Holy Moses – Eine Thrash-Ikone gibt Auskunft


Vor knapp drei Monaten ist das 10te Album des deutschen Thrashurgesteins HOLY MOSES über Armageddon in die Läden gekommen. Viel positive Kritik regnete es von der Presse, auch von unserer Seite her! So viel gute Resonanz, dass Frontfrau Sabina Classen gar nicht mit den eMail-Interviews hinterher kam. So haben wir kurzerhand einen Termin für ein Face2Face Gespräch auf dem Wacken Open Air bekommen, wo uns die sympathische Shouterin gerne Rede und Antwort stand!


Hi Sabina! Scheinbar hast Du im Moment sehr viel mit dem Feedback zu Eurer neuen CD zu tun!

Ja, es war sehr viel, Ich glaube bisher über 180 Interviews und viele davon kamen per E-Mail. Und das dauert dann natürlich richtig lange, also richtig die Finger wundschreiben.

Wie fühlt man sich denn so als deutsche Metal-Ikone? Du bist ja nun auch schon fast 25 Jahre dabei und wirst mit Schmier (Destruktion) und den anderen Thrashhelden immer in einem Atemzug genannt!

Das ist natürlich cool! Man merkt, man hat in der Szene was mit erreicht und was mit gegründet! Unser großes Glück war, das wir nichts kopiert haben, sondern unseren eigenen Sound kreiert haben! Das ist das Schönste! Ich meine, heutzutage haben viele der jungen Bands das Problem, dass es vieles schon gibt und das es sehr schwer ist, einen eigenen Style zu finden. Es ist natürlich ein super Feeling seit 25 Jahren sein eigenes Ding durchzuziehen und viele neue Fans kommen dazu, die uns jetzt erst kennen lernen. Das haben wir auf Tour gemerkt, wo viele Anfang 20 waren, die natürlich die erste Ära gar nicht mitbekommen haben und jetzt voll dabei sind. Das ist auch der Grund, warum wir die alten Scheiben alle neu aufgelegt haben, weil auf eBay haben die auf einmal 40-50 Euro gebracht und das ist natürlich gemein für die Fans! Armageddon hat jetzt die Rechte an allen Scheiben und es ist richtig geil, das die jetzt noch mal rauskommen!

Gab es denn da irgendwelche Rechteprobleme? Die waren ja alle bei anderen Labels…

Ja, die waren zwar alle bei anderen Labels, aber das ist auch schon lange her. Man kann mit den Leuten offen reden und manche Plattenfirmen gibt es auch gar nicht mehr. Also hat Armageddon sich alle Rechte geholt und manchmal mussten wir erst noch schauen, wo die Rechte überhaupt noch lagen. Wir haben früher teilweise ganz komische Plattenverträge unterschrieben, weil wir halt noch keine Ahnung hatten. Jetzt ist es besser, wo alles bei einem Label liegt, vor allem für die Fans! Die haben nämlich darunter gelitten, dass alles auf 1000 verschiedenen Labels war, aber jetzt haben wir es geschafft, nach zwei Jahren, das alles auf einen Punkt zu bringen und das ist cool!

Gibt es denn irgendwelchen Bonus? Auch als Kaufanreiz für die Besitzer der alten Releases?

Wir haben auf jeder Platte 2-4 Bonustracks drauf, die Songs, die wir live weiter spielen. Auf der „Finished With The Dogs“ sind vier Bonustracks drauf: „Life’s Destroyer“, „Current Of Death“, „In The Slaughterhouse“ und „Finnished With The Dogs“, als Liveversionen von Festivals und der Wacken Road Show. Und auf der „New Machine Of Lichtenstein“ ist „SSP“ und „Lost In The Maze“. Dann gibt es Liner-Notes, da sind Fotos mit drin, die die Fans vorher noch nie gesehen haben, Fotos, die wir selber geschossen haben und Livefotos, wie die Band früher aussah und die Texte sind auch alle wieder mit drinne. Das Booklett ist fetter als damals!

