Rotten Sound – „Blood-Screen“

Spätestens seit „Murderworks“ dürfte klar sein: ROTTEN SOUND sind in der aller obersten Liga des (modernen) Grindcores. Auch ihr neuestes Album „Exit“ bestätigt diese Tatsache in eindrucksvollster Weise.
Ich hatte das Glück mit Sänger Keijo alias G. ein eMail-Interview führen zu können! Redefreudig, sprachgewandt und sehr informativ gibt es hier Auskünfte über die Bandentwicklung, Texte und Klischees, die DVD „Murderlive“ und politische Geschehnisse. Auch Unfähigkeiten meiner Person finden in diesem Gespräch ein kleines Plätzchen… :-)


Hi G.! Wie geht’s dir? Ist es sehr kalt in Finnland? Unser Winter ist dieses Jahr ziemlich fucked up…

Gerade ist es ziemlich kalt, um die -20°. Bis letzte Woche war es noch nett warm aber dann wurde es kälter. Hoffentlich wird es nächste Woche, wenn wir unsere Nightliner-Tour mit Disfear starten, etwas wärmer.

Warum gab es eigentlich in einigen größeren Magazinen Anzeigen, die den deutschen Grindern mitteilten, dass „Exit“ bereits im Januar erscheinen würde?

Shure Shot Worx (Promotionsagentur) kam mit Spinefarm überein, dass die CD erst im Februar herauskommt, damit sie genügend Zeit für die Promotion haben. Unsere Promos kamen einige Wochen später als erwartet (normale Minor-Label Verzögerung denke ich) und Shure Shot konnte ihre Arbeit im Dezember starten. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte Spinefarm bereits den Releasedate für Deutschland und den anderen Ländern, wo „Exit“ im Januar rauskommen sollte, bekannt gegeben. Ich bin mir nicht sicher ob andere Länder auch von dieser Verzögerung betroffen sind, die Release-Info auf unserer Homepage basiert nur auf der Info von Spinefarms Website.

Warum habt ihr die neue CD in Finnland einen Monat vor dem Rest von Europa veröffentlicht?

Die finnische Promotion war gut in der Zeit und darum konnten wir das Album hier wie geplant veröffentlichen.

Was ist deine Meinung zu „Exit“? Siehst du eine Entwicklung gegenüber der „Murderworks“ oder ist es nur eine Fortsetzung?

Wir denken, die Band hat sich songwriterisch und musikalisch sehr weiterentwickelt und, dass alles drum herum (Cover, Texte, etc.) fortgeschrittener als MW ist. Wir entschieden uns im Grindcore zu bleiben und auch wieder mit Mieszko (Rest in Peace, wir waren wirklich schockiert, als wir die letzten Nachrichten gehört haben…) (Sänger von Nasum, leider auch eines der Opfer der Flutkatastrophe in Asien im Dezember 2004. Auch wir wünschen dir eine friedliche letzte Ruhe! – Anm. d. Verf.) aufzunehmen, was vielleicht einige Ähnlichkeiten zu „Murderworks“ mit sich bringt. Aber hör ein paar Mal mehr in „Exit“ rein, du wirst bemerken, dass wir weitergekommen sind.

Ich denke, deine Schreie sind auf der „Exit“ noch eine Spur cooler und aggressiver als auf den vorigen Releases. Worin liegt deine Motivation, dir deine Lungen so extrem aus dem Körper zu kotzen?

Danke! Ich war um ehrlich zu sein noch nie so glücklich über meine eigene Arbeit aber selbst jetzt (auch wenn sie besser als zuvor ist) bemerke ich noch einige Punkte, die verbesserungswürdig sind. Ich habe immer versucht aggressive Vocals für ROTTEN SOUND zu machen, weil es einfach am besten zum Grindcore passt. Seit 17 Jahren mache ich nun extremen Gesang und ich denke, der Wunsch nach Verbesserung hat sich über die Jahre bezahlt gemacht. Die Hauptmotivation ist der Gebrauch von roher Kraft in den Vocals um all den Scheiß in meinem Verstand und um mich herum zu kanalisieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist immer alles unter Kontrolle zu haben, soweit es mir möglich ist, um nach der Show noch halbwegs normal zu sprechen und fähig zu sein, ein paar Wochen in Folge (auf Tour) durchzuhalten, ohne mit meiner Stimme Probleme zu kriegen. Es ist eine Motivation alles im Griff zu haben, weil eine versagende Stimme, das demotivierenste unter extremen Sängern ist.

