht die EP geholt, obwohl mir der Song „Taschenspieler“ ziemlich gut gefallen hat. Mehr oder weniger durch Zufall bin ich dann aber an die erste Langspiel-Veröffentlichung der Band gekommen: „Visitors„, die alleine schon mit dem etwas atypischen, aber richtig guten Cover auffällt.

Und meine gute Erinnerung an die Band wurde nicht enttäuscht! Dieses Debüt-Album der vier Norddeutschen ist einfach nur Oberliga! Auf hohem technischen Niveau bretzelt sich das Quartett durch die 40 Minuten von „Visitors“ ohne dabei zu vertrackt oder zu stumpf zu werden. Jeder Break ist songdienlich und keine Passage wird zu lange gespielt. High-Speed-Gekloppe trifft in einem so gut ausgewogenen Verhältnis auf Groove, wie man es eigentlich nur von Dying Fetus her kennt. Ansonsten sind die musikalischen Parallelen aber eher bei Deeds Of Flesh oder Disgorge (US) und etwas Misery Index anzusetzen.
In dieser unglaublich bösen Atmosphäre, die so dicht ist, wie ein Perser-Teppich, schreckt IRATE ARCHITECT auch nicht davor zurück, klaren, fast verstörenden Gesang zu verwenden. Die dadurch erzeugte Stimmung in „Dead End Eyes“ oder „Bygone“ lässt sich schwer in Worte fassen…
Sonst kann man die Stimme im Abwechslungsreichtum locker mit Horn von Jack Slater vergleichen: Growls, Shouts und fiese Schreie, alles sehr ordentlich und authentisch!
Neben dem abwechslungsreichen Drumming und Gesang muss aber auch der Bassist Asgard lobend erwähnt werden! Sein Spiel ist verdammt abwechslungsreich und technisch, dass viele Songs wie „Bygone„, „Imported“ oder „The Visitor“ dadurch noch interessanter werden!

Imported„, „Bygone„, „The Visitor„, „The Guestroom„, „Three Times Holy„, „High Pulse Rate„, „Seduction“ oder „Dead End Eyes„, auf dieser CD sind einfach nur ultra-starke Lieder, die auch bei mehrmaligem Hören nicht abnutzen, eher im Gegenteil! Selbst die beiden Instrumentals „Awareness“ und „Feeling The Void“ passen wunderbar ins Gesamtkonzept. Der letzte Song auf der Platte zählt sogar zu den Highlights der „Death Metal Instrumentals“ bisher!
Im sonst eigentlich eher durch „Stumpf ist Trumpf“ geprägtem Death-Grind ist „Visitors“ eine wahre Perle und für ein Debüt-Album ein unglaublicher Hammer! Hier besteht einfach nur ein Pflichtkauf!

[rating:6]

Infos:
War Antheme Records – 2008
CD – 15 Lieder / ~ 40 min.