Man kauft sich also eure Re-Releases und hat dann quasi ein Live-Album?

Ja, man hat dann ein Live-Album beisammen. Ich finde, nur ein Live-Album, das hört sich so nach dem Abschied der Band an! (lacht) Dann schon lieber die Livetracks als Bonus!
Und die CDs werden für 10 Euro verkauft, obwohl sie in einer super Aufmachung sind, was ich auch super fair finde!

Ihr habt jetzt auch ein neues Album am start: „Strength.Power.Will.Passion“. und seit damit Eurer Linie treu geblieben. Willst Du unseren Leser das Album selber mal näher bringen?

Das ist typisch HOLY MOSES! Man hört beim ersten Schlag und beim ersten Growl, dass das HOLY MOSES ist! Das finde ich auch richtig geil, weil das schon früher Holy Moses ausgemacht hat! Es ist sehr viel Power drin und auch eine Portion Melodie, was für mich sehr wichtig ist! Man muss es sich einfach anhören, Ich finde, in jedem Song passiert was besonderes! Ich merke das selber, immer wenn Ich es mir anhöre entdecke Ich dies und das! Es ist sehr abwechslungsreich und trotzdem hat es einen roten Faden drin. Es knallt halt wie Sau durch. Ich hab halt das Gefühl, ich mache es an und dann ist es irgendwann aus und es hat komplett durchgeknallt. Ich glaube es ist genau das, was die Leute auch von Uns hören wollen! Keine Spielereien, kein Schnickschnak, sondern Power und Aggression pur!

Das neue Album kannst Du dir also noch anhören, es ist noch nicht totgehört?

Nein, es ist noch nicht totgehört! Das ist auch ganz wichtig! Ich meine, Wir waren selber im Studio, du hast es tausendmal gehört und Ich finde das immer sehr gefährlich, wenn man es dann selber nicht mehr hören kann. Und das ist es bei dem neuen halt nicht!
Ich merke es selber, wenn wir es live spielen, es ist genau wie bei „Current Of Death“, ich kann ihn immer wieder Spielen! Da geht was in mir selber ab und das ist was besonderes! Wenn man in seinen eigenen Songs so gefangen ist und die nicht einfach so runterrattert, das nicht als Job sieht, „ich spiel das nur so runter“, sondern dass da Emotionen bei sind, das mach auch viel HOLY MOSES aus!

Diesmal ist es ein wenig anders gelaufen, als bei den Vorgängern: Ich weiß, dass Andy nicht mehr im Songwriting involviert und auch nicht als Produzent tätig war. Was ist genau anders gelaufen und wie kam es zu dieser Entscheidung?

Die Entscheidung ist eigentlich schon vor 11 Jahren gefallen, als Andy gesagt hat, dass er nur noch Produzent sein will. Andy ist ein sehr genialer Songwriter und auch Produzent, aber er ist auch sehr schüchtern; er ist nicht so der Typ, der gerne auf der Bühne gestanden hat. Andy wollte einfach einen neuen Weg gehen. Aber er hat auch gesagt, dass er Mich immer unterstützen wird, weil Andy und Ich haben zusammen Musik gemacht, seit dem Wir 14 sind. Und das war halt eine ganz enge Verbindung, die Wir beide hatten. Er hat aber auch gesagt, dass es wichtig ist, dass Ich eine Band finde, die das spürt, was er und Ich immer für HOLY MOSES gespürt haben! Und er hilft und unterstützt Mich solange, bis ich die Leute gefunden habe!
Vor drei Jahren war es dann soweit, als Michael Hankel, der früher bei Erosion war, bei HOLY MOSES eingestiegen ist und von sich aus die technische Regie übernommen hat. Er hat Riffs geschrieben, die voll HOLY MOSES sind und auch wie er Gitarre spielt ist halt genau wie Andy. Wir sind dann mit den ersten Aufnahmen von Michael zu Andy gefahren und er meinte: „Das hört sich an wie ich!“ Und dann meinte er: „Ja gut, dann könnt ihr das ja jetzt alleine machen!“ Wir wollten das ausprobieren und schon war die Platte fertig. Er meinte dann: „Besser hätte ich es nicht machen können!“ und Ich war auch glücklich.
Jetzt fängt die neue Dekade von Holy Moses an. Halt ohne Andy, aber es klingt wie das, was Andy und ich Anfang der 80er kreiert haben. Somit kann er sich beruhigt aus der Sacher herausziehen und Michi hat im Prinzip den Job von Andy übernommen.