Soweit ich eure Texte gelesen habe sind diese sehr sozialkritisch und anti-amerikanisch. Was ist deine Meinung über die USA und ihre Kriegspolitik?

Meine Texte sind nur ein Ausdruck der Dinge, die in meinen Augen falsch sind. Ich hasse nicht wirklich alles an den USA, aber wie sie ihre Einwohner und andere Länder (Irak, Afghanistan, Vietnam, Korea, etc…) behandeln oder wie sie sich aus dem Kyoto-Pakt raustun und ein paar andere Sachen die falsch angepackt werden, darüber bin ich nicht wirklich glücklich. Ich kenne aber genau so viele gute Dinge in den USA, wie die Freiheit der Rede, und es leben auch viele coole Leute in den USA (fast 50 % der Bevölkerung haben John Kerry gewählt). Die USA ist im Moment die gewalttätigste Nation auf diesem Planeten und sie können irgendwie immer leicht Verbündete für ihre Kriege gewinnen und das stinkt gewaltig, weil manchmal die Leute, die wirklich weit weg von den USA leben unter diesem Umstand leiden, wie es die Spanier vor einiger Zeit bei dem Zug-Bombenanschlag taten!

Warum hat es so lange gebraucht, bis ihr die Texte von „Murderworks“ auf eure Homepage gesetzt habt? So schlecht sind die doch gar nicht ;)

Wir wollten keine Lyrics auf das Murder-Web packen, weil wir mit der „Murderworks“ eine Art Schocktherapie gemacht haben und einen Smoke-Screen (oder sollte ich sagen Blood-Screen) vor unsere „normale“ sozio-politische Botschaft gelegt haben. (Smoke-Screen: Etwas, was man sagt oder tut um zu verstecken, was man wirklich macht oder vor hat – hätte in der Übersetzung etwas vom Wortspiel genommen – Anm. d. Verf.) So sah die Sache zu der Zeit etwas „gefährlicher“ aus. Und nur durch die Teile der Texte (oder die Slogans) der MW-Texte, die die Songtitel waren, hat es wirklich nett zum Konzept gepasst, nur Ein-Wort-Titel auf dem Album zu haben. Ich hatte nie Angst die Texte irgendwo zu veröffentlichen (selbst wenn einige Leute sie nicht mögen), weil es ist doch jedem selber überlassen, ob er sie nun liest oder nicht.

Gab es einen speziellen Grund, warum die Texte nicht im Booklett der CD abgedruckt waren?

Selbe Antwort wie zuvor. Außer dem Fakt, das es die Texte auf der „Murderworks“-Vinyl gab.

Warum habt ihr einen Song „V.S.A.“ genannt? Es ist doch offensichtlich, worum der Text handelt…

V.S.A. steht für „Violent States of ???“ (??? kann Amerika, Russland, England, Irak, Ägypten, etc sein) – ein Land, das im Krieg mit den Terroristen ist. Wenn du im Krieg bist, wird die andere Seite dich auch angreifen, bis sie besiegt ist. Nun, dieses Mal steht das „A“ offensichtlich für Amerika, weil dieses Land momentan der Grund Nummer 1 für die Existenz von „large scale“ Terror in dieser Form ist. Aber dasselbe gilt auch für Russland und Israel und jedes Mal sind die größten Verlierer in diesen Kriegen die normalen Leute, die niemals an irgendeinem Krieg teilnehmen wollten. Und auch, wenn die US versuchen alles richtig zu machen und so viele Terroranschläge wie möglich versucht zu vereiteln, ist es auch Fakt, dass kein Land bisher in der Lage war die Guerillas oder die Terroristen komplett zu schlagen. Es ist naiv zu glauben, man könne diese Organisationen, die den Ursprung des Terrors darstellen einfach „wegbomben“, denn man tötet auch unschuldige Zivilisten, deren nahe Angehörige mehr als froh sind der anderen Seite dieses Krieges beizutreten. Es ist selbstverständlich klar, dass „V.S.A.“ genau so gegen die verdammten Terroristen wie auch gegen ihre Gegenkräfte geht – Gewalt in allen Formen ist immer falsch!

