With Passion – What We See When We Shut Our Eyes

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Schöne Scheiße, diese Kritik ist quasi eine Totgeburt! Gegründet im Jahre 2002 haben WITH PASSION mehrere schwere Probleme mit dem Line-Up gehabt und sich dann – wohl auch auf Grund von wenigem Support durch ihr Plattenlabel EARACHE – Mitte 2007 dazu entschlossen, sich aufzulösen! Verdammt schade! Denn das Debüt-Album der jungen Band klang verdammt vielversprechend!

Sehr moderner Death Metal, mit einem feinem Hauch Metalcore, der aber ausnahmsweise mal nicht nervt. Hier ein paar coole melodic Death Metal Elemente oder Thrash-Riffs und ein gewaltiger Haufen Verspieltheit, dezente Jazzelemente und viel technisches Gefrickel! Definitiv der Beweis dafür, dass moderner, melodischer Death Metal NICHT nach schwuler Metalcore-Kacke klingen muss und sowohl Eier als auch technisches Können haben kann! Selbst diese nervenden Stakato-Riffs sucht man vergebens! Dass es sowas mal geben wird, hätte ich beinahe nicht mehr zu glauben gewagt!

Vergleiche zu Meshugga oder anderen technischverspielten Bands brauchen die Jungs nicht zu scheuen, auch wenn ich genannte Band nicht ganz in den Kontext bringen würde… Eher ein wenig Atheist (z.b. „Encryption“), eine Hauch Necrophagist oder Beneath The Massacre… Aber sämtliche Vergleiche fruchten eh nicht, insgesamt ist, Verzeihung, war WITH PASSION schon ziemlich einmalig!
Der Titeltrack ist einfach nur hammergeil, das verspielte Solo in „Tales Of The Sirens“ zeigt, dass nicht nur Power-Metal mit zweistimmigen Melodien dahergewinselt kommt! Einzig der Gesang wirkt in Anbetracht der heutigen *Core-Bands ein wenig „monoton“ und ist vielleicht am ehesten mit Screams von THE BLACK DAHLIA MURDER zu vergleichen, was aber nicht unbedingt schlecht ist! Ein paar kernige Grunzlaute hätten die CD aber nochmal weiter aufgewertet.

Ich kann mich nur wiederholen, eine Schande, dass sich diese geniale Band aufgelöst hat! Andererseits entgeht man aber somit einer übersteigerten Erwartungshaltung an einen Nachfolger. Für mich war WITH PASSION definitiv DIE Neuentdeckung 2007! So wird das Album nun einen Ehrenplatz in meiner Sammlung bekommen und definitiv noch häufig seinen Weg in meine Anlage finden!

Nebenbei: Das Cover und der Titel erinnern mich an die Traumgeschichten von H.P. Lovecraft, kann aber auch nur Zufall sein… Mir fehlt leider aktuell das Booklet, da ich nur eine Pappschuber-Promo-CD habe…

Infos:
Earache – April 2007
CD – 10 Lieder / 52:43 min.