Obscure Infinity – Death Metal mit der gewissen schwarzen Aura

 

Obscure Infinity - Special - Cover

Wer sich im Underground wenigstens ein bisschen auskennt, der weiß, dass OBSCURE INFINITY seit Jahren im Death Metal der alten und rasanten Schule verankert und zu Hause sind. Mit „Perpetual Descending Into Nothingness“ treiben sie es auf die Spitze und erschaffen ein wahres Death Metal Monstrum aus technischer Raffinesse, dem richtigen Gespür für eingängige, aber auch morbide Melodik und krassem Highspeed Death Metal. Zugegeben, Death Metal Bands gibt es heutzutage wie Sand am Meer, aber mich persönlich interessieren nicht die typischen, nicht die gewöhnlichen Death Metal Bands. Das reizt mich überhaupt nicht. Ich brauche Death Metal, der mich handwerklich und somit qualitativ richtig aus den Latschen prügelt, und genau da kommen OBSCURE INFINITY ins Spiel. Wo andere aufhören, wärmen sich OBSCURE INFINITY erst auf.


Perpetual Descending Into Nothingness – im Review

Verflucht, ist das irre, was für eine verdammt starke Scheibe uns OBSCURE INFINITY erneut entgegen schmettern. Ein echter Hammer, und ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt, wie scheinbar spielend es die Jungs aus dem Westerwald schaffen, sich stets weiterzuentwickeln, ohne dabei ihre Wurzeln zu verlieren.

Ich gebe zu, das Intro sorgte bei mir nicht sofort für Begeisterung, aber spätestens mit Einsetzen von „Sorcery Of The Black Souls“ muss man schon ein totaler Narr sein, um sich nicht von dieser Urgewalt an Death Metal anstecken zu lassen. OBSCURE INFINITY sind zurecht eine der interessantesten und gefragtesten Death Metal Kapellen im Underground, denn gerade OBSCURE INFINITY haben das Talent, neben irrwitzigen Highspeed-Drums, enorm schnellen Gitarren auch immer ein gewisses Maß an Melodien mit einfließen zu lassen, die stets songdienlich in den jeweiligen Song eingefügt werden, um daraus einen Ohrwurm zu machen, der auf Langzeit im Gedächtnis bleibt.

Ich bin sonst nicht so ein Freund von technischem Death Metal, denn den spielen die Jungs nun mal perfekt, aber nie so, dass es aufdringlich wirkt oder die Stücke einen zu technisch dominant überrennen, indem sie letztendlich nicht übers Riffgewichse hinauskommen. Auch hier beweisen Obscure Infinity ein wahres Gespür dafür, qualitativ herausragende Songs zu schreiben, die einfach sitzen, denn wenn man zum Beispiel das Riffgewitter bei „Beyond Spheres And Time“ hört, wird auch der letzte Technikmuffel zum Leben erweckt, denn das sind einfach Songs, die schreibst du nicht mal so nebenbei, das muss dir im Blut stecken.

Was das neue Album ebenfalls bereichert, ist, dass sich OBSCURE INFINITY nicht nur vom schwedischen Death Metal beeinflusst sehen, sondern in den neuen Stücken auch eine gewisse schwarze Aura mit einfließen lassen, was wiederum mit coolen Heavy-Riffs verschmolzen wird. Ich bin mehr als beeindruckt von dieser Steigerung, denn das ist ganz großes Kino. Und da ich natürlich nicht nur als Death Metal-, sondern auch als Grindcore-Fan von rasend schneller Schlagzeug-Geschwindigkeit angezogen werde, bekomme ich hier als Geschwindigkeitsfanatiker den absoluten Burner geliefert, dass man schweißgebadet mit offener Kinnlade dasteht und ein breites Grinsen im Gesicht hat. Ultrageiler Shit.

Und der sonst so von mir so gehasste/gefürchtete Klargesang wird hier so genial und immer im richtigen Moment eingesetzt, dass er förmlich zu den Songs einfach dazugehört. Abgerundet wird diese Scheibe mit einem mehr als würdigen, sehr geilen Cover von Meister Juanjo Castellano, der für sein goldenes Handwerk ohnehin sehr bekannt ist. Wer immer noch rummeckert, dass im Death Metal alles gesagt sei, der läuft erstens blind herum und hat zweitens im METAL nichts dazugelernt. Danke Jungs, für dieses Death Metal Juwel.


Perpetual Descending Into Nothingness – als Stream


Das Interview

Als wenn dies alles nicht schon genug wäre, hatte ich das Glück, mit Gitarrist Stefan und Sänger Jules sehr auskunftsfreudige und zugleich sympathische Interviewpartner zur Seite zu haben. Also, bringt Zeit mit, denn es gibt eine Menge zu bequatschen. Ab ins Geschehen…

Hails und Hallo Stefan und Jules. So, ich hoffe, ihr habt was Gutes aufm Plattenteller liegen und das Bier ist in sicherer Reichweite. Hey Jungs, mir fehlen vor lauter Begeisterung fast die Worte, denn mit eurem aktuellen Album habt ihr mich nicht nur dermaßen überzeugt, sondern auch gezeigt, dass der Death Metal im eigenen Land nicht hinten anstehen muss. Gratulation zu solch einem Hammeralbum! Ich bin mir sicher, dass jetzt der zweite Teil an Arbeit folgt, denn mit eurem neuen Geschoss werdet ihr momentan sicher so einige Fragen beantworten dürfen, oder? Wie läuft es derweil?