Hattest du dieselbe Idee mit den Liedtiteln für „Exit“, die du auch schon auf der „Murderworks“ verwendet hast? (Die Songtitel auf ein Wort begrenzen, am besten nur vier Buchstaben)

Ich mag es, Sachen einfach zu machen, weil die Leute so einfacher die Titel behalten können und es für mich auch einfacher ist (als eine nicht-englisch-sprechende Person), die Sachen richtig auszusprechen, wenn wir live spielen. MW war die erste Veröffentlichung, bei der ich die Titel bewusst simplifizierte und es war cool festzustellen, dass fast alle Titel auf „Exit“ auch in dieses Schema passen. Eigentlich habe ich schon Abkürzungen für fast das ganze Album gemacht, aber nachdem ich das eine Weile gemacht habe blieben nur „V.S.A.“ und „WC“ („Western Cancer“) als einzig natürliche Abkürzungen, die ich verwenden konnte. Sicher, „Mass Suicide“ ist MS, was aber für MicroSoft steht, eine Firma, die nicht direkt so viel verschmutzt (wie es in dem Text gesagt wird), aber auch sie haben fragwürdige Ethik in ihrer Arbeitsweise…

Mit dem Song „The Weak“ hast du klar Position gegen Faschisten bezogen. Wie siehst du die Rechtsentwicklung innerhalb unserer Szene?

Es gibt keine rechten Tendenzen in der „wahren“ Grindcore Szene, die aus dem Punk, Crust und HC stammt, aber es ist unglücklich, dass einige Leute aus der ganzen Metal-Szene rechts orientiert sind, oder um mich auf „The Weak“ zu beziehen, die die Angst davor haben zu verstehen, welcher Reichtum in der gesamten kulturellen Geschichte der Menschheit liegt, die auch andere Kulturen und Rassen als die „Arier“ oder „reinen Weißen“ beinhaltet. Ich persönlich habe keine Probleme mit Leuten, die irgendwas von dem Blödsinn denken, solange sie nicht anfangen alles für die Reinheit ihrer Gene zu tun und andere Kulturen unterdrücken, oder sogar töten.

Was denkst du, kann man gegen diesen Abschaum unternehmen?

Die unterdrückenden und gewalttätigen Rechten sind genau so wie ich dazu bestimmt auf dieser Erde zu leben, hoffentlich bekommen sie aber irgendwann mal etwas von ihrer eigenen Medizin zu kosten, wenn die Länder im fernen Osten wieder stärker werden. Vor nur 1000 Jahren war China die fortgeschrittenste Kultur auf Erden und sie ist nun wieder stark im kommen.

Das Cover von „Exit“ ist nicht so blutrünstig wie das Cover der vorhergegangenen Releases, aber immer noch brutal in der Aussage. Hast du irgendwelche Selbstmordabsichten?

Meine Botschaften sind normalerweise zwischen den Linien: Als ich die Texte zu den „Exit“-Songs geschrieben habe, meinte ich, die Leute sollten etwas an ihrem Leben anfangen, um nicht in eine Situation der Hoffnungslosigkeit zu kommen, wie sie auf dem Cover abgebildet ist. Die benutzten Mittel sind nun mal extrem und wir habe eine Menge Würze von verquertem, schwarzen Humor in diesen Dingen, wenn wir arbeiten. Ich lebe gerne, weil ich ein Atheist bin und ich nicht denke, dass da noch irgendwas passiert, wenn ich tot bin. ROTTEN SOUND zu machen, einen (wirklich) interessanten Job zu haben und mit meiner Familie zu leben (plus einige Seitenaktivitäten wie Spiele und etwas mit Freunden unternehmen) ist mein Weg diesen Ort zu genießen.

Warum seid ihr von Necropolis nach Spinefarm gewechselt?

Necropolis hat seit Anfang von 2003 nicht mehr wirklich als Label gearbeitet und wir mussten ganz einfach zu einem anderen Label wechseln. Wir wollten natürlich auch weiter auf ein größeres Label kommen und ein weiterer Grund für die Wahl von Spinefarm vor den anderen wenigen Angeboten ist der Fakt, dass sie finnisch sind. Auf finnisch Arbeiten ist einfach für mich als Finne und es ist cool die Möglichkeit zu haben, jederzeit wenn ich in Helsinki bin, das Label zu besuchen.

Extremes Downtuning ist bei vielen Grindcore und Metal Bands angesagt. Aber soweit ich höre machen ROTTEN SOUND dies nicht. Kannst du mir erklären, warum ihr eure Gitarren normal spielt, oder hast du als Sänger keine Ahnung davon?

