Torture Squad – Hellbound

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Wie originiell, ein Album, dass mit einem recht billigen, Synthi-Orchestra-Instrumental beginnt, wie man es eigentlich nur aus frühneunziger Computer-Rollenspielen kennt… Aber die Neuerfindung des Rades darf man eh nicht erwarten, bei den Brasilianern von TORTURE SQUAD steht oldschool Thrash Metal mit paar dezenten Blastbeats (z.B. „Living For The Kill“, „The Beast Withing“, o.a.) auf dem Programm.
Dabei klingen die Lieder zwar recht solide, untereinander aber ziemlich ähnlich und austauschbar. Für meinen Geschmack wirken die Blastpassagen deplatziert und störend – Oh mein Gott, habe ich das gerade geschrieben??
Richtiges Oldschool-Feeling kommt trotz der angestaubten Riffs und altekannten Zitate und Bausteine nicht wirklich auf. Wenn man aber bedenkt, dass die Band bereits seit Anfang der 90er musiziert, und schon ein paar Alben rausgebracht hat, so muss ich mir doch über die Entwicklung ein paar Gedanken machen! Vor 20 Jahren wäre das Album bei mir sicher besser angekommen… Und die – für Thrash Metal extrem lange Spieltzeit – von über 50 Minuten, pro Song durchschnittlich um die 5 Minuten+, ist da nicht gerade dienlich. Thrash muss flott und zackig auf den Punkt kommen! Sonst überlebt doch keiner den Moshpit! Lediglich das akustische Instrumental „The Four Winds“ bleibt unter drei Minuten!
„Twilight For All Mankind“ klingt durchweg interessant, erinnert mich zuweilen ein wenig an DEFLESHED, wären die Parts mit den klaren Gitarren nicht, die den Song auch ein wenig auseinanderpflücken. Ebenfalls positiv fällt der Titeltrack von „Hellbound“ auf, der nicht primär auf Geschwindigkeit, sondern Atmosphäre arbeitet.

TORTURE SQUAD legen hier ein sicherlich solides Album ab, das aber leider etwas angestaubt und altbacken klingt. Ebenso sehe ich die Band besser bedient im Thrash Metal, weil die Death Metal Elemente nicht so recht in das gesamt Konzept passen! Aus der grauen Masse an Veröffentlichungen sticht „Hellbound“ aber an keiner Stelle heraus.

Infos:
Wacken Records – April 2008
CD / 10 Lieder – 52:05 min.