Defloration – „Was gefällt mir am US Death? Einfach alles!“

An dieser Stelle gibt ein kurzes aber, wie ich finde recht gelungenes Interview mit Christian, dem Schlagzeuger der Brutal Deather von Defloration. Auf ihrem Debütalbum „Dripping With Blood“ gibt es die volle Bedingung für alle die auf Suffocation, Dying Fetus u.ä. Bands stehen. Wenn ihr mehr über diese deutsche Death Metal Hoffnung erfahren wollt, seid ihr hier genau richtig. Viel Spass beim Lesen!


Hallo Christian! Macht sich der Frühling bei euch in Jena langsam breit oder sitzt ihr noch zitternd hinterm Ofen? Mir persönlich reicht der Winter langsam!

Mir auch! Aber es wird langsam Frühling! Dann geht’s wieder ans Wasser mit nem Gill und paar Thüringer Bratwürsten und wir trinken Bier bis wir einschlafen…! ;-)

So, nur aber fix zu interessanteren Themen, wie z.B. eurem Album „Dripping With Blood“. Wow, das Teil ist echt ein Hammer geworden! Wie kommt man als ehemalige Punkrock-Band dazu ein dermaßen ausgefeiltes, brutales und technisches Werk einzutrümmern? Kannst du kurz erzählen, wie es dazu kam, dass ihr dem Rock ade gesagt habt um dem brutalen Tod zu frönen?

Eigentlich ist das mit dem Death Metal aus einer Laune heraus entstanden. Wir saßen mal wieder im Proberaum und hatten nichts zu tun, da haben wir einfach mal aus Spass nen Grindcore Song Namens Blasphemy II gemacht! Irgendwie haben wir gefallen daran gefunden und mit dem Einstieg von Uwe war dann völlig klar in welche Richtung wir gehen werden….ne Punkrock Band waren wir eigentlich nicht wirklich, haben halt im Proberaum bissel rumgeklimpert und wir haben es Punk Rock genannt.

Was mir an „Dripping With Blood“ besonders gefällt ist, dass die Songs, obwohl sie brutal sind, recht gut im Ohr hängen bleiben. Zwar setzt ihr nicht wirklich auf Melodien, bringt aber immer wieder kleine Details, die sich ins Gehör brennen. Wie wichtig ist es euch aus der gesichtslosen Masse heraus zu stechen?

Also prinzipiell ist es heutzutage schon sehr wichtig aus der Masse heraus zu stechen, da der Markt völlig übersättigt ist. Mittlerweile gibt es tausende von Death Metal Bands und man hat es dadurch sehr schwer einen „festen Platz“ in der Szene zu finden. Dadurch muss man sich halt irgendwie bemühen Songs zu schreiben, die den Leuten im Ohr hängen bleiben und das gewisse etwas haben. Nur bis man dieses Ziel erreicht hat ist es ein langer Weg und viel harte Arbeit.

Trotzdem sind eure Einflüsse, Suffocation und Dying Fetus, nicht zu verleugnen, da sie die Basis eurer Mucke bilden. Was gefällt dir so am brutalen US Death und was hältst du von den letzten Releases der oben genannten Bands?

Hu, gute Frage! Was gefällt mir am US Death? Einfach alles! Ich finde die musikalischen Fähigkeiten vieler Bands und Musiker einfach so faszinierend. Wenn man sich die US Bands mal anguckt, da ist ein Drummer oder Gitarrist besser als der andere. Wahnsinn. Die haben wahrscheinlich nie was anderes gemacht als ihre Instrumente gespielt. Zu den letzten Releases der beiden oben genannten Bands kann ich eigentlich nichts Kritisches sagen. Ich finde sie sehr gut. Sicherlich nicht die besten Veröffentlichungen, aber an „Pierced from Within“ oder „Killing on Adrenaline“ werden sie eh nicht mehr rankommen.

Erstaunlich finde, ich auch, dass euer Longplayer eine sehr konstante Qualität aufweist. Defloration ist bestimmt nicht euere erste Band, was?

Damit hast du Recht, aller Mitglieder haben vorher schon in anderen Bands gespielt bzw. spielen da noch. Ich für meinen Teil habe, als ich mit Schlagzeug spielen anfing, in einer Band namens Cimcrate Park gespielt, das war so Black Sabbath mäßig. Bertram und Sebastian haben vorher, bzw. spielen noch bei einer Band namens Stolen Pleasure, wo sie eher die melodische Schiene fahren. Unser Sänger Uwe hatte früher mal Impending Doom gegründet und dort ne Zeit lang Gitarre gespielt. Und unser Basser Repper hat vorher in einer Rotzrock Band namens The Speedfreaks gespielt, wo Bertram im Übrigen auch dabei war. So, das war jetzt ein kurzer Einblick in unsere musikalische Vergangenheit! ;-)

Gerade von der technischen Seite aus, finde ich, dass ihr da einen sehr guten Weg geht. Ihr überfrachtet euere Songs nicht mit Strukturen, die man kaum nachvollziehen kann, sondern setzt Breaks und kleine Frickeleien so ein, dass sie das Lied spannend halten und dem Hörer die Möglichkeit geben auch beim x-ten Durchlauf noch etwas Neues zu entdecken.

Ja, das haben viele schon für positiv empfunden. Das liegt daran, dass unsere Gitarristen das extreme Gefrickel nicht mögen und so immer ein guter Mittelweg gewählt wird. Ich persönlich mag diese verfrickelten Sachen sehr, aber man darf es nicht übertreiben. Damit kann man den Song auch völlig zerpflücken, so dass null Höhrvergnügen entsteht.