Hör bitte noch mal hin! Wir haben die Instrumente auf A gestimmt, das sind sieben (7) Halbtöne tiefer als E (Standarttuning). Das einzige, was bei RS anders ist: Wir benutzen dickere Saiten an Gitarre und Bass, die den Sound tighter und klarer halten, wenn wir schnell spielen. Unsere Produktion hat auch viele Mitteltöne in den Gitarren (wie beim klassischen Death Metal Sound) und darum hört es sich schon eher nach Standartstimmung an, als manch andere Produktionen. Und das kreiert ein wenig unseren eigenen Sound, zusammen mit K.s Art des Spielens, er versucht jeden Schlag so klar wie möglich zu spielen. Irgendwie macht das unsere Musik schneller und aggressiver.

Was denkst du über Stimmeffekte wie Harmonizer oder Pitch-Shifter?

Die sind cool für manche Sänger (wie Rikard von RGTE oder CBT), aber ich mag sie nicht für mich selber. Das würde einfach nicht zum Gesamtsound von uns passen und ich mag es meine Stimme an die unterste Grenze zu bringen und kranken & brutalen Gesang zu machen ohne irgendwelche Hilfsmittel zu benutzen.
Ab und zu verwende ich ein wenig geringes Pitch-Shifting im Studio, aber nur um geringfügige Variationspunkte zu setzen oder die Refrains etwas zu verdichten. Harmonizer als solche sind nicht wirklich wichtig für Grind-Vocals, aber die Nutzung von ein paar harmonischen Frequenzen (wieder zur Verdichtung) sind manchmal sinnvoll.

Was sagst du zu Porn Grind Bands, die ständig solche Effekte benutzen, wie CBT, Gut oder Bowel Stew?

Wie gesagt, ich höre sie und normalerweise finde ich, dass es wirklich witzig klingt und sie cool auf CD sind, wenn du mit deinen Freunden etwas trinkst. CBT sind auch eine großartige Live-Band und ich hoffe, dass wir irgendwann wieder mal die Bühne während der kommenden Europashows mit ihnen teilen.

Eure Musik klingt sehr authentisch und ist gefüllt mit Emotionen. Wo bekommt ihr eure Inspirationen her?

Ich persönlich bin von allem um mich herum inspiriert, oder von dem, was ich in den Nachrichten höre. Aber das gilt nur für die Texte, die anderen Jungs kanalisieren wahrscheinlich all ihren Scheiß durch ihre Instrumente und wenn man vier Typen mit denselben Tendenzen vereinigt, dann klingt das Ergebnis wie „Exit“. Unsere früheren Veröffentlichungen haben irgendwie die richtige Kraft und Passion am Bass vermissen lassen, aber nun hat uns T wirklich weiter gebracht, als es unsere vorigen Bassisten getan haben.

Erzähl uns etwas über eure DVD! Warum habt ihr sie veröffentlicht und was war die Intention der Scheibe? Ich finde sie richtig cool, aber sie ist zu kurz mit nur 45 Minuten Laufzeit…

Der eigentliche Zweck der DVD war, so eine Art „Testament“ für unsere MW-Zeit zu machen. Wir haben diese Blut-Shows für einige Jahre gemacht und viele Leute haben gefallen daran gefunden, aber nun, wo wir kein Blut mehr auf der Bühne verwenden, gibt es sicher noch Leute, die uns mit dieser Show live sehen wollen. Und darum gibt es „Murderlive“! Sogar die lustigen Zwischensequenzen haben ihre Funktion als Song-Intros (wie in einer richtigen Show) und es war unser Ziel die Produktion in ungefähr derselben Länge wie unsere Shows zu halten. Wir haben aber Spinefarm auch gebeten die DVD zum Preis einer CD zu verkaufen und ich hoffe alle Distros halten sich an diese Regel. (Leider nicht alle – Anm. d. Verf.)

Auf der DVD sind ja auch einige lustige Backstage-Impressionen, aber ich bin mir sicher, es gab auch einige Momente, wo die Kamera nicht in greifbarer Nähe war…. Kannst du uns etwas über die lustigsten Situationen erzählen, die nicht dokumentiert wurden?

Kein Kommentar! Diese Momente wurden so weit wie möglich der Öffentlichkeit offenbart. Alles andere muss ein Geheimnis zwischen den Bandmitgliedern bleiben!

Ebenfalls auf der „Murderlive“: Einer von euch beweist kleine Deutschkenntnisse. Wie gut ist euer deutsch? Kannst du etwas Bier oder einen Scheiß-Burger bestellen oder vielleicht sogar einer einfachen Konversation folgen?

