Common Grave – Dehumanized

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Zum Glück ist Metal eine recht zeitlose Angelegenheit! Sonst wäre es wenig sinnvoll, dieses Schätzchen, das mir die COMMON GRAVE bereits 2006 hat zukommen lassen, noch zu besprechen! Da aber für einen richtigen Metaller das Veröffentlichungsdatum eines Album meist relativ irrelevant ist, reiche ich nun die Kritik zum Erstlingswerk der Neunburger nach!

Auf den ersten Blick wirkt das Cover mit den verschiedenen zusammengestückelten Fotos etwas billig, doch ein zweiter, detailierterer Blick offenbart sehr sozialkritische Details: Obdachlose, öffentliche Hinrichtungen, Fettabsaugungen und die klare Aussage „Stop War, Smash Capitalism“ direkt über einem Bildnis von George W. Bush jr.. Mit all diesen Details wirkt das Titelbild von „Dehumanized“ viel erfrischender und ungewöhnlicher, als all die Leichenfick- und Mittelalter-Folter-Bilder, die man sonst eher in unserem Musikfeld findet, so ein Cover würde ich eher von einer Grindcore-Band erwarten.

Aber mit Grindcore haben COMMON GRAVE nichts am Hut, hier gibt es Death Metal in Vollbedienung! Nach einem nutzlosen Intro böllert „Lethal Faith“ brutal aus den Boxen, bevor es in einen nakenzerbrechenden Groove wechselt! Dieses Zusammenspiel von krasser, authentischer Brutalität (nix mit lieblosen Gravityblast-Orgien!) und extrem pushenden, den Bewegungsdrang förderm Groove zieht sich durch die ganze Platte und bring eigentlich jeden Song auf ein ziemlich konstant hohes Niveau. Nur „Instinct“ hängt im Gesamtkonzept etwas durch, was aber auch den Vorteil bringt, dass das nachfolgende, saugeile „P.G.“ doppelt so geil klingt, haha!
Durch geschickte Breaks (z.B. „Lethal Faith“ oder „Reborn Through Hate“), leicht thrashige Riffs („Sick On Speed“), Hummelgitarren („Reborn Through Hate“, „Instinct“) und Slam-Schrammelschrammel-Quietsch-Quietsch-Teile (z.B. „Instinct“, „Lethal Faith“) würzen die ganze Mischung zusätzlich! Als Vergleich würde ich vielleicht weniger technische DYING FETUS nennen! Etwas gewöhnungsbedürftig sind wohl die Fiep-Töne in „657“, wobei der restliche Song wunderbar funktioniert.
Über den Sound muss man sich auch keine Sorgen machen, wurde die Scheibe doch von Stefan Fimmers und Muhammed Suicmez (beide NECROPHAGIST) produziert und gemixert!

Insgesamt verlieren sich die weniger guten Teile von „Dehumanized“ zwischen all den wunderbaren, mitreissenden Teilen und zwingen mich im Blasttempo auf die Abspieltaste zu hämmern, wenn die CD vorbei ist! Wenn der nächste Output der Band ähnlich hohes Niveau fährt, werden wir von COMMON GRAVE definitiv noch einiges Hören! Den 2006er Output kann ich bedenkenlos an jeden Death Metal-Fan empfehlen!

(Noch mal dickes Danke an COMMON GRAVE und ein fettes Sorry, dass die Kritik jetzt erst kommt!!)

Infos:
Eigenproduktion / Twilight Vertrieb – 2006
CD – 10 Lieder / 35:58 Min.