Under The Pledge Of Secrecy – The Convoluted Line

 , , , , ,

Jesus Maria! Was für ein Himmelfahrtskommando! Und das sogar in mehrfacher Hinsicht, UNDER THE PLEDGE OF SECRECY aus Aachen machen keine Kompromisse! Weder bei ihrem Sound, noch bei ihrem Veröffentlichungs-Medium! Das erste Lebenszeichen dieser Krachkapelle erscheint nämlich sowohl auf CD wie auch auf Vinyl, dieses sogar in einer schwarzen und einer weißen Pressung. Für die erste EP einer Band ist das schon ziemlich krass!

Krasser ist aber dann noch die Musik der Band: Brutaler Mathcore, Grindcore, Hardcore treffen aufeinander, wie so schön von der Band selber formuliert: Wie eine 128M-Welt auf ein 64K-Hirn! Zugegeben, ziemlich geekig, diese Metapher, aber sie passt wunderbar in das leicht technische Konzept hinter „The Convoluted Line“. Dieser Aspekt findet sich ebenso auf dem Cover noch mal in Form einer ziemlich abgedrehten Maschine, und zwischen den Liedern, wie eine Art roter Faden, der alles zusammenhält. Und diesen Zusammenhalt braucht auch der Hörer beim ersten Durchlauf der Platte! Verdammt viele Breaks, Tempowechsel und Dissonanzen stürmen auf den Menschen vor den Boxen ein und erwecken das Bild von etwas *Core-lastigeren AMOK (ch) oder schnelleren, noch verfrickelteren CEPHALIC CARNAGE. Sicherlich dürfte als Referenz auch DILLINGER ESCAPE PLAN nicht der falsche Name sein.
Neben High-Speed krach findet man auch klare, fast jazzige Elemente („The Change Is Completet“) über sehr atmosphärische, bedrückend bis verstörende Teile („64k Brain In A 128M World“, „Millenium Memories“) als feine Nuancen in die Lieder, die die ohnehin manigfaltigen Fassetten nochmals erweitern und auch beim 100sten Hören noch Details offenbaren!

Detailiert und liebevoll ist übrigens auch die Aufmachung der CD / LP. Bei der Schallplatte ist noch ein Faltblatt mit den Liedtexten bei und bei der CD, die wohl auch in einem Digipak daherkommt, soll nochmal das Cover als Poster bei sein, wenn ich mich recht entsinne.

Insgesamt bekommt man ziemlich Value for Money! Und ich für meinen Teil stehe voll auf diese beklemmende, verfrickelte Scheiße! Wer sich nicht von späten GORGUTS, dissonanten CRYPTOPSY, CEPHALIC CARNAGE oder den schweizer AMOK abschrecken lässt, sollte definitiv mal ein Ohr riskieren, auch wenn man Gefahr läuft, dieses zu verlieren! Wer hingegen auf klare Songstrukturen und nachvollziehbare Lieder steht, sollte auf jeden Fall die Finger von „The Convoluted Line“ lassen!

[rating:4.5]

Infos:
Eigenproduktion – 2008
CP/LP – 4 Lieder / ~18min.