Ephel Duath – Pain Remixes The Known

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Auch wenn der Bandname der außergewöhnlichen Truppe aus Italien auf den ersten Blick exotisch anmuten mag, so stammt dieser aber mal wieder auch nur diesem komischen Machwerk von Tolkien. Wer nun in Folge dieser Info irgendwelches episches Folk Metal oder melodisches Black Metal-Gedöns erwartet, der wird arg überrascht! Wo normalerweise der Begriff Avantgard gerade im Black Metal inflationär verwendung finden mag, werden die Italiener dieser Schublade äußerst gerecht! „Normalerweise“ bedient sich die Band nämlich von Elementen des Black Metals, des (Post-)Hardcores und Jazz – eine ziemlich kranke Mischung! – An dieser Stelle sage ich aber bewusst „normalerweise“, weil das vorliegende „Album“ ein weiteres Mal den „konventionellen Rahmen“ der Band sprengt – wie man vielleicht schon am Titel erahnen mag, handelt es sich um ein Remix-Album…

Was sicherlich für eine reine Metal Band etwas außergewöhnliches ist und nicht immer funktionieren kann, wirkt bei EPHEL DUATH Wunder! Die ohne hin ziemlich geniale Band wird durch die Verwurstung der Lieder noch außergewöhnlicher und sprengt abermals die Grenzen des bisher erwarteten! Einprägsame Songstrukturen, metaltypische, gleichmäßige Rhythmik und konventionelle Instrumentallisierung sucht man Stellenweise vergebens! Hier stand hauptsächlich Vater Drum’n Bass und Mutter Industrial (der Richtige, nicht so Elektrokacke) Pate für sehr eigenwillige Songkonstrukte, die teilweise Atmosphäre, stellenweise hypnotisch, manchmal ein wenig fragil und ein anderes Mal ziemlich aggressiv aus den Boxen kommt. Polyrhythmik, Breakbeats, Synthesizer treffen auf harte Metal-Gitarren, krude Saxophon Intermezzi, tragend monotonen Sprechgesang und wütende Screams, Vocals, die stellenweise durch rückwärtsabspielen (wie im Opener) ziemlich verzerrt und befremdend wirken – Um an anderer Stelle („Hole III“) wieder entspannt und ausgeglichen zu wirken!

„Pain Remixes The Known“ ist KEIN Album für den typischen Metal-Fan. Es dürfte für den normalen Konsumenten von Drum’n Bass auch schon deutlich eine Nummer zu extrem sein. Selbst für Fans von Industrial könnten einige Elemente, Breaks und Effekte verstörend wirken. Doch vielleicht ist gerade letzt genannte Zielgruppe doch primär predestiniert für diesen äußert genialen Output, den ich nicht mehr in meiner Plattensammlung missen will! Stücke wie „Hole IV“ oder „Hole III“ schaffen eine unglaublich dichte Atmosphäre, die durch Kontraste in Dynamik und Rhythmik den geneigten Hörer fesselt und in eine andere Welt entführen kann…

Infos:
Earache – 2007
CD – 9 Lieder / 44:30 min.