Stefan: Hallo Rayk, vielen Dank! Das lesen wir natürlich gerne! Es liegt auch was Gutes auf dem Plattenteller, nämlich „Hail to England“ von Manowar… meine liebste Scheibe von ihnen. Ja, wir sind auch auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem Album und den Reaktionen darauf. Im Moment läuft es echt ganz gut für uns, hehe.

Jules: Hey, danke für die lobenden, ja, überschwänglichen Worte. Es tut gut, das zu hören! Bier ist natürlich in Reichweite und die Resonanz ist überwiegend positiv, von ein paar Reviews mal abgesehen. Aber das gehört natürlich auch dazu, man kann es nicht jedem recht machen. Das war auch nie der Plan. Wir sind sehr zufrieden mit der Scheibe, also: alles gut soweit!

Bandfoto ungenutzt - large

Ich habe mir die letzten Tage mal die Aufgabe gemacht, eure Veröffentlichungen in chronologischer Reihenfolge anzuhören, und es ist wirklich erstaunlich, wie ihr euch als Band Etappe für Etappe gesteigert habt und man eine sukzessive Steigerung beim Songschreiben ausmachen kann. Wieviel Zeit an wöchentlichen Proben verschlingt eine Band wie Obscure Infinity?

Stefan: Naja, an reinen Proben ist das meiner Meinung nach gar nicht so viel. Wir proben zweimal die Woche für jeweils 3-4 Stunden. Aber die Songs entstehen ja nicht bei den Proben. Ich brauche meine Ruhe, um Lieder zu schreiben, und muss auch in der richtigen Stimmung dazu sein. Ich habe die Stunden nie gezählt, aber wenn ich gerade eine kreative Phase habe, dann fließt das Songwriting meist wie von selbst. Dabei ist natürlich nicht jeder Song gleich. Es gibt Stücke, die entstanden innerhalb von einer halben Stunde in ihren groben Strukturen, und andere brauchen Wochen, Monate und überspitzt ausgedrückt sogar Jahre. So beinhaltet „Beyond spheres and time“ beispielsweise Ideen, die teilweise viel älter als die Band selbst sind. Definitiv auch so eines der Stücke, an denen ich am längsten gearbeitet habe. Ich denke auch, dass wir uns nach und nach gesteigert haben, was das Songwriting anbelangt. Dabei hat sich nicht wirklich so viel verändert über die Jahre. Ich glaube, wir haben es einfach nur geschafft, packendere Songs zu schreiben.
In diesem Zusammenhang muss halt auch der Line Up Wechsel erwähnt werden, der uns ungemein gut getan hat. Wir sind viel kreativer zu Werke gegangen als je zuvor. All die Limitierungen, die mich immer an der alten Besetzung gestört haben, waren weg. Bei dem neuen Album war ein Kollektiv mit Visionen am Werk und jeder hat sein Bestes für jeden einzelnen Song gegeben. Und das hört man dem Album auch an.

Um auf den Albumtitel „Perpetual Descending Into Nothingness“ zu sprechen zu kommen: An dem nicht aufzuhaltenden Abstieg ins Nichts oder ins Leere kommt kein Mensch vorbei, ganz egal wie religiös, reich, arm oder wie bekannt er ist. Es kommt für jeden die Zeit. Ist es nicht skurril, dass es Menschen im 21. Jahrhundert immer noch nicht wahrhaben wollen, dass irgendwann einfach mal Feierabend ist? Was fasziniert dich an diesem Thema?

StefanStefan: Ich sehe das vielleicht ein wenig anders. Mich macht die heutige Welt da draußen ehrlich gesagt ziemlich müde. Die Leute haben meiner Meinung nach ihr eigenes Leben (im eigentlichen Sinne) aus dem Blick verloren und dass es dieses Leben nur einmal gibt. Es geht den meisten Leuten nur noch darum, einen Job zu haben, der massig Geld abwirft, ein neues Auto, andere Wertgegenstände usw. …und am Ende? Was hat man davon letztendlich gehabt? Meiner Meinung nach nicht viel. Der Tod reißt dieses schnöde, verkrustete Leben entzwei und bringt damit aber auch wieder etwas Mystik in unsere gähnend langweilig gewordene Existenz. Ohne jetzt abheben zu wollen: Ich fand die Gedanken von Heidegger immer sehr wertvoll. Erst wenn man sich seiner eigenen Vergänglichkeit bewusst wird, kann man den Fängen der gesellschaftlichen Zwänge und Konventionen (man tut dies oder das halt, weil jeder das so macht) entgehen und sich selbstverwirklichen. Außerdem kommt, glaube ich, bei jedem ernsthaften Musiker noch dazu, dass er den Drang hat, etwas zu erschaffen, das von Dauer ist, ihn vielleicht sogar überdauert. Aber nur, um es ins rechte Licht zu rücken: Mir ist durchaus klar, wie gut es uns hier geht und dass es Gegenden in der Welt gibt, wo die Menschen ums blanke Überleben kämpfen. Genau darum geht es bei diesem Thema ja auch: Hier hingegen hat Maßlosigkeit in allen Bereichen des Lebens Einzug gehalten und wurde mit Erfüllung und Glück gleichgesetzt. Das ist meiner Meinung nach ein fundamentaler Trugschluss.