Das war eigentlich H., unser früherer Bassist. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er eine Unterhaltung auf Deutsch führen kann, aber sonst kann es auf jeden Fall keiner in der Band. Ich kann eine Speisekarte im Restaurant lesen, dass ist aber schon alles, sorry!

Tieferen Einblick bietet die DVD auch auf euren Mann hinter der Schießbude. K. ist ein wirklicher Wahnsinniger hinter der Kiste! Soweit ich weiß ist er der einzige Grind Drummer, der von Schlagzeugfirmen gesponsert wird….

Es ist möglich, dass er der einzig „wahre“ Grind-Drummer ist, aber wie du vielleicht weißt kommt er aus der Metal-Szene und da gibt es richtig, richtig viele andere Schlagzeuger, die Sponsoren haben. Also ist nichts Außergewöhnliches daran, aber ich denke, man kann sagen, dass er ein Wahnsinniger hinter seinem Schlagzeug ist, besonders wenn wir live spielen!

Wann kommt denn seine Lehr-DVD raus?

Ich habe leider keine genauen Daten und wenn seine DVD so lange braucht, wie „Murderlive“ gebraucht hat, dann braucht es wohl noch zwei Jahre mehr. Hoffentlich klappt es schneller, aber es ist nun mal wirklich schwierig solche Projekte innerhalb des Zeitplans zu beenden.

Wenn wir schon mal Live-Shows sprechen: Wie wichtig ist das Blut für eure Auftritte? Hat es eine Botschaft oder wollt ihr nur die Klischees erfüllen?

Früher war es wichtig, um mit „Murderworks“ konform zu gehen, aber jetzt, wie schon erwähnt, werden wir das nicht mehr machen. Zuerst haben die finnischen Fans gesagt, sie seien etwas enttäuscht gewesen, als sie uns nur in schwarzen Klamotten die Bühne betreten sahen, aber als wir unser Set gespielt haben, da kamen sie und sagten, dass wir das Blut eigentlich nichtbräuchten, die Show sei auch ohne extrem, aggressiv und intensiv. Und außerdem ist es sehr entspannend sich nicht vor der Show großartig vorbereiten zu müssen.

Wie denkst du über die anderen Klischees im Metal und Grind: Leder und Nieten auf der Bühne, Guts’n’Gore in den Texten?

Alle Bands machen, was auch immer sie wollen und wenn eine Band das mit den Leder und Nieten richtig macht, dann kann das auch verdammt cool aussehen! Das alles ist doch zur Unterhaltung der Leute, die kommen und einen Live sehen wollen. Manchmal ist dieser zusätzliche Kram gut (wie unser Blut es war), aber ich denke, es ist schon besser, wenn man die Menge ausrasten sieht, nur bei deiner eigenen Erscheinung (oder was auch immer wir auf der Bühne sind, um Rage auszulösen…)

Ihr kommt ja im Frühjahr nach Deutschland (29.04.05 in Wermelskirchen). Was erwartet ihr? Mögt ihr Auftritte in Deutschland?

Wir erwarten eine gute Show zu spielen und hoffen, dass es noch andere Dates um den gebuchten herum geben wird. Momentan arbeiten wir daran, eine Tour direkt nach dieser Show im Bahndamm zu buchen. Wenn alles klappt, dann sollten da noch fünf weitere Shows kommen.

Was erwartet denn den Fan?

Sie können eine aggressive und brutale Band mit intensivem Set erwarten. Darauf zielen wir und bisher hat es immer geklappt.

Da wir ein Webzine sind und dieses Interview per eMail führen: Wie denkst du über das Internet? Tötet das Webzine das gute, alte und kopierte Fanzine? Ist mp3-Sharing gefährlicher als Tape-Trading?

Ich denke alle Möglichkeiten deinen Namen bekannter zu machen sind gut. Wir sind auch in gedruckten Magazinen vertreten und MP3s (und MPGs) sind ein viel besserer Weg um Leute zu überzeugen uns live zu sehen, wenn wir in ihre Nähe kommen.

Hast du noch letzte Worte an unsere Leser?

Checkt unsere Homepage rottensound.net für alle neu bestätigten Live-Shows! Ich hoffe euch alle während des Frühlings zu sehen!

Danke dir vielmals für dieses Interview! Ich freue mich schon auf eure Show in Wermelskirchen!

Ich mich auch! Schnapp dir einfach meinen Arm, wenn wir aneinander vorbeilaufen!!!


Interview: Chris (Necroslaughter) / G. (Vocals @ Rotten Sound) · 03.02.2004/24.02.2005
www.rottensound.net/