Sodom – The Final Sign Of Evil

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Heavy Metal an sich polarisiert gerne schon mal die Gemüter. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Nun kann so eine Meinungstrennung nicht nur von einem Musikstil, sondern auch einer einzelnen Platte hervorgerufen werden, wie auch im Fall von „The Final Sign Of Evil“ von SODOM! Wenn man sich die Meinungen in den einschlägigen Online-Musikmagazinen anschaut, so lieben die einen dieses Re-Release, derweil die anderen es unnötig wie einen Penis am Kinn finden.
Eines haben aber alle Kritiken gemein: Sie bedienen sich fast alle einheitlich am Hintergrund um diese Veröffentlichung um ihre Kritik zu beginnen, haha! Um euch alles in voller Länge zu ersparen, hier ide Kurzfassung: Zu den Aufnahmen der DVD von SODOM hat die Band nochmal im Gründungs-Line-Up zusammengesessen und unveröffentlichte Aufnahmen aus der Zeit ihrer ersten EP, „In The Sign Of Evil“ gehört. Schlussum wollten sie in dieser Konstellation das Material zusammen mit ihrem ersten Output nochmal eintrümmern und so veröffentlichen, wie sie es ursprünglich von der Band geplant war. Auf Anmerkungen über „Labelpolitik“ und „Vertrauen in den Erfolg der Band“ verzichte ich mal einfachhalber…

Das Ergebnis dieses Unterfangens ist nun knapp 50 Minuten (im Vergleich, die original EP dauerte um die 18 Minuten) simpler, auf richtig alt gemachter Thrash Metal . Die alten und „neuen“ Lieder sind in keiner für mich erkennbaren Reihenfolge auf das Medium gebannt. Dennoch hört man die Unterschiede zwischen dem Material: Die alten Sachen sind eine Nummer zackiger und dreckiger als die „neuen“. Und wirklich vom Hocker reißen mich nun „Sons Of Hell“, „The Sign Of Sodom“, „Ashes To Ashes“ oder „Bloody Corpse“ nicht!
Da rocken „Where Angles Die“, und natürlich die alten Klassiker „Outbreak Of Evil“, „Witching Metal“ und „Blasphemer“ schon wesentlich mehr!
Wäre „The Final Sign Of Evil“ ein simpler Re-Release der ersten EP mit bisher unveröffentlichtem Material, würde ich den folgenden Punkt gar nicht erst ansprechen. Da aber immer wieder betont wurde, dass die alten Sachen im original Line-Up von 1984 neu eingespielt wurden, finde ich es sehr bedauerlich, dass der Sound dermaßen grottig ist! Oldschool-Feeling hin oder her, eine etwas differenziertere Produktion hätte dem Album wirklich gut getan.
Ebenso scheinen Timing, Tempo und Takt totale fremdworte für dieses Line-Up von SODOM zu sein! Mir ist nun echt egal, ob dies bewusst so geschehen ist, um das „Oldschool-Feeling“ zu erzeugen, oder weil Witchhunter schon lange nicht mehr getrommelt hat. Fakt ist, dass es nach heutigen Standards ziemlich auffällig holpert und besonders in „Outbreak Of Evil“, „Sons Of Hell“ oder „Where Angles Die“ den Hörspaß mindert. Im erstgenannten Stück variiert das Schlagzeug so unglaublich vom Timing, das es selbt beim Nebenbeihören stört und die Aufmerksamkeit auf sich zieht! Nachdem Chris „Witchhunter“ Dudek, der ehemalige Drummer von SODOM, am 07. September 2008 verstorben ist, will ich noch mal betonen, dass ich weder Ihm, noch SODOM an’s Bein pissen will! Die Band hat damals wirklich großes für die Entwicklung des Metals getan. Doch nach all dem Tamtam, das um diese Veröffentlichung gemacht wurde, ist man als Fan schon ein wenig enttäuscht…

An dieser Stelle verzichte ich auf eine Punktwertung, einmal, weil „In The Sign Of Evil“ urspünglich ein ziemlich wichtiger Release, nicht nur für die deutsche Szene, war und zum anderen aus Respekt vor der Leistung von SODOM und Chris „Witchhunter“ – Ruhe in Frieden!

Infos
Steamhammer – 30.07.2007
CD – 12 Lieder / 49:49 min.