Bilocate – Sudden Death Syndrome

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Wieder ein neues Stückchen auf der Metal-Landkarte eröffnen mir BILOCATE aus Jordanien, die mit ihrem zweiten Album in Eigenregie sicherlich für einiges Aufsehen sorgen werden! Was man auf „Sudden Death Syndrome“ geboten bekommt, braucht sich vor keiner Produktion einer Band mit großem Label zu verstecken, sondern eher das Gegenteil ist der Fall. Der Sound ist klar, kraftvoll und verdammt differenziert – genau die Art von Produktion, die BILOCATEs Musik benötigt. Das jordanische Sextett spielt (oriental) Dark Metal.

Zugegeben, nach meiner ersten Konfrontation mit dem Genre Dark Metal (das war 2002, als ich Hollenthon live sehen „musste“), bin ich gegenüber dieser Stilistik leicht voreingenommen, zu seicht waren mir immer die Grenzen zwischen Gothic Metal und Dark Metal.

Doch was BILOCATE hier abliefern, verschlägt all meine Vorurteile und überzeugt auf ganzer Linie! Auch oder gerade weil man nach einem sehr orientalischem Intro erstmal von einem 17 Minuten Monster überrannt wird, zeigt sich die gesamte Bandbreite der Band von Anfang an! Die Stimmung kommt Stellenweise in ähnliche Gefilde, wie man sie von Immolation her kennt, wobei es nicht ganz so pessimistisch wie bei den Amis zugeht, sondern eher etwas melancholischer. Dennoch setzen BILOCATE verstärkt auf Härte, was man deutlich in den Rhythmus-Gitarren und dem ziemlich wütenden, bösen Gesang merkt! Im Mittelteil von „Blooded Forest“ verschwindet das Dark Metal erstmal bis zu den Hüften in schleppenden Doom Metal, was dem Abwechslungsreichtum der Band nur zu gute kommt! Viele kleine Details in der Musik, z.B. sehr ausgereifte Basslinien und interessante Leads und Soli schaffen eine wunderbare Atmosphäre, die von dem dezent eingesetztem Keyboards nur passend unterstützt wird. Das Tasteninstrument kommt glücklicherweise nie zu sehr in den Vordergrund!

Dass man in Jordanien nicht nur durch die Songs schleppt, zeigt direkt das nachfolgende „The Dead Sea„, wo die Sechs in ziemlich zackige Uptempo-Gegenden ausbrechen. Mit vergleichsweise fröhlichen, wenn auch immer noch sehr melancholischen Akustik-Gitarren geht es in „Ebtehal“ über, damit es in „Inoculate“ wieder etwas rockiger werden kann – oder was man in diesem düstren Batzen als „rockig“ bezeichnen mag, haha!
Lediglich „Pure Wicked Sin“ fällt etwas aus dem Rahmen, was aber auch daran liegen kann, dass hier zum ersten und einzigen mal auf „Sudden Death Syndrome“ klare Vocals eingesetzt werden…

Mit ihrem gerade mal zweiten Album liefern BILOCATE ein sehr intensives Stück Musik ab, das auf jeden Fall alle Freunde von Bands wie Opeth und Konsorten mal antesten sollten! Ich wünsche der Band auf jeden Fall, dass sie als bald ein Label und somit auch die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zusteht!

[rating:5.5]

Infos:
Eigenproduktion – Ende 2008
CD – 7 Lieder / ~ 51 Min.