Angefangen habt ihr als Death Metal Band, die sich dem Sound der 90er Jahre verschrieb, und die skandinavischen Einflüsse waren nicht zu überhören. Mittlerweile scheint ihr euren ganz eigenen Sound/Nische gefunden zu haben, denn gerade auf der aktuellen Scheibe erweitert ihr euren musikalischen Horizont nochmal um neue Facetten, und dennoch bleibt ihr eurem Stil treu. Kam dies zustande, da im Laufe der Jahre das Musikverständnis eines jeden sich verändert/vergrößert, oder habt ihr gespürt, dass es mit dem reinen Old School Pfad auf Dauer doch etwas eintönig wird und man sich teilweise auch irgendwo limitiert??

Stefan: Hmm, das war ein schleichender und eher unbewusster Prozess. Gerade beim neuen Album habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht, in welche Schublade man dieses oder jenes Riff wohl stecken würde. Ich merkte schon schnell, dass diesmal auch viel Black Metal, ein wenig Thrash und bei den Solos auch viel traditioneller Metal und Hard Rock drin steckten, aber ich habe das nie hinterfragt. Mir ging es um die Lieder und ich habe mich von meinem guten Gefühl beim Komponieren und Spielen der neuen Songs leiten lassen und nicht davon, was die Leute davon am Ende halten werden. Mit etwas Abstand würde ich aber dennoch sagen, dass das Album im Kern traditioneller Death Metal ist, der durch Einflüsse aus anderen Sparten des Metals bereichert wurde. Für mich ist es auch definitiv kein Melodic Death Metal Album, denn mit Bands wie In Flames oder Dark Tranquillity haben wir nun wirklich nix gemein und an solche Bands muss ich denken, wenn ich den Begriff Melodic Death Metal höre.

Bandfoto selten genutztDas Cover zur aktuellen Scheibe finde ich wirklich großartig. Juanjo hat wirklich ganze Arbeit geleistet, und das Interessante daran ist, dass das Bild einen gewissen Vorgeschmack auf die Musik gibt. Die Covers eurer vorherigen Veröffentlichungen zeigten noch alte (Öl)-Gemälde. Wie kam es, dass ihr dieses Mal eine andere Richtung eingeschlagen habt? Habt ihr euch eventuell sogar von anderen Albumcovern leiten lassen? Was war letztendlich der Schlüssel dazu, dass ihr euch für ihn entscheiden habt?

Stefan: Uns gefielen seine Arbeiten für andere Bands wie Reckless Manslaughter und Revel In Flesh, deswegen haben wir ihn kontaktiert. Wir wollten für dieses Album ein Cover, das extra für uns und dieses Album angefertigt wurde. Wir hatten eine konkrete Vorstellung, was wir haben wollten und welcher Stil uns gefällt. So war es uns auch wichtig, dass wir über den kompletten Entwicklungsprozess Einfluss auf das Endresultat hatten. Wir sind von den Ölgemälden abgekommen, weil wir keine Lust mehr darauf hatten, nach der Albumveröffentlichung herauszufinden, welche anderen Bands schon das gleiche Gemälde als Cover genutzt hatten, hehe. Wir sind auf jeden Fall absolut zufrieden mit dem Cover. Ich denke, wir haben alles richtig gemacht, als wir ihn damit beauftragten.

Vom Sound bin ich gerade dieses Mal sehr angetan, das Ganze klingt enorm kraftvoll und dennoch zu keiner Zeit glatt poliert, was ich sehr beeindruckend finde. Wenn ich mich nicht täusche bzw. mir nichts durch die Lappen ging, habt ihr erst vor kurzem zu Patrick Engel gewechselt, der Mix und Mastering übernahm und für seine qualifizierte Arbeit bekannt ist. Stand euch, während ihr die ersten Songs komponiert habt, der Sinn nach einem etwas anderen, neueren Sound, sprich, einem Hybrid, der sowohl alte als auch neue Schule vereint und verschiedene Einflüsse stimmig umsetzt?

Jules: Um ehrlich zu sein, hatten wir keine ganz präzise Vorstellung, wie es diesmal klingen sollte. Uns war klar, dass einige Dinge verändert werden mussten, dennoch sind wir wieder etwas zu blauäugig an die Sache ran gegangen. Dass Patrick W. Engel das neue Album mastern sollte, stand schnell fest. Der Mix sollte aber eigentlich in der Noiseschmiede (wo die Aufnahmen stattfanden) gemacht werden, wozu es aber nicht mehr kam, weil der Kerl das Studio kurzerhand dicht gemacht hat. Schwer zu sagen, wie es dann geklungen hätte. Aber so wie es nun ist, sind wir mehr als zufrieden. Ein glücklicher Zufall vielleicht.