Du würdest auch die These unterstützen, das Michi ein Seelenverwandter von Andy ist?

Auf jeden Fall! Das ist ja das geile: Er hat zwar blonde Dreads, Andy hatte früher schwarze, lange Haare, aber viele denken, er ist Andy! Wenn er auf der Bühne steht, diese Kraft, das spüren die Fans einfach! Und es ist halt, das sich Michi und Andy sehr sehr ähnlich sind. Das Gefühl ist irgendwie ganz komisch…

In der Produktinfo zur neuen Scheibe stand auch: „Keine Balladen, Keine Harfen“. Wie kamt Ihr auf diese Idee? Habt Ihr vorher immer ein Orchester hinter der Backline aufgebaut oder was?!?

Neee, das ist so: Früher haben die Plattenfirmen immer versucht Mich ein bisschen softer zu machen. Nach dem Motto ein bisschen Mädchenhafter zu singen und „beweg dich mal was netter“ und Ich meinte immer: „Ey, lasst mich einfach wie ich bin!“ Und als wir bei Major waren, die wollten einfach, dass wir Balladen machen, damit sich das halt besser verkauft. Aber das verkauft sich so, wie sich HOLY MOSES verkaufen soll! Es ist super, wenn wir viel verkaufen, aber Ich will mich nicht dabei verbiegen! Ich will dabei so sein, wie Ich sein will! Und darum haben Wir das als Wink gegen die alten Plattenfirmen genommen. Wir machen unser Ding und nicht das, was uns irgendwelche Plattenfirmen, Manager oder sonstige Leute aufzwingen wollen! Armageddon lässt Uns auch machen, was Wir wollen.

Wo wir bei Harfen und Balladen sind: Wir waren gestern bei Nightwish und da kam uns ein Fan entgegen, der meinte: „Da will man zu Holy Moses in die erste Reihe, und dann spielen die nicht einmal…“

(Lacht) Das ist cool!! (Lacht weiter) Das ist hart! Das höre Ich jetzt auch zum ersten mal! Ich meine, wir waren mit Nightwish in Korea auf Tour, was sehr cool war, weil die koreanischen Fans ebenso auf HOLY MOSES wie auf Nightwish standen. Hätte Ich auch nicht gedacht. Aber so eine Verwechslung… (lacht wieder)

Um wieder zum Album zurück zu kommen: Ihr habt eine Spieldauer von 66:06 Minuten. Das kommt mir irgendwie bekannt vor…. das hatten HIM auch mal…

(Lacht) Echt? Auch ein geiler Vergleich! Erst HOLY MOSES und Nightwish und nun HOLY MOSES und HIM! (lacht wieder)

Ja… Ihr habt eure Picture-LP auch auf eine sehr bestimmte Zahl limitiert (666 Stück), habt ein umgedrehtes Pentagramm auf dem Cover, Dein Gesicht hat Hörner wie der Baphomet und so weiter. Spielt Ihr da nicht so ein bisschen mit den Metal-Klischees? Fehlen jetzt nicht nur noch Leather und Spikes?

