Chthonian – Of Beatings And The Silence In Between

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Habe ich mich noch im letzten Review über den Einheitsbrei des Black Metals von SVARTKRAFT beschwert, bekommt diese Stilrichtung direkt die Gelegenheit zur Rehabilitation in Form von „Of Beatings And The Silence In Between“ von CHTHONIAN!
Diese Platte fällt erstmal wegen dem ungewöhnlich komplizierten Bandnamen auf – und VIU DRAKH haben immer behauptet, sie hätten den Namen nur gewählt, weil den keiner richtig schreiben könnte, haha! Aber an dieser Stelle nochmal Danke an Herrn Lovecraft für seinen riesigen Pool an komischen Namen! – und wegen dem coolen Cover-Konzept: Das Cover ist auf braunem „Naturpapier“, das den Öko und Recycling-Fan in uns Metallern sicherlich freudig ansprechen wird. In dem Booklet finden wir misanthropische Textfragmente und stilisierte Äste neben einem schwarzbraunem Bandbild.

Musikalisch geht es bei dem Trio um FINNTROLL-Schreihals Mathias „Vreth“ Lillmåns, der hier ebenfalls den viersaitigen Tieftöner bedient, zwar tendentiell eher in Richtung Black Metal, findet aber auch deutliche Elemente des Death Metals, was mir schon bedeutend positiver ausstößt, als das reine Schwarzwurzelnekrofikgedöns! Auch wenn die Gitarren weniger in sägenden Höhen rumschrammeln, schaffen CHTHONIAN eine äußerst kalte und misanthropische Athmosphäre, die sich stellenweise in ziemlich dichten Klangwänden (z.B. „Larvae, Nymph, Decay“ – eine Hommage an mich als Hobby-Entomologen, haha!) gleichsam niederschlägt!
Recht eingängige Melodien wie in „Sanguine Sadism“ bleiben dem Hörer im Gedächtnis und schaffen einen gewissen Wiedererkennungswert, den heute beim Deibel nicht alle Metal-Bands erreichen! Neben Melodik und Atmosphäre darf aber auch das brutale Geholze nicht fehlen oder zu kurz kommen, sonst würde es keine positive Worte von meiner Seite aus geben, haha! So böllert der Opener, der Titeltrack, „Weep Human Weep“ oder „That’ll Teach You!“ vornehmlich im Blasttempo aus den Boxen und erlaubt es die Misanthropie gegen den Nachbarn auch gleichsam akustisch zu untermalen!

Bonuspunkte gibt es von mir nochmal für den ziemlich witzigen Albumtitel! Als Fazit bleibt ein ordentliches, ziemlich kaltes und wuterfülltes Black Metal-Album mit einem ordentlichen Schuss Death Metal, was es sicher zu den besseren Schwarzwurzel-Scheiben meiner Sammlung gesellen wird! Nur ist das Album gefühlt viel zu schnell zuende, ein Lied mehr hätte der Platte definitiv nicht geschadet!

Soweit ich das recht mitbekommen habe, Zimmern die jungens aktuell bereits den Nachfolger ein oder sind damit sogar schon fertig…

Infos:
Twilight – 13.04.2007
CD – 8 Lieder / 27:19 min.