Stefan: Für unsere Verhältnisse sind wir diesmal schon etwas organisierter vorgegangen. Wir haben Prerecordings der Songs gemacht. Wir haben Testaufnahmen in dem Studio, in dem später die Aufnahmen stattfanden, gemacht und wir haben uns frühzeitig um die Sache mit dem Mastern gekümmert. Und das alles hatte nur einen Grund: Unserer Meinung nach ist unser zweites Album „Putrefying illussions“, jedenfalls was den Sound betrifft, ein absolutes Desaster geworden. Die Songs waren gut auf dem Album, aber der Sound hat echt alles ruiniert. Wir sind wirklich alle sehr enttäuscht von unserem zweiten Album. Aus diesem Grund wollten wir diesmal alles richtig machen.
Aber man kann nicht alle Eventualitäten mit einkalkulieren. Wer konnte wissen, dass das Studio kurz nach unseren Aufnahmen dicht macht? Es war lange Zeit gar nicht klar, ob wir überhaupt an die Aufnahmen rankommen würden. Es würde zu lange dauern, den ganzen Sachverhalt zu erklären, und manche Sachen sollten auch einfach nicht publik gemacht werden, denke ich. Aber man muss sich vorstellen, dass wir am Ende einfach nur ne Festplatte in den Briefkasten geworfen bekamen, haha… Und als wir die dann auspackten, war es halt ne Apple Festplatte… keiner von uns hat einen Mac… haha… das Problem haben wir aber lösen können… doch dann stimmten manche exportieren Dateien nicht… dann ging die Odyssee also weiter… Studio suchen… der mit Mac und ProToos arbeitet…. nochmal Kohle bezahlen. Ich kann dir sagen, das war ein echter Kampf am Ende. Aber das liegt ja nun alles hinter uns und ich bin sowohl mit den Songs als auch mit dem Sound absolut zufrieden.

Euer Schlagzeuger „O.“, der das neue Album eingezimmert hat, hat euch meiner Meinung nach in diesem Bereich enorm weit nach vorne gebracht, und sein Handwerk fußt auf goldenem Boden. Man braucht nicht vom Fach zu sein, um herauszuhören, dass Obscure Infinity nochmal ordentlich an Geschwindigkeit, aber auch an technischer Raffinesse zulegte. Thomas ist allerdings noch bei anderen Bands aktiv und von daher wird er aus zeittechnischen Gründen live nicht mitmachen können, und stattdessen wird Kalle den Job live übernehmen. Ist das nicht etwas gewagt, zumal gerade Thomas intensives Schlagzeugspiel mal nicht so schnell nebenbei zu erlernen ist? Oder spielte Kalle früher schon mal Schlagzeug? Und wer spielt dann Live den Bass, wenn Kalle an der Schießbude am Rotieren ist?

Stefan: Klar, O. hat die Messlatte sauhoch gelegt. Wir hatten ein paar Schlagzeuger an der Hand, die dann aber letztendlich alle gesagt haben, dass sie das so einfach nicht hinbekommen. Kalle spielt nun seit ein paar Jahren Schlagzeug und hat da echt ne Menge Talent und Potential. Ich denke, unser Umdenken hat da eingesetzt, als ein Schlagzeuger zum Vorspielen da war und wir später gesagt haben, dass der Kalle das zehnmal besser hinbekommt. Ab da haben wir dann einfach gesagt, wir müssen jetzt hart daran arbeiten, wieder live spielen zu können. Halt mit Kalle am Schlagezug. Klar bekommt er vieles nicht so technisch versiert hin wie O., aber mittlerweile macht es echt wieder tierisch Bock zu proben und wir freuen uns auch wieder aufs Livespielen. Ja, und da die Position am Bass durch all das frei wurde, haben wir einen befreundeten Musiker gefragt. Er (Schumann) hatte mit seiner Band den Proberaum direkt neben unserem. Daher lag es nahe, einfach mal nachzufragen. Das ist unser neues Live Line Up. Das nächste Album wollen wir dann aber nochmal mit O. an den Drums aufnehmen.

JulesJules: Ich kann dir nur zustimmen, O. ist unbestritten ein begnadeter Drummer und darüber hinaus ein sehr guter Gitarrist und Sänger, sprich, ein super Musiker. Es macht einfach immer wieder Spaß, mit ihm zu spielen. Sein Input beschränkt sich nicht nur aufs Schlagzeug. Aber genug der Lobhudelei. Du hast natürlich Recht: Er legt die Messlatte verdammt hoch. Auch für einen routinierten Drummer dürfte es nicht so leicht sein, die Sachen zu spielen. Kalle ist sehr talentiert, was das Schlagzeugspielen angeht. Dass er das Material nicht zu 100 % so spielen kann, ist uns natürlich klar. Wir können aber auf der anderen Seite nicht rumsitzen und Däumchen drehn und warten, dass ein Drummer mit dieser Klasse ankommt oder O. ständig anhauen, ob er doch mal Zeit für nen Gig hat. Seine Entscheidung ist klar, und das respektieren wir natürlich. Kalle wird sich in die Sachen reinfinden, doch für das nächste Album konnten wir O. nochmal verpflichten.