Nee, das hat jetzt nichts mit den Klischees zu tun, die Du wahrscheinlich ansprichst! Das hat nichts mit dem Satanismus zu tun, wie Du vielleicht denkst! Das Pentagramm ist ein Symbol aus der Esoterik und auch aus dem Feng-Shui zum Beispiel, was einfach ein Mandala ist. Im Satanismus wird es zwar auch benutzt, auch als eine Art Mandala (ich muss mir gerade Glen Benton beim Mandalamalen vorstellen – HAHAHA – Anm. d. Schreibers), aber für Mich ist es einfach ein Schutzsymbol! Jetzt habe Ich gar nicht mein Pentagram-T-Shirt an (deutet auf ihr Armageddon Music-Shirt – Anm. D. Slaughters), aber ich habe das hier (zeigt auf ihren Anhänger an der Kette – Anm. vom Necro). Das Mein Kopf auf dem Cover in der Mitte von dem Pentagramm ist, bedeutet einfach, dass es mich vor den Einflüssen von außen her, über die Wir eben gesprochen haben schützt! Die Hörner sind meine eigenen, die ich mir aufsetzt, und nicht die von jemand anderem! Das ist genau wie die Bedeutung Meiner Texte auf „Strength.Power.Will.Passion“: Du brauchst einfach Strength, Power, Will und Passion um 25 Jahre durch dieses Business zu gehen und dich vor den Einflüssen von anderen zu schützen! Die Dinge, die Ich eben beschrieben habe: Plattenfirmen, Manager und so weiter, Menschen, die meinen, sie wüssten es immer besser als man selber. Ich will aber mein Ding durchziehen! Das war auch schon so, als ich klein war! Ich habe schon immer meinen Kopf durchgesetzt und meine Eltern hatten es sehr schwer mit mir, als ich ganz klein war und sagte: „Ich will nicht in die Kindergartengruppe, ich will in DIE!“ Da konnten sie nix machen, Ich habe immer meinen Scheiß durchgezogen und Ich habe immer gespürt, Ich bin eigentlich auf dem richtigen Weg, den Weg, den Ich gehen will!
Besonders wenn man jünger ist lässt man sich zwar auch von anderen beeinflussen: Eltern, Lehrer, Mitschüler. Aber Ihr kennt das vielleicht auch: Als ich in der Schule angefangen habe Metal zu hören, dann bist du irgendwie so der Aussetzige. Alle anderen gehen mit dem Mainstream und haben die Klamotten an, die gerade so modern sind und ich bin dann immer mit Absicht mit den Klamotten rumgelaufen, die NICHT modern waren!
Und das ist für mich auch mit ein Symbol: „We are God, You Are God, I am God, und God Is You“ (steht auch auf dem Cover – Amn. Des Hobby-Redakteurs) soll heißen, dass man sich selber seinen eigenen Gott schaffen muss. Früher hieß es immer: „Es regnet und du hast nicht aufgegessen! Der liebe Gott bestraft dich jetzt dafür!“ So ein Schwachsinn! Man muss sich seinen eigenen Gott und seine eigene Lebensphilosophie kreieren!
Man muss nicht immer von anderen Beeinflussen lassen und einen Schuldigen suchen; „Das war der liebe Gott“… oder was auch immer! Das hat Mich schon immer genervt!
Das ist halt die Aussage von diesem Cover! Und die 666 ist auch Mein Schutzzeichen! Das steht dann auch in unserer Biographie! Als Ich damals bei HOLY MOSES eingestiegen bin, hat sich auch unser Bassist sehr mit Mystik und Esoterik beschäftigt. Und da war in einem Ritual jedem Buchstaben eine Zahl zugeordnet. Wenn man Meinen Namen nach diesem Ritual schreibt kommt genau 666 dabei raus! Als wir das festgestellt haben, hatte die 666 eine ganz besondere Bedeutung für mich! Wie sich das zusammensetzt und in welchem Buch das Ritual ist, steht halt auch auf Unserer Website!

Dann werden wir dort mal nachlesen!

Macht das! Ich werde auch unsere History für die DVD zuende schreiben. Die kommt als Buch raus, die ganze Geschichte von HOLY MOSES als kleines Buch. Nicht so eine Biographie in diesem Sinne, wie man sie von Boris Becker kennt, es ist einfach die Geschichte einer Band! Wie alles angefangen hat und das wird dann auf der DVD auch noch mal mit Bildern unterlegt. Die DVD ist Bestandteil von unserem Hauptbuch. Das kommt nächstes Jahr zu Unserem 25-jähigem Jubiläum raus!

