Japanische Kampfhörspiele / Bathtub Shitter – Split CD

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Nicht viel Zeit ist vergangen seit den letzten beiden Veröffentlichungen des Sextetts aus Krefeld (oder ist es jetzt Essen? Zumindest der Herr Kather ist ja umgezogen.). Letztes Jahr erst eine schnuckelige kleine Split mit den Grindern Poostew aus Münster und dann die leckere Neuauflage ihrer größten Hits aus der guten alten DIY-Zeit rausgehauen.
Was uns heute hier erwartet ist wieder eine Split. Diesmal mit den verrückten Japanern von Bathtub Shitter im Rahmen der Slimewave Series von Relapse. Wobei die Jaka/Bathtub Shitter Split Numero 4 von 6 darstellt. Witzigerweise ist das Cover der Split ein Bruchstück aus einem etwas größeren Bild. Dieses Bild kann in voller Pracht betrachtet werden, wenn man sich alle 6 Teile der Slimewave Series zulegt und dann aneinander legt. Dieser kaufmännische Trick lässt schon fast den YPS- und Micky-Maus-Heftsammler in mir hochkommen, aber das ist eine andere Geschichte.

Side Slime (wie es auf der hocherotisch leicht angekotzten gelb-weißen 7″ Platte heißt) gehört den Kampfhörspielen. Die Tatsache das JaKa gerade auf Splits gerne die kürzesten Songs ihres Repertoires stecken, führte hier unweigerlich dazu, dass trotz einer Spielzeit von kaum mehr als 4 Minuten 5 Songs enthalten sind (im Gegensatz zu den Badewannenscheißern mit einem einzigen Track auf der anderen Seite).
Titeltechnisch geht es durch Namen wie „Das Metalcore Konzert„, „Schöne neue Küche“ und „Mann dreht Mann durch Fleischwolf“ wieder extrem amüsant, inhaltlich extrem typisch zu. Viele schwere Breaks und sehr rythmisches Riffing mit der einen oder anderen Aggressions-Explosion.
Was die Vocals angeht ist man – durch die 2 Schreihälse – gewohnt flexibel und gerade wenn Hofi beim ersten Track „Der Westen ist geschockt“ seine sozialkritischen Zeilen runterkeift, bekommt der Begriff „Seitenhieb“ eine ganz neue Bedeutung.

Side Wave (also die andere Seite) gehört den Japanern. Hier wird Aggression in jeder Weise ausgelebt. Meistens wird schön gegrunzt. Zwischendurch kommen allerdings Vocals aus den Boxen, die mich an einen wild gewordenen Hamster auf Speed erinnern. Geschmackssache. Man beherrscht jedenfalls seine Instrumente und fräst sich schön vorwärts mit einer gut abgeschmeckten Death/Grind-Mischung. Viel mehr kann man zu dem einen Song dann auch nicht mehr sagen.
Die Lyrics hätte ich mir zwar sehr gerne mal angesehen, allerdings sind diese weder irgendwo abgedruckt noch irgendwo im Internet abrufbar. Schade eigentlich.

Letztendlich kann ich diese Split jedem empfehlen, der ohnehin JaKa und/oder Bathtub Shitter Fan ist. Ganz besonders natürlich allen derart gepolten Vinyl-Fans (schließlich gibt es die Split nur als 7″ Vinyl streng limitiert auf 1000 Stück). Also einfach mal für adäquate 4,50€ zugreifen wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ich freue mich – als großer JaKa-Fan – allerdings immernoch am meisten auf den sehr bald erscheinenden neuen Longplayer der Jungs.

[rating:4]

Info:
Relapse Records / 2007
7″ Vinyl – 6 / 8:26 min.

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