Auf eurer rasanten Fahrt durch die dunkle Unterwelt entdecke ich zu meinem Erstaunen so einiges: Da ist zum einen die schwarze, morbide Ader, die gewissen Songs die richtige Tiefe gibt, hier und da blitzt auch die alte Amischule durch, das Ganze wird wiederum punktgenau mit richtig eingängigen Melodien skandinavischer Machart garniert. Das heißt für mich, dass im Grunde alle ihre musikalischen Vorlieben mit einbringen können. Aber gibt es im Endeffekt einen Oberindianer, der bei dem ganzen Ideenhaushalt sagt, was umgesetzt wird und was eher außen vor bleibt?

Stefan: Hehe, das lese ich natürlich gerne, aber ich muss dir sagen, dass die Songs alle von mir geschrieben wurden. Ich höre viele unterschiedliche Sachen und habe so ein breites Spektrum an Einflüssen. Es freut mich, wenn das auch so beim Hörer ankommt. Bei uns lief es bisher so, dass ich einen Song komplett alleine schreibe und wir dann eine komplette Probe dafür verwenden, uns um die Schlagzeugarbeit, die Rhythmusgitarren und so weiter zu kümmern. Das hat sich bisher sehr bewährt. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, dann besprechen wir das als Kollektiv und jeder sagt seine Meinung. Von daher denke ich, dass wir eher demokratisch organisiert sind, auch wenn die Musik von mir kommt. Auch bei wichtigen Entscheidungen läuft das so ab, dass wir das halt besprechen und nicht einer allein einfach entscheidet, was gemacht wird.

Obscure Infinity - Wound - SplitWas ich wirklich sehr geil finde, ist, dass man auf „Perpetual…“ keinen einzigen Song entdeckt, der auf den Split-EPs schon mal Verwendung fand, sprich, alles scheinen neu geschriebene Songs zu sein. Ihr scheint 2014 also ein äußerst kreatives Hoch gehabt zu haben, anders kann ich es mir nicht erklären. Werdet ihr an dieser Devise festhalten, sprich, keine Songs mehrmals verbraten?

Obscure Infinity - Deathronation - Split EPStefan: Wir haben nur einmal diese Regel gebrochen, nämlich als wir den Song „Maniac destroyer“ von unserem Demo neu aufgenommen haben. Das war, als wir das Studio für die Albumaufnahmen antesten wollten. Und wir sind im Nachhinein echt froh darüber, weil der Song nun viel cooler als auf dem Demo klingt und er jetzt auch ein ziemlich langes Solo enthält, was ja beim Demo völlig fehlte. Das Stück ist aber noch nicht veröffentlicht. Ich hoffe, es kommt spätestens im April raus. Es wird auf der Split mit Funeral Whore zu finden sein. Aber ansonsten stimmt es, dass wir keine Songs zweimal aufnehmen wollen. Wir stehen auf Splitveröffentlichungen, wollen den Leuten aber auch was darauf bieten. Das bedeutet, dass wir keine Songs aufnehmen oder veröffentlichen, die wir selbst als nicht so toll empfinden, und dass Songs, die auf einer Split sind, nicht nochmal aufgenommen werden. Denn ich finde, das schmälert doch total den Wert solch einer 7″ und das wäre für mich auch irgendwo nicht fair den Leuten gegenüber, die dafür Geld ausgegeben haben. Das einzige, was in dieser Richtung geplant ist, wäre eine Compilation mit all diesen Beiträgen zum zehnjährigen Jubiläum. Und ja, ich muss im Vorfeld des Albums echt einen kreativen Höhenflug gehabt haben, denn neben den Album-Songs haben wir ja noch vier weitere Lieder aufgenommen, die meiner Meinung nach genauso stark sind und nun nach und nach auf Splits erscheinen werden.

Obscure Infinity - Humiliation - Package

Lass uns mal in die Anfangszeit zurückgehen, genauer gesagt in die Zeit, wo du/ihr erstmals mit Metal in Berührung kamt. Ihr seid alle noch recht jung, wie seid ihr zum Metal gekommen? Ich meine, ihr hättet ja genauso gut auch eher zeitgenössischen Metal spielen können der Marke Deathcore und anderen Kram. Habt ihr als Hörer gleich mit Death und Thrash angefangen oder habt ihr den klassischen Weg über den Heavy Metal bzw. Hard Rock genommen? Was fasziniert euch gerade am Death Metal?