Da nimmst Du uns einfach schon die Frage nach der kommenden HOLY MOSES DVD vorweg. Dann sprechen wir halt noch mal über die aktuelle CD: Ihr habt euch als Bonustrack einen Schlager ausgesucht: „Im Wagen Vor Mir“. Ein Duett mit Dir und Onkel Tom Angelripper. Warum habt Ihr gerade diesen Song gewählt?

Ich kannte diesen Song selber noch aus den Siebzigern. Und Ich fand das früher schon immer sehr lustig. Und irgendwann haben Tom und Ich das hier auf dem Wacken mal Backstage gesungen. Das war schon lustig, er und Ich: Er denkt, da sitzt ein liebes nettes Mädchen vor ihm und ich gröhle dann zurück. (Lacht)

Ja, da habe ich auch schon gedacht: Das Ding willst du aber nicht aus dem Wagen holen!!! (lacht auch)

Das war dann halt noch mal die Selbstironie an der ganzen Sache! Außerdem sind die Texte und das was Ich mache immer mit sehr viel Hintergrund und zum Teil auch sehr ernst aber HOLY MOSES war dazu auch immer eine Fun-Band! Neben der Aggression, der Power und den ernsten Texten wollen wir auch viel Spaß haben. Dieses Jahr spielen wir auch noch auf der Party-Stage, weil da die nähe zu den Fans einfach besser ist! Und Tom wird dann morgen auch mit auf die Bühne kommen und wir werden das Lied zusammen spielen!

Wo wir dann schon beim Thema Bühne sind: In 25 Jahren Musikbusiness ist sicher auch so einiges passiert! Was ist denn so das Einschlägigste, was Dir im Gedächtnis geblieben ist?

Da könnten Wir jetzt die nächsten Tage hier verbringen, aber eine der lustigsten Sachen ist vor gar nicht zu langer Zeit passiert: Wir haben auf einem Festival irgendwo im Sauerland gespielt, war auch ein geiles Konzert und nach unserer Show ist jemand zu Michi, unserem Gitarristen gekommen und meinte: „Sag mal, ich find euch echt geil! Euren Sänger finde ich auch toll, aber warum hat der auf der Bühne einen Minirock an?“
Da weißt du auch gar nicht, was du darauf antworten sollst! (Lacht) Aber das war auch noch so ein Ereignis, was Mich nach 25 Jahren auch noch sehr amüsiert hat!

Diese Jahr spielt ihr auch wieder offiziell auf dem Wacken. Das letzte Mal seit ihr als Ersatz für Sinister auf die Bühne geklettert. Jetzt steht ihr wieder mit auf den Flyern und T-Shirts. Was ist das für euch für ein Gefühl?

2001 standen wir auch schon drauf, aber beides ist geil! Es ist cool, wenn die Fans vorher wissen, dass Wir spielen und vor zwei Jahren hat es sich erstaunlich schnell rumgesprochen und vor dem Frühstück habe ich auch noch nie auf der Bühne gestanden! Ich wusste gar nicht, ob Meine Stimme da schon funktioniert!
Jetzt, Samstag Nachmittag ist auch super, die Fans wissen bescheid und die Sache mit Onkel Tom hat sich scheinbar auch schon rumgesprochen. Bei „Too Drunk To Fuck“ dürfen die Leute ja auch immer auf die Bühne aber auf dem Wacken geht das normalerweise nicht, aber Wir haben uns da was einfallen lassen… Wir werden also richtig Party machen!

Denk mal an Eure Anfänge zurück, Ihr wurdet ja auch nicht immer für voll genommen, wenn ihr zum Beispiel hier bei uns in Stolberg bei der Rathauseröffnung gespielt habt und so weiter. Würdet ihr trotzdem noch mal nach Aachen/Stolberg zurückkommen und hier spielen?

