Mind Snare – Black Crystal Sun

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Aus dem morastigen Sumpf der Endachtziger kommt die italienische Band Mind Snare, die die 90er damit verbracht hat unzählige Demos und Mini-CDs zu veröffentlichen. Erst im neuen Jahrtausend brachte man die ersten Full Length Player auf den Markt, wie beispielsweise das 2005 Werk „From Blood To Dust“.
Mit „Black Crystal Sun“ gibt es jetzt zur Abwechslung mal wieder ein Mini-Album, das mit einer Spielzeit von gut 20 Minuten amtlich ausfällt. Neben vier neuen Songs und einem Intro, gibt es zusätzlich zwei Livetracks vom letztjährigen Obscene Extreme und einen nett gemachten Videoclip.
Die Scheibe richtet sich an alle Oldschool Death Metaller, die mit einem schön dreckigen Sound und einer ordentlichen Portion Groove etwas anzufangen wissen. Nämlich den Schädel verdammt nochmal zu schütteln! Um den Nacken so richtig zum Knacken zu bringen werden gezielt gesetzte Blastpassagen zum Einsatz gebracht, die öfters mit Doublebasssalven ergänzt werden. Die Instrumentalisten gewinnen zwar keinen Preis in Punkto neue Ansätze oder aberwitzige, technische Gemeinheiten, wissen jedoch eine düstere, morbide Stimmung zu erzeugen, die im wirklich ausgezeichneten „I Shall Never Fall“ gipfelt, dessen Mitgrölrefrain sich gnadenlos ins Hirn brennt. Ebenfalls gut ist der Tieltrack, dessen Gitarrenleads zwar etwas lauter hätten sein können, der aber sonst ordentlich knallt. Besonders schön der zähe Mittelteil, der in Suppenform wahrscheinlich sofort tödlich wäre (sorry, für das blöde Beispiel, aber ich muss dabei einfach an zähflüssige, böse Suppe denken – Anm. d. Verf.). Der Sound der Scheibe ist, wie erwähnt dreckig, kann sich aber durchaus hören lassen, da er zum oldschooligen Feel passt, wie die Faust aufs Auge.
Die zwei abschließenden Live-Songs weisen zwar deutlich betonte Mitten auf, gehen aber sonst in Ordnung, wenn man keine Highend Sounds erwartet.
Im Großen und Ganzen liegt hier ein ansprechendes Produkt vor, das allen Oldschoolern und solchen die es werden wollen gefallen wird. Wenn die ersten beiden Tracks einen Tick stärker gewesen wären, wären sicher auch fünf Punkte drin gewesen.


Eigentlich stammt diese Kritik schon vom 17.10.2006 von Martin, aber bisher habe ich es irgendwie verschlampt, sie irgendwie zu veröffentlichen…. )= – Anm. v. Chris

Infos:
Cunt Butcher Records – 2006