Stefan: Hehe, es schmeichelt mir immer wieder, dass die Leute uns für so jung halten. Das entspricht aber nicht bei allen Bandmitgliedern der Wahrheit. Sascha und ich sind beispielsweise beide schon 36. Ich glaube, da geht man nicht mehr als Jungspund durch, was? Ich war schon als Kind sehr musikbegeistert. Zu härteren Klängen kam ich im April 1990, als ich eine überspielte Kassette von einem Jungen aus meinem Dorf bekam. Bei mir hat es mit den Scorpions, AC/DC, Queen, Whitesnake usw. angefangen. Dann kamen schnell weitere Bands wie Iron Maiden, Overkill, Forbidden, Slayer, Metallica dazu… Und dann wurde ich total in den Bann des damals aufkommenden Death Metal Booms gezogen. Bands wie Death, Morbid Angel, Autopsy, Dismember, Unleashed, Grave, Pungent Stench, Disharmonic Orchestra, Pestilence, Morgoth, Benediction oder Bolt Thrower brachten mich total um den Verstand. Mich haben schon damals die düstere und morbide Stimmung und die Räudigkeit, die Ecken und Kanten dieser Musik, fasziniert. Und das ist bis heute so geblieben.

Die Idee mit dem Klargesang finde ich wirklich sehr gelungen, da es auf das jeweilige Lied songdienlich zugeschnitten wurde und trotz des Einsatzes von Melodik den Sound nicht verweichlicht. Kommen solche Ideen von euch als Band selbst, oder sind das gewisse Extras seitens der Studioleute, die sagen, hey, dieser Song eignet sich regelrecht dafür, dass man ihm ein gewissen Bonus verpasst. Jules, musstest du für diese Gesangspassagen erstmal eingelernt werden?

Jules: Stefan und ich dachten schon öfter an Chor-Passagen bei manchen Songs. Uns waren einige Stellen klar, aber die konkreten Gesangslinien kamen dann von O. Und K. Bei „A forlorn wanderer“ kam A. von Chaos Invocation mit der Demo-Version des Songs an und ich war einfach platt. Ich bat ihn um einen Text und er nahm die Idee gleich zu Hause auf. Im Studio sollte er dann eine Rohversion einsingen und davon waren wir alle so begeistert, dass wir es dabei beließen. Alle drei haben einen super Job gemacht, wofür ich allen sehr dankbar bin. Deshalb musste ich auch nicht in irgendetwas eingelernt werden. Besser so…

Humiliation - Obscure Infinity - Split

„Perpetual…“ besticht durchweg mit richtig starken, regelrecht genialen Handwerks-Songs, und mein persönlicher Favorit ist definitiv der Übersong „Beyond Spheres And Time“. Was für ein Geniestreich an einem Song. Hammergeile Melodien verpackt in einem rohen Death Metal Gewand. Das Teil erinnert mich von seiner Intensität stark an das grandiose Werk von Lord Belial „Enter The Moonlight Gate“. Und das will was heißen! Ist solch ein Track nicht ein wahnsinniger Kraftakt ohne Ende, denn der Song ist zudem noch recht lang. Wie lange schraubt man an so einem Song herum, bis letztendlich alles so ist, wie man es ich als engagierte Band vorstellt?

Stefan: Ja, da hast du vollkommen Recht, denn der Song war definitiv ein Kraftakt sondergleichen. Viele Ideen waren da, aber ich habe es einfach nicht geschafft, daraus ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen. Es gab unzählige Versionen von diesem Lied, die ich immer wieder verworfen und überarbeitet habe. Um ein Haar hätte es das Lied gar nicht aufs Album geschafft, bzw. das Hauptriff wäre als Outro des Albums verwendet worden. Es wurde quasi erst in letzter Minute fertig. Wie ich bereits weiter oben erwähnt habe, beinhaltet der Song Riffs, die teilweise schon zehn Jahre alt sind, haha. Sie existierten also schon, bevor die Band gegründet wurde. Irgendwann habe ich die Riffs nochmal durchgespielt und plötzlich kamen neue Ideen dazu und am Ende wusste ich, dass der Song so jetzt perfekt für mich ist. Aber der Weg dorthin war wirklich steinig und hart. Das Ausarbeiten mit der gesamten Band war dann dagegen echt schon ein Kinderspiel. Dadurch, dass ich so lange daran gearbeitet hatte, hatte ich zu jedem Abschnitt des Songs auch schon im Kopf, wie ich mir z.B. das Schlagzeug usw. vorstelle. Es freut mich aber, dass man dem Lied anscheinend anmerkt, wieviel Arbeit hineingesteckt wurde.

Kommen wir mal zum Thema Underground: Underground ist für mich persönlich mehr, als nur Underground Musik zu hören oder zu spielen, sondern dass man neben der Old School Denkweise sich die Musik auch heute noch real kauft und somit den Bands für ihr Schaffen einen gewissen Gegenwert zurückgibt. Was bevorzugt ihr, lieber schnell und ohne großen Aufwand an Musik herankommen oder doch eher die klassische Variante, sprich, alles im Original zu besitzen? Jäger und Sammler Trieb vorhanden?

Jules: Der Jäger- und Sammlertrieb ist definitiv bei uns allen da. Das war auch so, bevor wir mit der Band anfingen. Natürlich wissen wir jetzt selbst, dass es wichtig ist, Bands durch den Kauf der Tonträger zu unterstützen. Aber darüber hinaus gehören Konzertbesuche und der Austausch mit anderen Bands für uns genauso zu einem gewissen „Underground-feeling“.

