Blood Red Throne – Come Death

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Pünktlich zum Zwei-Jahres-Rhythmus haben die Jungs um Ex-Emperor Tieftöner Tchort ihr mittlerweile fünftes Studio-Album veröffentlicht. Wie bereits der Vorgänger „Altered Genesis“ erschien „Come Death“ auf dem britischen Krachlabel Earache (zum heutigen Zeitpunkt vor etwas mehr als einem Jahr, haha!).

Noch mit dem 2005er Output im Hinterkopf muss ich gestehen, dass ich etwas voreingenommen an „Come Death“ rangegangen bin – und mich plötzlich gezwungen sah, nochmal in „Altered Genesis“ reinzuhören! Waren das die gleichen BLOOD RED THRONE? Sicherlich war die technische Finesse schon auf dem letzten Album erkennbar, wenngleich dieses noch zu uninspiriert und gesichtslos war, um sich von der Masse abzuheben.
Anders sieht es hingegen mit „Come Death“ aus! Hier wird das bestehende technische Können mit dem benötigten Feeling und einem feinen Gespühr für die Songs in acht eigenen Lieder und dem GORGUTS-Cover „Disincarnated“ umgesetzt. Letzteres stammt übrigens im Original aus der Frühphase der Kanadier („Considered Dead“ von 1991) und entbehrt sich entsprechend der kranken, dissonanten Frickelei, die ich an späten GORGUTS so liebe… aber wenn ich ehrlich bin, gefällt mir das Original besser, als das Cover von BLOOD RED THRONE, welches sich aber sehr nahe an der Vorlage orientiert. Nur gefällt mir der warme Sound der „Considered Dead“ besser…

Primär geht es an dieser Stelle aber um das eigene Material von BLOOD RED THRONE, dass – wie schon erwähnt – weit songdientlicher ausgefallen ist, als auf dem Vorgänger! Bereits im Opener der Scheibe zeigt Bassist Erlend sich wesentlich mehr im Gesamtbild, obwohl er immer noch eine auffällige Sonderrolle innerhalb der Lieder spielt. Die Rolle des solierenden Basses wird direkt in „Deranged Assassin“ fortgesetzt, eine wütende Oldschoolwalze, die wie eine Dampfmaschine in’s Genick geht! Und der technische Part in der Mitte des Songs ist wirklich passend und mitreißend, zumal er direkt in einen coolen, groovigen Uptempo-Teil mündet.
In „Guttural Screams“ finden wiedermal SUFFOCATION ihren Patenstand, Slam-Groove inklusive (für Ententanz-Fähige Parts sollte man übrigens auch mal den Titeltrack anhören!), aber in der Mitte des Songs finde ich auch ein Zitat von späten CARCASS! Neben totalen Highspeed-Orgien wie in „Slaying The Lamb“ finden sich aber auch dicke Midtempo-Brecher wie „Taste Of God“ oder „No New Beginning“ (wieder mit CARCASS-Zitaten, haha), die dem Gesamtbild der CD in Punkto Abwechslung nur zu Gute kommen!

Ich für meinen Teil bin echt positiv von dem Teil überrascht! Wenn die Norweger so weiter machen, erwartet uns 2009 was großes in Sachen traditionsbewusstem Death Metal! Solange kann ich Fans der alten amerikanischen Schule „Come Death“ nur nahelegen!

Infos:
Earache – 24.08.2007
CD / 8 Lieder – 42:31 min.