Who’s My Saviour – Glasgow Smile

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Bisher waren die Veröffentlichungen aus dem Hause POWER IT UP-Records immer eine Garantie für gute Musik. Label-Chef Tom hat einen guten Musikgeschmack und ein sehr gutes Händchen für Newcomer! Und dieses beweist er wiedermal mit WHO’S MY SAVIOUR. Zugegeben kann man auf Grund des Bandalters nicht wirklich von Newcomern sprechen, wurde die Band bereits 2001 gegründet. Aber da „Glasgow Smile“ das Debütalbum der Rostocker „Grinder“ ist – die beiden Split-Sachen vorher mal außen vor gelassen -, nenne ich sie dennoch so, haha!

WHO’S MY SAVIOUR aber einfach nur in die Schublade „Grindcore“ reinzustecken wäre schlichtweg infam! Das Trio aus dem Norden der Republik spielt viel mehr, als man es von „klassischen“ Grindcore-Bands erwarten könnte! Es kommen richtig schwere, schleppende Elemente aus dem Sludge in die Musik, depressive und verzweifelte Atmosphäre und Melodik aus Doom und Post-Hardcore schwängern diesen wütenden Bastard. Das Resultat ist verdammt eigenständig, komplex und schon beinahe progressiv! Man könnte schon fast von Avantegard-Grindcore sprechen, doch würde das WHO’S MY SAVIOUR wieder auf einen Stil festnageln!
Was mir an „Glasgow Smile“ am besten gefällt, ist der Fakt, dass das verzweifelte, depressive Element die Musik beinahe fragil erscheinen lässt, durch den fetten Bolzen chaotischen Grindcores aber wieder in einer extrem wütenden, und brutalen Fassette zeigt, wie sie einige Highspeed-Akrobaten heute leider oft vergessen. Die unkonventionellen Ideen, Riffs und Songstrukturen brauchen vielleicht ein oder zwei Hördurchläufe mehr, bis sie zünden, anschließend verliebt man sich aber in das Gesamtkonstrukt um das schottische Lächeln!

Mit „Glasgow Smile“ liefert WHO’S MY SAVIOUR ein verdammt beeindruckendes Debüt ab, das man als Fan von sehr ausdrucksstarker, wütender Musik definitiv mal antesten sollte!

[rating:5]

Infos:
Power It Up-Records / 11.2007
CD/LP – 16 Lieder / 29:48 min.