Ja, sehr sehr gerne! Es ist ja meine Heimat! In Stolberg ist die Band damals gegründet worden, in Stolberg Büssbach. In Büssbach in der Kirche haben Wir früher immer geprobt. Ich bin in Kornelimünster aufs Gymnasium gegangen, da kommen die anderen HOLY MOSES auch her. Das ist die Heimat von HOLY MOSES. Und Wir haben momentan eine Anfrage, ob wir nächstes Jahr im April in Aachen im Musikbunker spielen.

Das hört sich schwer nach Jens und Scornage an…. Da kann ich ja die Frage, ob ihr mal auf dem Mosh It Up spielen würdet streichen!

Ja, ich meine, man muss echt in die Heimat! Alte Mitglieder von HOLY MOSES, die noch in Aachen wohnen werden dann auch noch mal vorbeikommen und dann werden Wir noch mal was richtig lustiges machen!

Da werden wir uns auf jeden Fall wiedersehen! Nächster Punkt: Du arbeitest in der Promotionsabteilung von Armageddon Music. Hat das irgendwas mit Eurem Labelwechsel oder Eurem Auftritt hier zu tun?

Nein, wir sind auch vorher, bevor Ich bei Armageddon gearbeitet habe hier aufgetreten! Ich bin seit dem zweiten Wacken Open Air hier und habe schon ein paar Bands, die Ich gemanagt habe hier spielen gehabt. Es gibt halt nur eine gewisse Anzahl von Bands hier in Deutschland. Und Wir wechseln uns halt ab; dieses Jahr spielen HOLY MOSES und Kreator, nächstes Jahr spielen wahrscheinlich wieder Destruction und Sodom… (lacht)
Aber es ist schon schön, dass das Wacken Open Air auch immer die deutschen Bands fördert! Es gibt viele Festivals, die holen immer nur die Amibands oder sonst irgendwas und ich meine das WOA kümmert sich auch sehr um die deutsche Szene.

Was sagst du denn zu den Newcomern vom letzten Jahr: Reckless Tide?

Ich finde sie sehr geil! Sie steigern sich immer mehr! Wir werden sehen, was aus ihnen wird! Dieses Jahr spielen sie ja wieder hier, als Gewinner vom letzten Jahr. Da werden wir sehen, wie die Fans es aufgenommen haben und wie das Album angekommen ist!

Was steht denn bei euch außer dem Buch noch zum 25-jährigem an?

Tour! Da sprechen Wir gerade mit passenden Bands und schauen, dass das ein geiles Package wird! Im Februar geht es dann nach Süd-Amerika, Wir kriegen gerade Angebote in Australien zu spielen, auf dem Weg dahin liegt ja wieder Japan und Thailand… Also Wir werden wieder sehr viel unterwegs sein!

Gibt es neben diesen Touren noch andere Pläne für die Zukunft?

Ja: Einfach weiter machen! Wir könne echt dankbar sein, dass die Fans Uns immer noch mögen und Wir jetzt ein neues Album draußen haben! Wenn dann das Buch und die DVD draußen sind, geht es wieder ins Studio und die nächste Scheibe machen! Wir haben ohne Ende Ideen, Wir hätten jetzt schon zwei Platten machen können! Eigentlich ist schon ein neues Album da, was nur noch eingespielt werden muss! Und ich denke, dass Wir das im nächsten Jahr nach den Festivals auch wieder machen!

Hast du noch irgendwelche letzen Worte an unsere Leser?

Danke! Danke für die letzten 25 Jahre! Danke an die, die die 25 Jahre dabei waren und auch danke an die, die HOLY MOSES jetzt erst entdeckt haben! Ich freue mich immer wieder, dass die Fans uns die Chance geben, einfach weiter zu machen! Und Ich finde, die Bands sagen viel zu wenig Danke! Wir leben durch unsere Fans, davon, dass sie uns unterstützen und uns die Möglichkeit geben, weiter zu machen!

Das ist doch mal ein sehr schönes Statement! Jetzt müssen wir aber Danke sagen! Danke für das Interview!


Interview: Chris (Necroslaughter) / Sabina Classen (Vocals @ Holy Moses) · 05.08.2005/13.08.2005
www.holymoses.de