Cerebral Turbulency – Crash Test

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Es bietet sich an auch dieses Review damit zu beginnen, wie krank doch die tschechische Death/Grind Szene musikalisch betrachtet ist. Um mal etwas Abwechslung in die Reviews dieses Webzines zu bringen, lassen wir es aber doch sein und wagen uns von einer anderen Seite an die Materie heran.
Mein subjektiver Eindruck der im April erschienenen Scheibe „Crash Test“ ist ziemlich einfach zu beschreiben. Grausam, kopfschmerzverursachend und nervig. Dieses Album wird die nächsten zehn Jahre bei mir nicht mehr aufgelegt. Der Sinn dieser Krachkollage hüllt sich in undurchsichtige Nebelschwaden. Wildes Gekloppe auf dem Schlagzeug, unglaublich unpassend Breaks, langweilige Gitarren, ein nervtötender Sänger und nutzlose Soundsamples zwischendurch. Ich sage dankend nein.
Von einem neutraleren Blickwinkel – so fern man das von einem CD-Review überhaupt sagen kann – ist die Musik von Cerebral Turbulency wohl am ehesten als eine Mischung aus Harcore, Grind und viel Muse zum Experimentieren zu beschreiben. Lärmkaskaden lösen sich plötzlich in einer fröhlichen Ufta-Grind-Polka auf, die wiederum in leicht folkloristische Rhythmen übergeht. Klingt toll, kommt aber ziemlich unnachvollziehbar rüber.
Das schlimmste an „Crash Test, womit mir die wertfreie Ebenen wieder ziemlich schnell verlassen, ist jedoch das ständige Gebrülle des Sängers, der scheinbar ohne jede Rücksicht auf den so genannten Song ins Mikro schreit, dass man glauben muss er wolle frische Heringe auf einem Hamburger Markt an den Mann bringen. Spätestens nach zwei Liedern will man die CD einfach ausmachen, weil einem die Stimme nur noch auf die Eier geht. Komisch, den Live-Auftritt der Tschechen habe ich gar nicht als so furchtbar in Erinnerung aber was sie hier abliefern ist einfach Grütze, die mal so gar nicht zum Tanzen oder Staunen anregt. Somit ist „Crash Test“ wörtlich zu nehmen und weder was für Grinder noch für Technikfanatiker.
Keine Ahnung was uns der Künstler damit sagen will.


Eigentlich stammt diese Kritik schon vom 01.11.2006 von Martin, aber bisher habe ich es irgendwie verschlampt, sie irgendwie zu veröffentlichen…. )= – Anm. v. Chris

Infos:
Khaaranus Productions – 2006