Ich persönlich höre mir zwar ab und zu auch gerne technische Sachen, wie Cryptopsy oder Necrophagist an, aber manchmal denke ich, dass vor lauter abgespaceten Ideen einfach das Gefühl für mitreißende Songs, zu denen man sich beim Bangen nicht die Halswirbel ausrenkt, verloren geht. Wie siehst du die Sache?

Diese Frage habe ich eins weiter oben eigentlich schon beantwortet. Die Songs sind teilweise zu zerpflückt. Viele Leute können dem dann nicht mehr folgen und finden es einfach zu übertrieben. Wobei ich diese beiden Bands nicht dazu zähle! Ich finde die GENIAL!

Oder erfreust du dich am Ende einfach nur an den krassen Schlagzeugbeats? Deine Drumming ist übrigens auch nicht von schlechten Eltern. Da steckt wirklich Liebe zum Detail drin. Wie lange spielst du schon und welche Metaldrummer haben dein Spiel beeinflusst?

Genau das ist es! Flo Monier ist einfach der Hammer! Mein erstes Schlagzeug habe ich mir, soweit ich mich noch erinnern kann, im Mai 2000 gekauft. Dann nahm ich 2 Jahre Musikschulunterricht bis das Geld nicht mehr dafür reichte! ;-)
Beeinflusst haben mich natürlich ne Menge Drummer, nicht nur aus dem Metal -Bereich. Sehr gut finde ich Ian Paice (Deep Purple – Anm. d. Martins), Thomas Lang (Drummergröße), Dave Lombardo (is klar), Flo Monier (Cryptopsy), Derek Roddy (Ex-Hate Eternal, ex-Nile) um nur ein paar zu nennen.

Wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe, habt ihr euch euren Slot beim diesjährigen Fuck The Commerce, im wahrsten Sinne des Wortes, erspielt, in dem ihr einen Wettbewerb in Thüringen gewonnen habt. Was ist das für ein Gefühl auf dem Billing des wohl bedeutendsten deutschen Böllerfestivals zu stehen? Was habt ihr euch für den Gig vorgenommen?

Es ist für uns natürlich geil auf dem FTC spielen zu dürfen. Wir können nur hoffen, dass alles gut läuft und wir unser Set solide spielen werden. Außerdem haben wir uns vorgenommen, richtig schön zu feiern, da ich an dem Wochenende auch noch Geburtstag habe…

In dem Info-Blättchen eures Labels wurde angekündigt, dass ihr 2006 verstärkt live den Leuten eure Aufwartung machen wollt. Wenn ich mir so die Termine auf eurer Homepage anschaue, sieht es eher so aus als ob ihr auf Klasse statt auf Masse setzt. Wie schwer ist es für euch an Gigs zu kommen? Wie sieht es mit Shows im Ausland aus?

Mit den Shows ist auch immer so ein Ding. Wir würden auch gern auf Masse setzen, nur das ist nicht so einfach. Auf viele Anfragen und Promos die man verschickt bekommt man keine Antwort. Eigentlich läuft es so, dass sich die Veranstalter die Bands selber holen die sie haben wollen. Mit Auslandsauftritten sieht es auch nicht gut aus. Bisher haben wir 2 mal in der Tschechei gespielt, dass waren auch die ersten und letzten Erfahrungen im Ausland. Aber ich denke mit der Zeit wird sich da auch was entwickeln.

Würde sich da nicht eine Aktion mit Strangled, mit denen ihr euch 2005 eine Split geteilt habt, anbieten. Zwei kurze Minitouren durch Spanien bzw. Deutschland hätten doch sicher was reizvolles, oder? Oder habt ihr am Ende gar keinen Kontakt zu denen und Suffer Productions hat euch einfach zusammen auf eine CD gepresst?

Genau so war es! ;-) Wir hatten von der Band vorher nie was gehört und hinterher auch nicht! Suffer Productions hat uns halt das Angebot mit der Split gemacht und Strangled war als erste Band schon geplant! Aber cool wäre es mal durch Spanien zu touren. Nur ich denke das ist metalmässig auch nicht so viel los…

Ist „Dripping With Blood“ eigentlich auch außerhalb Deutschlands zu haben, oder müssen die ausländischen Maniacs ihr Exemplar über euren Shop ordern?

Nein, soweit ich weiß müsste man die CD über bestimmte Mailorder auch im Ausland bekommen!

Tollerweise verkloppt ihr in besagtem Shop jetzt auch T-Shirts und Longsleeves. Schleppt ihr den Kram zu euren Konzerten mit oder kommt man um die zwei Euro Porto nicht herum. Ich frage natürlich nicht aus persönlichem Interesse… ;)

Na klar nehmen wir das auch zu Konzerten mit. Den Großteil verkauft man ja nur auf Shows, über Internet kommen da nicht so viele Anfragen. Soll ich schon was reservieren? :)

Jut, Christian, wenn du nicht noch was Spektakuläres über Defloration zu berichten hast, würde ich sagen machen wir für heute Schluss. Du darfst natürlich noch deine Familie und Freunde grüßen. Vielen Dank für deine Antworten und noch mal sorry, weil du so lange warten musstest.

Ja, was sage ich zum Abschluß. Erstmal Danke für das Interview. Waren echt mal originelle Fragen, Lob! Ansonsten kommt zu unseren Konzerten, kauft ne CD oder nen Shirt oder besucht einfach mal unsere Webseite auf www.defloration-deathmetal.de. Weiterhin grüße ich alle die mich kennen und entschuldige mich auch bei dir Martin, für die lange Wartezeit der Beantwortung! Man sieht sich! Prost und Tschüß!


Interview: Martin (Necroslaughter) / Christian (Drums @ Defloration) · 20.04.2006