Stefan: Na, auf jeden Fall. Wir alle haben schon beträchtliche CD- und Plattensammlungen, hehe. Für mich gehört es definitiv dazu, durch das Booklet zu stöbern, mir das Cover anzuschauen und auch die Texte zu lesen, wenn ich ein neues Album höre. Für mich ist es auch einfach ein ganz anderes Gefühl, eine Platte auszusuchen und aufzulegen, als mich am PC durch eine mp3 Sammlung zu klicken.

Bandfoto oft genutztAber zum Underground gehört eben auch, dass man an seinen Idealen und Wurzeln festhält. Was verbindet euch als Band mit dem Underground mehr als mit der eher kommerziellen Ausrichtung, die ja leider selbst im Metal schon angekommen ist?

Jules: Am offensichtlichsten wohl einfach die Art der Musik, die wir spielen. Hätten wir Interesse mainstream-tauglich zu sein, würden wir eine andere Art von Musik spielen und mit einem bestimmten Image kokettieren. Ich denke, das spricht für unsere Ideale. Wir müssen und wollen uns nicht irgendetwas Vorgegebenem anpassen.

Stefan: So sehe ich das auch. Wir machen Musik aus Hingabe und nicht, weil wir denken, dass man damit Geld verdienen kann. Ich finde es schade, dass Kommerz, Marketingstrategien und ähnliches schon längst Einzug in den Metal Bereich gehalten haben. Selbst im Death Metal Sektor beobachtet man ja mittlerweile Tendenzen, die ich für eher negativ erachte.

Wenn man selbst in einer Band spielt und somit viel Zeit mit (der eigenen) Musik/Sound verbringt, kommt man da überhaupt großartig neben Proben, Studioarbeit und Live spielen noch zum Musik hören und genießen? Und wenn ja, was läuft momentan bei euch in der Anlage/im Auto? Welche Scheiben/Demos haben euch zuletzt richtig umgehauen?

Jules: Ich muss ehrlich sagen, dass ich während bzw. nach den Aufnahmen zum Album selbst viel weniger Musik zu Hause oder auch im Auto gehört habe. Es ist irgendwann wirklich anstrengend, wenn du 10 Stunden im Studio sitzt und Sachen zum achtzigsten Mal hörst. Aber das war zum Glück nur eine Phase. Procession sind seit ner Weile schon ein Dauerbrenner bei mir…

Stefan: Ich kann das ganz klar beantworten: Musik ist meine große Leidenschaft und ich beschäftige mich wirklich ausgiebig mit ihr. Egal, ob ich alleine Gitarre spiele, mit der Band probe oder Alben höre. Für mich ist es auch wichtig, weiterhin viel Musik zu hören. Man will sich doch nicht nur mit der eigenen Musik beschäftigen. Zumal ich auch immer wieder Ideen erhalte, um eigene Riffs zu schreiben. Ich habe natürlich auch das Glück, dass ich mich quasi auch beruflich mit Musik beschäftigen kann, da ich als Gitarrenlehrer an der Modern Music School unterrichte. Ich kann mir natürlich schon vorstellen, dass ein 10 Stunden Büroalltag oder Schichtarbeit in einer Fabrik das alles ganz anders aussehen lassen würden. Von den letzten Neuanschaffungen hat mich vor allem das neue Deathronation Album schwer beeindruckt.

Demnächst soll es ja noch eine 4er Split LP mit euch geben. Yeah. Wie sieht der Zeitplan hierfür aus, und wann wird die Scheibe in etwa herauskommen? Kannst du mir schon verraten, welche die andern drei Bands sein werden? Wird es eine reine Death Metal Scheibe werden oder querbeet, Hauptsache im Underground verankert?

Stefan: Ich weiß nicht, ob es den anderen Bands recht ist, wenn ich das jetzt verrate. Es ist ja noch kein Label gefunden usw., ich kann nur so viel verraten: Es sind alles Bands aus dem deutschen Death Metal Underground. Jede Band steuert jeweils einen brandneuen Song bei. Das Cover wurde schon gezeichnet und ist der absolute Wahnsinn. Ich denke, das wird eine Hammer Split werden und wir freuen uns schon total darauf. Da wie gesagt auch noch kein Label kontaktiert wurde, kann ich leider auch nicht sagen, wann die Split rauskommen wird. Aber im November werden die an der Split beteiligten Bands ein paar Konzerte zusammen spielen.

Obscure Infinity - Perpetual Blue

Krass und erfreulich zugleich ist, dass in Zeiten von Download Shit und anderem Nonsens die komplette erste Vinylauflage nach dem dritten Tag des Veröffentlichungstermins schon restlos ausverkauft war. Ihr als Underground Band, die es jetzt auch noch nicht dermaßen lange gibt, müsst euch doch bei so einer Nachfrage ein zweites Loch in den Arsch gefreut haben, oder etwa nicht? Mittlerweile gibt es jetzt eine Zweitveröffentlichung in Weiß. Ihr scheint wirklich was richtig zu machen.

Jules: Das freut uns natürlich absolut! Damit haben wir nicht gerechnet, da wir ja wissen, wie’s bei den vorherigen Veröffentlichungen lief. Da ist man schon stolz, wenn man sowas hört. Wir hatten ein gutes Gefühl bei dem Material, aber, so abgedroschen das auch klingen mag, unsere Erwartungen wurden übertroffen, was auch das Verdienst des Labels ist.

Stefan: Ja, auf jeden Fall. Wir waren in der Vergangenheit nicht unbedingt eine Band, die vom Glück verfolgt wurde und so viel Aufmerksamkeit wurde uns auch nie zuteil. Von daher waren wir schon sehr überrascht und auch überwältigt, dass da so ne große Nachfrage nach dem Album bestand. Also vielen Dank an die Leute, die das Album gekauft haben!

Live spielen ist für eine Band einfach essentiell und enorm wichtig, weil man gerade hier seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss/kann und man somit auch gleich eine direkte Reaktion seitens des Publikums spürt. Bei aller Qualität und Raffinesse, die ihr vorzuweisen habt, wie kommen Obscure Infinity live beim Publikum an? Und vor allem, was darf man von einem Liveauftritt von euch erwarten?

Jules: Persönlich bekommt man oft nur die positiven Reaktionen zu hören, in irgendwelchen Foren liest man dann anderes. Daher sind die Reaktionen gespalten, denke ich. Schwer zu sagen. Bei uns kann man einen sehr spontanen Gig erwarten. Wir planen vorher nicht groß, auch eine Setlist hat nicht unbedingt Gültigkeit, da wir oft auch auf Zuruf gespielt haben.

Stefan: Naja, wir haben uns schon gebessert. In der Vergangenheit war das teilweise schon chaotisch bei uns. Mittlerweile halten wir uns schon an eine Setlist, haha. Die Reaktionen waren meist positiv, aber ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich finde, dass wir früher eine miserable Liveband waren. Wir sind auch heute nicht so tight wie andere, aber in der jetzigen Besetzung kommt endlich mal die Energie der Musik richtig raus und wir alle gehen viel euphorischer zu Werke. Früher haben mir Auftritte nie wirklich Spaß gemacht. Heute ist das was ganz anderes. Ich denke, wir alle haben wieder richtig Bock, auf die Bühne zu gehen.

988900_944670728884678_8479050120216835995_n

Was liegt euch mehr, große Bühne mit Tausenden von Hörern, von denen aber nicht unbedingt jeder, der vor der Bühne herum steht, die Mucke mag, oder eher Konzerte im kleineren Rahmen, wo man eine gewisse Nähe zum Publikum hat?

Jules: Da wir bisher nur einmal die Möglichkeit hatten vor einem wirklich großen Publikum zu spielen, erübrigt sich die Frage fast. Das Party.San war eine wirklich coole und beeindruckende Erfahrung, aber mehr Spaß hatte ich persönlich bei kleinen Shows.

Stefan: Haha, ja das stimmt. Das Party.San war super, aber wirklich der einzige richtig große Auftritt für uns bisher. Ich sag es mal so: Es war ne tolle Erfahrung und ich habe wirklich nur positive Erinnerungen daran. Ich bin immer noch begeistert davon, dass wirklich so viele Leute vor die Bühne gekommen sind, um uns zu sehen. Aber kleine Clubshows haben natürlich auch ihren ganz eigenen Reiz und ich denke, dass die von dir erwähnte Nähe zum Publikum für uns schon sehr wichtig ist. Ich denke, wir gehören da auch eher hin als auf die großen Bühnen dieser Welt, haha. Denn ich persönlich habe mit Death Metal immer auch die kleinen Clubs und die Nähe zwischen Musikern und Hörern verbunden und keine Wackenbühnen und einem dazugehörigem Publikum. Für manche Bands mag gerade dies das Ziel sein, für uns nicht.

So Jungs, ihr habt es geschafft, vielen Dank für eure Zeit, die ihr euch für ein Fanzine genommen habt. Hier ist jedenfalls noch Platz, um ein paar Dinge los zu werden. Ich hoffe, in Zukunft noch einiges von euch zu hören und zu sehen. Bleibt euch und eurem Sound treu, und lasst euch nicht von der Musikindustrie melken. Besten Dank fürs Beantworten. Man sieht sich Live. Prost Jungs!

Stefan: Wir danken dir für das Interview und die damit verbundene Unterstützung und natürlich auch für die interessanten Fragen. Es war uns eine Freude, sie zu beantworten! Ein Dankeschön an alle, die uns bis hierher unterstützt haben. Wir wissen das wirklich sehr zu schätzen! Hoffentlich sehen wir den einen oder anderen mal bei einem unserer Konzerte! Wir grüßen folgende Bands: Wound, Sulphur Aeon, Charon, Revel In Flesh, Deathronation, Reckless Manslaughter, Lifeless, Arroganz, Diabolical Imperium, Porta Nigra, Membaris, Chaos Invocation, Weird Fate, Eraserhead und Lebenswinter.

https://www.facebook.com/obscure.infinity
http://obscureinfinity.jimdo.com/